Zwölf Autos im Alltagstest

— 07.02.2007

Sieben Tage, 1000 Aufgaben

So hat AUTO BILD noch nie getestet: Eine Familie sucht das beste Auto. Tag für Tag, für die ganz normalen Dinge des Lebens. Sie vergleicht alles – von Kleinwagen bis SUV, von Kombi bis Van. Gibt's am Ende einen Alltagsmeister?



Die Auto-Welt ist groß. Faszinierend groß. Sie reicht vom kleinen Smart bis zur Luxuslimousine, die mit 250 Sachen durch die Welt reist. Vom hautnahen Roadster bis zum Van für die ganze Familie plus Hund. Wenn wir träumen dürften, hätten wir jeden Tag ein anderes, passendes Auto – das wär's. Aber am Ende muss immer ein einziges Modell reichen. Eines, das möglichst vieles kann. Eines, das uns zur Arbeit trägt, Kinder transportiert, die Oma einlädt, den Urlaub mitmacht, der Frau gefällt, dem Bankkonto auch. Ein Auto für die tausend kleinen Aufgaben zwischen Montag und Sonntag. Einfach das beste Gefährt für den Alltag. Wer packt die kleinen und großen Dinge des Lebens am besten? Zu einem bislang einzigartigen Test-Marathon schickt AUTO BILD zwölf Modelle, die für die ganze Breite des Auto-Angebots stehen: der Fiat Panda für die Kleinwagen, ein SUV wie der Mercedes ML 320 CDI, der BMW 320d als klassische Limousine, und der Ford Galaxy repräsentiert die Vans.

Sieben Tage, 1000 Aufgaben: Wer meistert den Alltag am besten?

Mit dabei sind alle, die täglichen Nutzwert versprechen: Opel Corsa, VW Golf, VW Touran, Skoda Roomster, der neue Dacia Logan Kombi, Audi A6 Avant, Toyota RAV4 und der Peugeot 1007 mit seinen praktischen Schiebetüren. Jeder Kandidat mit einer beliebten Motorisierung – also nicht dem günstigsten Basissparer, sondern dem, was Autokäufer bevorzugen: Diesel bei SUV und den großen Limousinen, Benziner bei den Kleinwagen. Und die unterschiedlichen Verbräuche haben wir jeweils auf die Benzinkosten pro 100 Kilometer umgerechnnet.

Ein echter Querschnitt also, deshalb bleiben Cabrios und Sportwagen draußen. Denn was hier zählt, ist nicht Glanz und Gloria, sondern Können und Kosten. Sieben Tage lang messen wir die Kandidaten an Aufgaben, wie sie jedermann auf dem Kalender hat: Einkaufen, Kinder fahren, der Weg zum Kino, Möbel einladen, Ausflüge und, und, und. Das Besondere: Wir scheren alle über einen Kamm, messen alle an einer Latte – egal, was sie kosten, was sie laden, ob sie Müttern gefallen oder den Senioren. Und die haben wir als Tester gleich mitgenommen, schließlich wollen wir die Autos auch mal mit anderen Augen sehen. Durch diese neue Brille suchen wir: den Alltagsmeister.

So wurde getestet

Neuer Mix Unsere Punktetabelle ist diesmal ein Wochenplan, weil jeder Tag neue Herausforderungen ans Familienauto stellt. Montag pendelt Karim zur Arbeit, bewertet Platz und Einstieg. Beim Großeinkauf am Dienstag kommt es aufs Einparken und -packen an. Mittwochs bestimmen vor allem die Kinder, was ihnen im Auto wichtig ist, testen Klapptische und Becherhalter. Anja legt als fürsorgliche Mutter Wert auf Sicherheit. Am Donnerstag geht es ins Kino. Am Möbeltag Freitag und am Reisetag Sonntag lädt die Familie ein, was das Zeug hält – sperrige Kisten ebenso wie weiche Reisetaschen. Samstag fährt Oma mit. Jeden Tag küren wir einen Sieger. Am Ende gewinnt das Auto, das die Woche am besten meistert.

Im Galaxy sind alle zufrieden, wenn es losgeht zur großen Urlaubsfahrt.

Neue Mannschaft Ein Alltagstest braucht Alltags-Tester. Deshalb erweiterten wir unsere Profi-Mannschaft um die Eltern Anja und Karim, die Kinder Antonia und Yannick, Oma Roswitha und Hund Bobbie. Sie erlaubten uns eine neue Sicht der Dinge, ungewöhnliche Perspektiven, die uns verschlossen blieben. Weil unsere Rücken jünger sind, uns das Spielerische der Kinder fehlt, und es uns trotz Fantasie an Vorstellungskraft mangelt, wie sich wohl ein Hund im Kofferraum fühlt. Natürlich kommen unsere erfahrenen AUTO BILD-Tester ebenfalls zu Wort. Schließlich zählen auch im Alltag Bremswege und Beschleunigung.

Neuer Maßstab Unser Alltagstest folgt neuen Regeln. Jedes Auto konkurriert mit jedem, egal wie klein, groß, schwach oder stark es ist. Wie im richtigen Leben, wo ein Fiat Panda mit einem Mercedes ML um Parklücken streitet. Bei den Motoren wählten wir die beliebtesten aus, vier Benzinern stehen acht Diesel gegenüber. Alle scheren wir über einen Kamm. Schließlich haben beide Vorteile, Benziner beim Kaufpreis, Diesel beim Verbrauch. Um sie direkt vergleichbar zu machen, haben wir mit tagesaktuellen Spritpreisen gerechnet, Fixkosten getrennt bewertet. Jeden Tag gibt es 100 Punkte zu verteilen. Geld und Kosten werden mehrmals berücksichtigt. Vor allem der Anschaffungspreis ist ein K.-o.-Kriterium, dafür gibt es die meisten Punkte.

Neue Messmethoden Was erleichtert Mamas Marathon zwischen Kindergarten, Arzt und Büro, hilft Oma beim Einsteigen und Papa beim Anschnallen der Kinder? Wir vergeben Punkte für Dinge, die uns bislang still erfreuten. Oder gewichten bereits in der Vergangenheit gewertete Kriterien stärker. Hinter weich klingenden Sammelbegriffen wie Kinderkomfort, Mütterfreundlichkeit und Seniorentauglichkeit stecken Messwerte und aktenfüllende Zahlenkolonnen. Wie hoch stehen die Rücksitze über dem Boden, wie groß ist die Türöffnung hinten? Ältere klagen über dunkle Schalter, Kinder über fehlende Tabletts. Steckt alles im Test.

Fazit nach sieben Tagen

Alltagsmeister ist der Ford Galaxy. Der Raumriese schaffte als Einziger im Test über 500 Punkte.

Am Sonntagabend zählt die Familie zusammen. Und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis. Das beste Auto für ihren Alltag, für alle Aufgaben von Montag bis Sonntag, heißt Ford Galaxy. Der moderne Van, groß, ruck, zuck umgebaut, sparsam und vergleichsweise günstig, erzielt als Einziger über 500 Punkte. Zweitbestes Alltagsauto ist der günstige Skoda Roomster (496 Punkte) noch vor dem VW Touran (474), den sein teures Benzin (braucht Super plus) zurückwirft. Drei Raumautos vorn – das kann nicht überraschen, weil unser Testschema einen Alleskönner gesucht hat. Und das Auto, das Jung wie Alt, Kindern wie Erwachsenen passt.

Zugegeben, wir haben die Testwoche vollgestopft mit allem, was ein Auto manchmal nur in einem ganzen Jahr verkraften muss. Andererseits kann so jeder das Modell herauspicken, das zu seinen Aufgaben passt. Überraschend auf Platz vier: der Golf (449). Kompakte sind Kompromisse – nicht umsonst die beliebteste Autoklasse. Mit großem Abstand folgen dahinter Autos, die weniger breitbandig spezielle Wünsche erfüllen. Der große und vielseitige Dacia Logan landet auf Platz fünf. Der RAV4 (400 Punkte) ist variabel, freundlich zu Senioren und Müttern, lässt aber Fahrkomfort vermissen. Den bietet der A6 Avant (399) ebenso wie gute Sitze und einen spritzigen Motor, doch der Audi ist teuer.

Als Edel-Limousine hatte der BMW 320d (387) in diesem Feld wenig Chancen, er punktet mit Spar-Diesel und Sicherheit. Der Corsa (383), Stellvertreter für dreitürige Kleinwagen, leidet unter schlecht nutzbarem Fond. Wie unpraktisch große SUV im Alltag sind, zeigt der Mercedes (362 Punkte). Ein ML ist Image, ein Panda schlicht klein. Und der Peugeot eine Prospekt-Schönheit: Eine praktische Schiebetür allein macht noch kein gutes Alltagsauto.

Den kompletten Test inklusive der Tageswertung von Montag bis Sonntag und der großen Abschlusstabelle können Sie hier als PDF herunterladen.

Autoren: Margret Hucko, Joachim Staat



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