Zwei getunte Audi TT RS im Test

Zwei getunte Audi TT RS im Vergleich

— 05.01.2010

Audi TT RS gerät auf die schiefe Bahn

Mit ungerader Zylinderzahl, wütend schnaubender Klangkulisse und jeweils über 400 PS Leistung geben sich die Audi TT RS von Avus Performance und MTM vollends ihrer dunklen Seite hin. Zwei getunte Coupés im Vergleich auf dem Sachsenring.

Promikinder leben gefährlich. Jahrelang werden sie sorgfältig dressiert, jeder Wunsch wird ihnen von den Augen abgelesen. Und dann kommen die Freunde mit schlechtem Einfluss ins Spiel. Schnell keimt sie auf, die Gier nach dem ultimativen Kick, fernab vom goldenen Käfig. Abstürze, gefolgt vom bitteren Karriereende, bleiben da nicht aus. Auch der #PARSER#SR TT iduA#PARSER# gilt als Star-Nachwuchs aus renommiertem Hause – und wird von den Tunern Avus Performance und MTM in die Zange genommen. Ziel ist aber nicht das vorzeitige Ende einer verheißungsvollen Laufbahn, sondern vielmehr die Vervollkommnung des sportlichen Charakters. Das letzte bisschen Bravheit soll einer lupenreinen Pistenperformance weichen.

Überblick: News und Tests zum #PARSER#SR TT iduA#PARSER#

Optisch zurückhaltend: Der MTM TT RS gibt eher den Wolf im Schafspelz.

Sportec-Stützpunkt Avus Performance setzt bereits beim Auftritt voll auf Blitzlichtgewitter. Mit mattschwarzer Folierung, glanzschwarzer Lackierung von Spiegelgehäusen, Heckspoiler und Diffusoren sowie getönten Fondscheiben rollt der TT RS 420 im Bad-Boy-Look vor. Recaro-Pole-Position-Schalensitze und die fehlende Rücksitzbank machen auch im Innenraum den motorsportlichen Ernst der Lage klar. Edel und grazil dagegen die Kreation von MTM. Mit schneeweißem Farbkleid und hochglanzpolierten Schmiederädern wirkt der TT RS aus Wettstetten vergleichsweise engelsgleich. Dabei brodeln unter der rundlichen Haube Kräfte, die selbst ausgewachsene "D7%22%22%A3%22%tegrat22%C2%1A3%22%knil_ri22%C2%22%22%A3%22%saila22%C2%22%E22%A3%22%epyt22%C2%22%22%A3%22%smarap_resu22%C2%22%22%A3%22%tcejbus22%C2%22%ehcsroP#PARSER# in die Knie zwingen. Mittels modifiziertem Motorsteuergerät werden Einspritzmenge und Ladedruck des Fünfzylinder-Turbos unter Volllast erhöht. Zusammen mit gegendrucksenkenden Absorptionsschalldämpfern mit größerem Rohrquerschnitt (76 statt 70 Millimeter) treibt MTM die Leistung von 340 auf 408 PS hoch. Auch das Drehmoment wächst und gedeiht – statt 450 pressen den Piloten nun 555 Newtonmeter in seinen Sitz.

Im Bug des Avus Performance lauert ein wahrer Drehmomentberg

Kraftpaket: Unter der Haube des Avus Performance warten 615 Nm Drehmoment.

Für Avus Performance legt Sportec Hand ans 2,5-Liter-Aggregat – und toppt die properen Werte des Konkurrenten. 420 Pferde reißen den schwarzen TT voran. Geradezu gigantisch fällt das Drehmoment aus: 615 Newtonmeter hält der TT RS 420 nun bereit – mehr als der wuchtige 6,2-Liter-V8-Motor des Mercedes C 63 AMG. Moderate 2800 Touren reichen im Avus TT für maximalen Schub – der augenblicklich einsetzt. Ohne Erbarmen verschlingt die deutsch-schweizerische Gemeinschaftsproduktion die Messgerade und schnalzt sich auf Porsche-Turbo-Niveau durch die Elastizitätsprüfungen – ruckelt aber gelegentlich. Das etwas dünnere MTM-Drehmoment lässt den weißen Tuning-TT leicht zurückfallen. Dafür zieht er ohne Verschlucker durch. MTM lässt das Drehmoment zugunsten eines homogenen Vortriebs niedriger ausfallen. Sonst kann ein erhöhter Zündspannungsbedarf durch zu hohen Ladedruck dazu führen, dass ein Zündfunke einfach ausgeblasen wird: Aussetzerähnliches Motorruckeln ist dann die Folge.

Beim Beschleunigen schenken sich beide Konkurrenten hingegen nichts: ESP abschalten, den Lader mit kurzen Gasstößen bei etwa 4500 Touren anfüttern, dann die Kupplung fliegen lassen. Das kurze Schnattern der Vorderräder, bis die per Haldex-Kupplung zugeschaltete Hinterachse ins Geschehen eingreift, lässt die Drehzahl nicht einsacken. Einmal geschaltet, schon rauschen beide TT in nur 4,2 Sekunden auf 100 km/h – drei Zehntel schneller als das gemessene Serienauto. Auch bei 250 km/h preschen die zwei Widersacher noch Nase an Nase weiter voran – und zeigen damit einem "D7%22%22%A3%22%tegrat22%C2%1A3%22%knil_ri22%C2%22%22%A3%22%saila22%C2%22%E22%A3%22%epyt22%C2%22%22%A3%22%smarap_resu22%C2%22%22%A3%22%tcejbus22%C2%22%3M#PARSER# mit Doppelkupplungsgetriebe (0 auf 250 km/h in 28,5 Sekunden) frech ihr bespoilertes Heck.

Unbeirrbar rockt die MTM-Kreation von Kurve zu Kurve

Kurvenkünstler: Der TT RS von MTM lässt sich präzise ums Eck werfen.

Darüber hinaus legt der Avus Performance TT allerdings vehementer zu, rennt ohne großen Anlauf bei 295 km/h und 7000 Touren im sechsten Gang in den Begrenzer – eine Maßnahme, um die durch negativen Sturz zusätzlich belasteten Semislicks zu schützen. Durch einen geänderten Abrollumfang und moderatere Sturzeinstellung fällt die Übersetzung des MTM TT minimal länger aus. Bei 297 km/h und 6800 Umdrehungen wird er elektronisch gezügelt, lässt es aber über 250 km/h doch etwas gemächlicher angehen. Auf verschlungenen Pfaden lässt der MTM TT RS seinen Fahrer hingegen kaum durchatmen. Ein sattes Fünfzylinder-Moll rauscht wasserfallartig, aber keine Spur zu aufdringlich aus den schwarzen Endrohren – besonders über 4000 Umdrehungen bei aktiviertem Sport-Modus. Unbeirrbar rockt die MTM-Kreation von Kurve zu Kurve, tastet die Straße mit direkter, gefühlsechter Lenkung sorgsam ab – das letzte Stück Taubheitsgefühl des Serienpendants ist durch veränderte Spur- und Sturzeinstellungen des Serienfahrwerks sowie Semislicks völlig verschwunden.

Wie sich die beiden getunten TT RS auf der Rennstrecke schlagen, erfahren Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Vergleich mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es als Download im Heftarchiv.
Fahrzeugdaten Avus TT RS 420 MTM TT RS
Motor R5, Turbo R5, Turbo
Einbaulage vorn quer vorn quer
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2 4 pro Zylinder/2
Hubraum 2480 cm³ 2480 cm³
Bohrung x Hub 82,5 x 92,8 mm 82,5 x 92,8 mm
Verdichtung 10,0:1 10,0:1
kW (PS) bei 1/min 309 (420)/6300 300 (408)/6500
Literleistung 169 PS/Liter 165 PS/Liter
Nm bei 1/min 615/2800 555/2800
Antriebsart Allrad Allrad
Getriebe 6-Gang manuell 6-Gang manuell
Bremsen vorn 370 mm/innenbel./gelocht 380 mm/innenbel./gekörnt
Bremsen hinten 310 mm/innenbelüftet 310 mm/innenbelüftet
Radgröße vorn/hinten 9 x 20 9,5 x 19
Reifen vorn/hinten 245/30 R 20 265/35 R 19
Reifentyp Michelin Pilot Sport Cup Michelin Pilot Sport Cup+
Länge/Breite/Höhe 4198/1842/1322 mm 4198/1842/1342 mm
Radstand 2468 mm 2468 mm
Leistungsgewicht 3,4 kg/PS 3,6 kg/PS
Zuladung 414 kg 374 kg
Tankvolumen 60 l 60 l
Messwerte Avus TT RS 420 MTM TT RS
Beschleunigung
0– 50 km/h 1,5 s 1,4 s
0–100 km/h 4,2 s 4,2 s
0–130 km/h 6,9 s 7,1 s
0–160 km/h 10,2 s 9,8 s
0–200 km/h 15,3 s 15,6 s
0–250 km/h 26,7 s 26,6 s
Viertelmeile
0–402,34 m 12,54 s 12,61 s
Elastizität
60–100 km/h im 4. Gang 3,4 s 3,8 s
80–120 km/h im 5. Gang 4,0 s 4,6 s
80–120 km/h im 6. Gang 5,0 s 5,9 s
Höchstgeschwindigkeit
GPS-Messung 295 km/h (abger.) 297 km/h (abger.)
Bremsweg (Verzögerung)
100–0 km/h kalt 35,7 m (–10,9 m/s²) 34,3 m (–11,3 m/s²)
100–0 km/h warm 34,7 m (–11,1 m/s²) 33,8 m (–11,4 m/s²)
200–0 km/h warm 137,2 m (–11,3 m/s²) 131,2 m (–11,8 m/s²)
Testverbrauch
Ø auf 100 km 12,3 l Super Plus 12,3 l Super Plus
Reichweite 490 km 490 km
Leergewicht 1436 kg 1476 kg

Autor: Frank Wiesmann

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