Zwei getunte VW Tiguan im Test

ABT VW Tiguan 2.0 TDI - Delta 4x4 VW Tiguan ABT VW Tiguan 2.0 TDI - Delta 4x4 VW Tiguan

Zwei wilde VW Tiguan im Test

— 19.06.2008

Hoch- & Tiefbau

Der VW Tiguan ist so erfolgreich wie unauffällig. Grund genug für Abt Sportsline und Delta 4x4, den Kompaktallradler optisch wie technisch von der breiten Masse zu separieren. Mit unterschiedlicher Ausrichtung: Fahrerschuhe oder Gummistiefel?

Fragen Sie doch mal einen Tiguan-Besitzer, was er unter Sportlichkeit versteht. Wahrscheinlich guckt er leicht verdutzt, hievt daraufhin die Heckklappe nach oben, verweist auf das Snowboard im Skisack und das fein säuberlich verstaute Rollerblade-Duo, deutet vielleicht nach den aufs Dach geschnallten Mountainbikes oder blickt lächelnd in Richtung der Kindersitze auf der Fondbank und unkt, Kinder seien schon Sport genug! Dass er aber mit leuchtenden Augen die Motorhaube tätschelt, seine Hand auf wohltemperierte, nach Abrieb duftende Sportpneus legt, von Querbeschleunigung, Längsdynamik und Verzögerung schwärmt, ist hingegen kaum zu erwarten. Es sei denn, er hat seinen kompakten Allradler einer gehörigen Rosskur unterzogen und den nach dem Common-Rail-Prinzip einspritzenden Vierzylinder-TDI von Spezialisten wie Abt oder Delta 4x4 von seiner Serienträgheit kurieren sowie das leicht schaukelige Fahrwerk von der Stange zugunsten höherer Kurvenkompetenz straffen lassen.

Immerhin beim Boulevardriding machen die Tiguan GTI & Co Konkurrenz

Der Abt ist mit seinen farblich kontrastierten Schwellern, dem aufgestockten Dachspoiler und Bicolor-20-Zöllern ein Hingucker.

Dass der GTI-Gemeinde nun die Knie schlottern, wäre aber zu viel gesagt. Dafür droht ernsthafte Konkurrenz beim Boulevardriding. Vor allem der Abt sendet mit seinem farblich kontrastierten Schwellerpaket, dem aufgestockten Dachspoiler und glanzpolierten Bicolor-20-Zöllern reichlich Blicklockstoff aus. Dynamisch durch und durch, basierend auf der Ausstattungslinie Sport & Style, mit kleinkalibrigem Endrohrquartett dekoriert und von geduckter Körperhaltung untermauert. Platt gedrückte Nasen am Seitenfenster gibt’s jedenfalls serienmäßig. Innenraumspione erspähen allerdings neben pointiert gesetzten Aluakzenten an Lenkrad und Pedalerie nur die VW-typisch nüchtern gehaltene Standardeinrichtung mit Seriengoodies wie Ledergestühl oder Festplattennavi, ahnen indes nichts vom hausgemachten Turbolader, der unter der Haube zwitschert und dem dort heimischen Zweiliter-Diesel saftige 200 PS inhaliert.

Delta 4x4 greift sich die Offroad-Variante, hebt die Karosserie um 30 mm an und legt so die verkümmerten Geländegene wieder frei.

Delta 4x4 lässt es gemächlicher angehen. Nicht nur, dass die Bayern dem TDI eine schwächer dosierte Leistungsspritze injizieren und den Vierzylinder per Zusatzsteuergerät auf 169 PS pushen, auch konzeptionell geht man andere Wege. Während Abt Sportsline eher die Sport-Komponente des SUV-Begriffs herauskehrt, streift Delta 4x4 sein Tuningpaket über die Offroad- Variante Track & Field, hebt die Karosserie um 30 Millimeter an und legt so die klassenüblich verkümmerten Geländegene wieder frei. Optisch nicht minder spektakulär: Vorn grüßt ein giftoranger Lippenstift samt lochprofi liertem Unterfahrschutz, hinten bitten zwei ovale Edelstahlteleskope zum tiefen Blick in die Abgasanlage und ein verspiegelter Rammschutz zur intensiven Betrachtung der eigenen Frontpartie.

Welcher Tiguan entscheidet das Sprintduell für sich? Das und mehr erfahren Sie oben in der Bildergalerie. Oder Sie laden sich hier den gesamten Test im Original-Layout als PDF herunter.

Autor: Stefan Helmreich

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