Zweimassenschwungrad

Zweimassenschwungrad

Zweimassenschwungrad

— 20.06.2002

Eine Masse Schwungräder

Erfolg im Verborgenen: Das 20millionste Zweimassenschwungrad ist beim Zulieferer LuK vom Band gelaufen.

Zweimassen - was? Die meisten Autofahrer werden vom Zweimassenschwungrad, kurz ZMS, noch nie etwas gehört haben. Kein Wunder, denn die unauffällige Scheibe tut im Verborgenen ihren Dienst. Im weitesten Sinne funktioniert das ZMS als Puffer zwischen Motor und Antrieb.

Weil der in fast jedem Auto eingesetzte Hubkolbenmotor mit seinen Verbrennungs-Takten Schwingungen im Antriebsstrang erzeugt, rasselt normalerweise das Getriebe und die Karosserie dröhnt. Das wollen die Ingenieure nicht, und der Kunde will es aus Komfortgründen schon gleich gar nicht. Um die Drehschwingungen zu minimieren, kam LuK-Entwicklungsvorstand Wolfgang Reik 1985 auf die Idee mit dem ZMS: Die Masse des herkömmlichen Schwungrades wird geteilt. Ein Teil gehört weiterhin zum Motor, der andere zum Getriebe. Verbunden sind beide über ein Feder/Dämpfungssystem, eine Kupplungsscheibe zum Getriebe übernimmt Trennen und Verbinden. Dadurch werden die Schwingungen des Motors gedämpft, das Getriebe entlastet und sogar Kraftstoff gespart.

Wegen dieser Vorteile bezeichnete Ex-BMW-Vorstand Wolfgang Reitzle in der frühen Entwicklungsphase das Zweimassenschwungrad als "Penizillin für den Antriebsstrang". BMW war auch der erste Kunde: Die Eta-Diesel-Motoren wurden mit einem ZMS ausgerüstet. Heute verbauen alle großen Autohersteller Zweimassenschwungräder.

Weitere Informationen zur ZMS-Technik gibt es direkt bei LuK als pdf-Dokument.

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