Manfred Winkelhock

Zum 30. Todestag von Manfred Winkelhock

— 12.08.2015

Deutsche Rennsporthoffnung stirbt im Porsche

Vor 30 Jahren stirbt der deutsche Formel-1-Rennfahrer Mannfred Winkelhock nach einem Unfall mit einem Porsche-Sportwagen im kanadischen Mosport.

Nach dem Crash von Manfred Winkelhock am 11. August 1985 in Kanada setzt sich seine Frau Martina umgehend in den Flieger und reist zu ihrem schwer verletzten Mann nach Toronto. Einen Tag nach dem verhängnisvollen Unfall bei einem Sportwagen-Rennen im kanadischen Mosport Park stirbt Winkelhock im „Sunny Brook Medical Center”. Er hinterlässt seine Frau, die erst ein Jahr alte Tochter Marina und den fünf Jahre alten Sohn Markus. „Meine Mutter hat mir später erklärt, dass mein Vater einfach nicht mehr komme. Ich wollte das als Kind aber nicht wahrhaben und dachte: 'Wir fahren einfach irgendwann an den Flughafen und holen ihn wieder ab.' Mehrere Tage oder Wochen habe ich so gedacht”, erzählte Markus Winkelhock der Deutschen Presse-Agentur in einem Interview anlässlich des 30. Todestages seines Vaters. „An meinen Vater selbst kann ich mich kaum noch erinnern.”

Eine Rennsport-Familie

Eine andere Zeit: Manfred Winkelhock startete 47 Mal in der Formel 1, wie hier 1983 im italienischen Monza

Manfred Winkelhock galt in den 80ern als einer der talentiertesten deutschen Rennfahrer. Sogar 47 Starts in der Formel 1 konnte er vorweisen. An jenem 11. August kracht er in seinem Porsche gegen die Begrenzungsmauer einer Linkskurve. Das Rettungsteam braucht rund 40 Minuten, um den bewusstlosen Piloten aus dem Wrack zu bergen. Auch eine mehrstündige Gehirnoperation kann ihn nicht retten. „Ich habe das erst bei der Beerdigung so langsam begriffen”, erinnerte sich einmal sein Bruder Joachim Winkelhock, der sich im Deutschen Tourenwagen Masters einen Namen machte. Die genaue Ursache für den verhängnisvollen Unfall ist auch heute nicht restlos geklärt. Vielleicht lag es an einem schleichenden Plattfuß, vielleicht an einem Aufhängungsbruch.
„30 Jahre später Schlüsse zu ziehen, ist einfach schwer”, räumte Sohn Markus Winkelhock ein, der in diesem Jahr anlässlich einer ARD-Dokumentation den Unglücksort erstmals aufsuchte. „Die Unfallstelle sieht heute natürlich ganz anders aus. Es ist eine größere Betonfläche und die Mauer ist nach hinten versetzt”, berichtete der 35-Jährige, der selber Rennfahrer ist. „Es ist dennoch ein emotionaler Moment, wenn man dort steht, und weiß, dort ist der Unfall damals passiert.”

Kette erinnert an den Vater

Sohn Markus Winkelhock wurde ebenfalls Rennfahrer und bestritt 2007 einen Grand Prix in der Königsklasse

Der Tod spielt in seinem Leben eine bedeutendere Rolle als bei anderen Menschen. „Ich weiß, dass ich einen Job habe, der nicht ungefährlich ist, und ich bin durch den Tod meines Vaters sicher auch vorgeprägt. Aber wenn du im Auto sitzt, machst du dir darüber keine Gedanken, weil du sonst abgelenkt wärst”, sagte er entschlossen. „Man schaltet die Angst aus.” Auch wenn Markus Winkelhock kaum noch Erinnerungen an seinen Vater hat - in Form des an einer Halskette befestigten Eherings des Vaters ist er bei ihm. „Meine Mutter hat ihn mir mal gegeben und darum gebeten, ihn als Glücksbringer zu tragen”, erzählte er. „Ich habe ihn zwar nicht seit meinem ersten Rennen, aber seit rund zehn Jahren bestimmt. Ich bin eigentlich kein Kettenträger, am Rennwochenende habe ich den Talisman aber immer um.” (fh/dpa)
Fotos: Picture-Alliance

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