Zwei getunte Porsche Carrera GT
— 17.08.2009Himmel auf Rädern
Willkommen im Porsche-Paradies. Bei einer Ausfahrt mit zwei veredelten Carrera GT klärt AUTO BILD SPORTSCARS die Frage: Reichen die 670 PS des Gemballa Mirage aus, oder sollte es besser der 9ff GT-T 900 mit 934 PS sein?
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Gemballas Mirage GT will kein Porsche Carrera GT mehr sein
Gemballa, seit 28 Jahren die Adresse für spektakuläre Porsche-Umbauten, betreibt das Thema nahezu fanatisch: "Mein Mirage GT ist kein Carrera GT mehr." Wer das Auto unter die Lupe nimmt, gibt ihm recht: Dank neuer Frontschürze kommt das Auto noch breiter, noch mächtiger, noch imposanter daher – eine Mixtur aus FIA-GT-Rennwagen und Predator. Speziell die auffällige Dachhutze hat es in sich. Sie soll vor allem die Seitenlinie des Carrera GT korrigieren – die Uwe Gemballa im Originaltrimm zu sehr nach "sportlichem Pick-up" aussieht. Der starre Heckflügel baut 20 Millimeter höher als der ausgefahrene Serienflügel. "Alles steht im Zeichen maximalen Abtriebs", erklärt Uwe Gemballa. "Das Serienfahrzeug fühlt sich bei hohen Geschwindigkeiten auf der Vorderachse zu leicht an. Wir haben den Abtrieb an der Vorderachse um 35, an der Hinterachse um 85 Kilogramm erhöht. Unser Auto liegt deshalb stabiler, ist dafür nicht mehr ganz so schnell." Das Modell "Special Edition" verfügt über einen nochmals erweiterten Ausstattungsumfang – zusätzliche Frontleuchten, Rückfahrkamera im Raketenwerferstil und Speziallackierung.9ff will nicht weniger als den schnellsten Carrera GT aller Zeiten bauen
9ff will kein Kunstwerk erschaffen, sondern einfach "den schnellsten Carrera GT der Welt" bauen – per Biturbo. Eine Lösung, nicht frei von Tücken: "Einen Hochdrehzahl-Sauger aufzuladen, ist riskant", erklärt Fatthauer. Dementsprechend lang die Entwicklungszeit: "Wir haben zehn Monate experimentiert, bis wir die Lösung gefunden haben: zwei KKK-Lader, die mit lediglich 0,7 Bar arbeiten. Mit der Ausbeute von 937 Newtonmetern und 934 PS sind wir ganz zufrieden. Das damit einhergehende Thermikproblem lösen wir mit Hilfe einer mit zusätzlichem Wasserkreislauf versehenen Ladeluftkühlung." Beim GT-T900 dreht sich alles um Power – die restlichen Tuningmaßnahmen sind Staffage: Spoilerlippe, Radsatz, Heckflügel, mattschwarze Folierung – nicht weiter wichtig. An einem sonnigen Julitag haben wir in Dortmund Gelegenheit, beide Fahrzeuge zu bewegen. Stehen vor der einzigartigen Chance, zwei einzigartige Autos im direkten Vergleich zu fahren. Die Nervosität ist mit Händen zu greifen.ANZEIGE
Die Performance des Mirage hebt sich nur in Nuancen von der Serie ab
Der präsentiert sich in Verbindung mit einem Vierrohrauspuff (samt Sportkats) in Bestform. Der Mirage GT flüstert nie, schmeichelt kein bisschen, röhrt auch nicht herzerwärmend. Er schreit und brüllt. Schön ist das nicht. Aber beeindruckend. Die Straßenlage präsentiert sich in Bestform: Das Sportfahrwerk – das dank Elektrohydraulik eine Anhebung des Autos um 45 Millimeter erlaubt – reduziert den Komfort, intensiviert das Fahrerlebnis aber ungemein. In Verbindung mit der ultradirekten Lenkung hat der Pilot stets das Gefühl, alles bestens im Griff zu haben. Der Hochdrehzahlmotor ist sich für keinen Kraftakt zu schade. Mit unerschöpflichem Atem schiebt das Auto an. Dabei hebt sich die Performance nur in Nuancen vom Serienfahrzeug ab: Auspuff und Optimierung des Motormanagements verhelfen dem Mirage GT zu moderaten 58 Zusatz-PS.Die Beschleunigung im 9ff GT-T900 fällt trotz Weichspüler barbarisch aus
9ff hat ebenfalls eine neue Kupplung installiert. Die funktioniert ähnlich gut wie die des Mitbewerbers – und erfordert zudem weniger Kraftaufwand. Auf Anhieb registriert der Pilot, dass der Fahrbarkeit Priorität eingeräumt wurde – vor der Erzielung plakativer Rekorde. Der Motor läuft geschmeidig, der Drehmomentverlauf wirkt füllig. Wer wild auf Asphalt radierende Gummis vermutet, liegt total verkehrt. Nur in den ersten beiden Gängen muss die Traktionskontrolle eingreifen. Trotz immenser Leistung fehlt jegliche bestialische Note, oder anders ausgedrückt: der typische 9ff-Effekt. Woran das liegt? Jan Fatthauer erklärt: "Wir wollten ausnahmsweise mal kein Turbomonster alter Schule, das einen nach kurzer Anlaufzeit aus den Socken pustet. Stattdessen arbeiteten wir auf einen Kraftfluss hin, der zum ursprünglichen Charakter des Saugmotors passt – ohne extreme Ausschläge." Unmissverständlich sei gesagt: Die Beschleunigung fällt trotz Weichspüler barbarisch aus. Vor allem der fünfte Gang hat es in sich. In ihm zieht das Auto genauso heftig durch wie im dritten – wenn nicht sogar noch nachdrücklicher.Genau da liegt die entscheidende Stärke: in der Allgegenwart der monströsen Power. Unterstützt von 9ff, schwingt sich der Carrera GT endlich zum uneingeschränkten Über-Performer auf – den nichts und niemand zu stoppen vermag. Im direkten Vergleich wirkt die 670-PS-Version plötzlich ein bisschen blutleer – untenrum schwächlich, ab 280 km/h nur noch begrenzt begeisterungsfähig. Das 9ff-Auto hingegen passiert die 300, ohne innezuhalten. Gerade mal 17 Sekunden sollen bis zum Erreichen der prestigeträchtigen Marke vergehen – woran wir keinen Zweifel verschwenden. Am Ende des Tages sehen wir unseren Verdacht endgültig bestätigt: Im Gegensatz zu menschlichen Superstars ist der Carrera GT tatsächlich unsterblich.
| Technische Daten* | 9ff Carrera GT-T900 | Gemballa Mirage GT |
|---|---|---|
| Motor | V10, Biturbo | V10 |
| Einbaulage | Mitte längs | Mitte längs |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/4 | 4 pro Zylinder/4 |
| Hubraum | 5733 cm³ | 5733 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 687 (934)/7750 | 493 (670)/8000 |
| Literleistung | 163 PS/Liter | 117 PS/Liter |
| Nm bei 1/min | 937/6900 | 630/5700 |
| Antriebsart | Hinterrad | Hinterrad |
| Getriebe | 6-Gang manuell | 6-Gang manuell |
| Bremsen vorn | 380 mm/innenbel./gelocht | 380 mm/innenbel./gelocht |
| Bremsen hinten | 380 mm/innenbel./gelocht | 380 mm/innenbel./gelocht |
| Radgröße vorn/hinten | 9,75 x 19/12,75 x 20 | 9,5 x 19/12,5 x 20 |
| Reifen vorn/hinten | 265/35 R 19/335/30 R 20 | 265/35 R 19/335/30 R 20 |
| Reifentyp | Michelin Pilot Sport 2 | Michelin Pilot Sport 2 |
| Länge/Breite/Höhe | 4613/1921/1166 mm | 4613/1921/1217 mm |
| Leergewicht/Zuladung | 1455/180 kg | 1484/151 kg |
| Leistungsgewicht | 1,6 kg/PS | 2,2 kg/PS |
| Tankvolumen | 92 l | 92 l |
| EU-Normverbrauch Ø auf 100 km | 19,4 l Super Plus | 17,9 l Super Plus |
| Beschleunigung | ||
| 0–100 km/h | 3,2 s | 3,7 s |
| 0–200 km/h | 8,5 s | 9,9 s |
| Vmax | > 380 km/h | > 325 km/h |
| Fahrzeugpreis ** | 709.324 Euro | 854.837 Euro |
| * Herstellerangaben, ** basierend auf dem letzten Carrera-GT-Neupreis von 464.398 Euro | ||
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naja immerhin holt gemballa die 670 PS aus einem saugmotor und 9ff muss zu turboladern greifen, was wiederum das drehzahlkonzept zu nichte macht.
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PS an Gemballa: Tolle Optik, nur die Motoren scheinen vertauscht, denn der MIrage GT sieht um einiges bissiger und schneller aus als der 9ff ist es aber nicht.
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