Zwölf Sommerreifen im Test

Sommerreifen-Test 225/55 R 16V/W Sommerreifen-Test 225/55 R 16V/W

Zwölf Sommerreifen im Test

— 28.02.2002

So breit, so gut?

Format 205/55 R16: keine Größe für alle, aber eine Dimension für viele. Worauf C-Klasse, A4 und auch der Dreier abfahren: 16-Zöller-Gummi im Dutzendpack.

Das Breitreifen-Rennen

Reifengrößen und Börsenkurse haben eines gemeinsam: Sie müssen ständig wachsen, damit es brummt. Doch während steigende Börsenkurse die Wirtschaft in Schwung halten, müssen immer breitere Räder das Fahrzeug in Notsituationen so schnell wie möglich zum Stehen bringen. Und dafür braucht der Sommerreifen möglichst viel Gummi als Auflagefläche.

Deshalb bremsen Breitreifen grundsätzlich besser als schmale, zumindest solange ausreichend Profil vorhanden ist. Dazu bieten üppige Räder mehr Platz für größer dimensionierte Bremsanlagen oder sorgen für eine bessere Belüftung.

In der sportlichen Mittelklasse, wie bei unserem Testfahrzeug Mercedes C 200 K Avantgarde, kommt deshalb eine Felge mit einem Durchmesser von 16 Zoll (1 Zoll=2,54 cm) und ein dazugehöriger Reifen mit einer 205 Millimeter breiten Lauffläche zum Einsatz. Korrekte Bezeichnung: 205/55 R16.
Anzeige

Reifen-Finder

Diese Dimension hat sich mittlerweile zur neuen Standardgröße für Mittelklassefahrzeuge gemausert und wird in den kommenden Jahren an Bedeutung noch zunehmen. Besondere Priorität genießt sie bei den Reifenherstellern bereits als so genannte Entwicklungsgröße. Alle Neuerungen und Verbesserungen werden mit Vorrang zunächst in diesen Dimensionen erprobt und fließen nach erfolgreichen Tests sofort in die Serienproduktion ein.

Welcher hat am meisten Grip?

Doch wer baut den besten Reifen für die C-Klasse? Acht V-Reifen (zugelassen bis 240 km/h) rollen an die Startlinie. Zusätzlich wird das Feld um drei Kandidaten erweitert, die erst ab der Geschwindigkeitsklasse W (bis 270 km/h) erhältlich sind. Außer Konkurrenz dabei: der brandneue Sportcontact 2, der als reiner Sportreifen seine Qualitäten beweisen soll.

Zunächst der Sprung ins kalte Wasser. Wie reagieren die Gummis auf Wasserlachen und tiefe Pfützen? Der laufrichtungsgebundene Dunlop Sp Sport 9000 erweist sich als äußerst bodenständig, verliert erst als Letzter den Kontakt zur Fahrbahn. Eher verschnupft reagiert der finnische Nokian auf stehende Gewässer. Auch bei nasser Kreisfahrt und dem Handling auf bewässertem Parcours kommt er nicht so recht in Fahrt. Was dort möglich wäre, zeigen auf beeindruckende Art und Weise der Proxes T1-S von Toyo und Contis SportContact 2.

Sie scheinen mit allen Wassern gewaschen und laufen zur ganz großen Form auf. Perfekte Seitenführung, beeindruckende Lenkpräzision - die Testprotokolle liefern Bestnoten und Rekordzeiten. Dahinter, aber bester V-Reifen auf Nässe: der neue Bridgestone RE 720.

Wer beim Bremsen patzt, verliert

Mangelnde Seitenführung und deutliche Übersteuerungstendenzen bescheinigen die Tester dagegen den Reifen von Hankook und BF Goodrich. Unverzeihlich dagegen ihr schlechtes Abschneiden beim Nassbremsen. Die Schlusslaterne übernimmt der auf Nässe schwache A539 von Yokohama. Doch auch wenn die Sonne lacht, fehlt es dem Japaner am rechten Grip. Wieder patzt er beim Bremsen, landet deshalb insgesamt auf dem letzten Platz.

Viel besser: der Profiler G. Wieselflink schiebt sich der wasserscheue Goodrich-Pneu bei Trockenheit am Feld vorbei, fährt am Ende die schnellste Runde auf dem kurvenreichen Handlingkurs. Aber auch bei der Vollbremsung aus Tempo 100 kommt er als Erster zum Stehen. Nur geringfügig langsamer, doch mit perfektem Einlenkverhalten und harmonischem Fahrvermögen, kassiert der Michelin Pilot Primacy die Bestnote in der Trockenhandlingwertung.

Doch wer es zum Testsieger bringen will, muss in allen wichtigen Disziplinen vorn dabei sein. Und so landen am Ende der Bridgestone RE 720, der Dunlop SP Sport 9000 und der PremiumContact von Continental auf dem Siegertreppchen. Der außer Konkurrenz gestartete SportContact 2 hat ebenfalls das Zeug zum Sieger, gibt sich als reinrassiger Sportler überraschenderweise nicht einmal in der Komfortwertung eine Blöße.

Das Fazit des Tests

16-Zöller auf der C-KLasse sind nicht nur chic, sie überzeugen auch mit wirklich guten Leistungen. Gegenüber den kleiner dimensionierten 15-Zöllern bringen sie messbar mehr Sportlichkeit und auch Sicherheit ins Auto. Verglichen mit den knüppelharten Sportreifen der 80er Jahre müssen heutige C-Klasse-Fahrer nicht einmal auf den gewohnten Mercedes-Komfort verzichten.

Dennoch lassen sich nicht alle Reifen über einen Kamm scheren: Jeder Reifen hat seine Stärken. Da es aber bei der Reifenentwicklung nach wie vor unüberbrückbare Zielkonflikte in der Auslegung seiner Eigenschaften gibt, hat jeder Reifen auch irgendwo eine Schwachstelle. So begeistert das harmonische Fahrverhalten des Michelin Pilot Primacy auf trockener Piste, während er bei Nässe deutlich abfällt. Der Toyo Proxes T1-S ist dagegen auf Nässe unschlagbar und hat auf trockener Straße das Nachsehen.

So gewinnen am Ende die Reifen, die das Kunststück vollbringen, den besten Kompromiss für alle Fahrbahnzustände getroffen zu haben: der Bridgestone RE 720, der Dunlop SP Sport 9000 sowie der PremiumContact von Continental.

Den kompletten Artikel mit allen Daten erhalten Sie zum Preis von 1,00 Euro über unser Heftarchiv. Klicken Sie auf diesen Link, und Sie gelangen zum Download-Bereich.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.