M3 – ein Modellkürzel, das seit 25 Jahren für Fahrspaß und weiß-blaue Faszination steht. Der sportlichste
BMW 3er feiert Geburtstag. autobild.de gratuliert und lässt alle vier Versionen noch einmal Revue passieren.
Sportwagen-Evolution in vier Generationen: Fürs Foto posieren M3 E30, E36, E46 und E92 (von links) vor dem BMW-Vierzylinder in München. Der
aktuelle M3 ...
... ist ein reinrassiger Sportwagen mit Renntechnik für die Straße. Die jüngste Ausbaustufe trägt das Modellkürzel GTS und hat 450 PS unter der Haube.
Stärker, schneller, leichter – das ist das Motto beim M3 GTS. Nur 1530 Kilo bringt der GTS auf die Waage, 70 Kilo weniger als der normale M3.
Der auf 4,4 Liter aufgebohrte V8 dreht wie ein Derwisch, klingt dabei um mehrere Oktaven schärfer als ein die kleinere Version und ermöglicht eine Spitze von 305 km/h.
Weniger ist mehr: Die 70 Kilo Gewichtsreduktion wurden durch Weglassen der Fondsitze, der Klimaautomatik, des Audiosystems sowie durch Fensterscheiben aus Polycarbonat erreicht.
Der M3 GTS ist ein Genuss, der seinen Preis hat. Denn mit deftigen 136.850 Euro kostet der aufgemotzte Bayer ziemlich genau doppelt so viel ...
... wie ein ziviles M3 Coupé (ab 68.349 Euro). Die M-Variante des 3ers wird als viertürige Limousine, als Coupé und als Cabriolet angeboten. So viel Hightech wie im E92 war nie im M3 – Motor, DSC, Lenkung und Fahrwerk können auf den persönlichen Geschmack abgestimmt werden.
Der erste M3 mit acht Töpfen: Ein vier Liter großer V8 sorgt für mächtig Feuer unter der Haube. Das drehzahlgierige Triebwerk ...
... leistet 420 PS, schiebt das Coupé in 4,8 Sekunden aus dem Stand in den dreistelligen Geschwindigkeitsbereich und ist gut für 250 km/h – natürlich abgeregelt. Mindestens 66.400 Euro verlangt BMW für den Über-Dreier (Limousine).
Wer jedoch 2450 Euro für das M Drivers Package zahlt (Fahrerlehrgang inklusive), darf mit seinem M3 auch 280 km/h fahren. Für 520 Euro Aufpreis lassen sich Motor,
DSC (ESP) und Servolenkung auf den persönlichen Geschmack abstimmen.
M3-Statistik: Die Hälfte aller verkauften M3 werden als Coupé ausgeliefert, 35 Prozent als
Cabrio, der Rest als viertürige Limousine. Mittlerweile entscheiden sich drei Viertel aller M3-Käufer für das 3800 Euro teure Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen – eine gute Entscheidung.
Der Innenraum gibt sich gegenüber den übrigen Modellen der
E90-Reihe kaum verändert. Das Dreispeichen-Lederlenkrad kostet keinen Aufpreis. Über das Multifunktionsdisplay lässt sich die Charakteristik des M3 zwischen komfortabel und sportlich verstellen.
Variables Vorwarnfeld: Im Drehzahlmesser sind Leuchtdioden untergebracht, die unter anderem den zulässigen Drehzahlbereich beim Kaltstart definieren.
Bis 8400 Touren dreht der Achtzylinder – es ist der höchstdrehende Serienmotor, den BMW bis dato gebaut hat.
Doppel-Vanos und elektronisch gesteuerte Einzeldrosselklappen sollen nicht nur für optimale Leistungsentfaltung sorgen, ...
... sondern auch den Spritkonsum im Zaum halten: 12,4 Liter Super Plus (Sechsgang-Schaltgetriebe) gibt BMW als Mittelwert an – im 100.000-Kilometer-Dauertest von AUTO BILD genehmigte sich der V8 im Schnitt allerdings 14,7 Liter.
Und das ist der aktuelle Frisuren-Killer aus München: Wie schon seine beiden Brüder Coupé und Limousine gibt sich das Cabrio M-typisch muskulös.
In 22 Sekunden öffnet sich das Stahl-Klappdach und der M3 wird vom Coupé zum Oben-ohne-Renner. Wer es richtig krachen lässt, ...
... kann mit bis zu 250 km/h durch den Wind brettern.
Innen zeigt das Cabrio die gewohnte M3-Optik, aber wo das Coupé die Gurte mit einem dünnen Ärmchen anreicht, sind sie bei der offenen Variante in die Sitze integriert. Lederausstattung gibt es serienmäßig. Sogenannte "Cool-Partikel" im Bezug sollen auch in praller Sonne dafür sorgen, dass man nicht auf den Sitzen festbackt.
Der Vorgänger: Im Jahr 2000 lässt BMW den M3 der
Baureihe E46 von der Leine. Der kostete mindestens 100.000 DM, musste damals aber noch mit zwei Zylindern weniger auskommen, ...
... was am vehementen Vorwärtsdrang des rasanten Dreiers allerdings wenig ändert. Für den Standardsprint benötigt das Coupé lediglich 5,2 Sekunden. Mittel zum Zweck ...
... ist ein 3,2 Liter großer Reihensechszylinder mit 343 PS. Der Motor arbeitet nach dem Hochdrehzahlkonzept, lässt sich in Bereiche bis 8000 Touren scheuchen. Der Sound, den er dabei produziert ...
... ist infernalisch: Bei niedrigen Drehzahlen herrlich dumpf bollernd, steigert sich der Tonfall des Reihensechsers bei Annäherung an die Drehzahlgrenze zum bestialischen Brüllen.
Aus vier Endrohren trompetet der M3 seine Fanfare. Der Klangmix aus metallischem Ansaug- und sägendem Abgasgeräusch ist atemberaubend, die Gasannahme erinnert an einen Rennmotor.
Wie alle M3 gab es den E46 auch als Cabriolet. Den charakteristischen Powerdome auf der Haube hatten alle Karosserievarianten gemeinsam.
Sondermodell M3 CSL ("Coupé Sport Leichtbau") mit gewichtsoptimierter Karosserie: Ganze 110 Kilo spart BMW gegenüber dem Standard-M3 ein – unter anderem mit einem Dach aus Kohlefaser und Gepäckraumboden aus verstärkter Pappe. Der Motor leistet mit schärferer Nockenwelle und modifiziertem Ansaugtrakt jetzt 360 PS.
Die Spitzenposition als schnellster und teuerster aller bisher gebauter BMW M3 gebührt jedoch einem anderen Modell. 2001 wurde der für die amerikanische LeMans Series (ALMS) gebaute BMW M3 GTR der Öffentlichkeit präsentiert. Die Straßenversion (vorn) mit Vierliter-V8 leistet 350 PS. Preis: rund 250.000 Euro.
1992 kam die zweite Generation des M3 auf Basis des
E36. BMW bot das Spitzenmodell als zweitüriges Coupé, viertürige Limousine und als Cabriolet an. Der M3 E36 ...
... war der optisch unscheinbarste M3. Er kam ohne großes Spoilerwerk und Kotflügelverbeiterungen aus. Dafür ...
... brodelte es unter der Haube gewaltig: erstmals verrichtete im M3 ein Sechszylinder seinen Dienst – und was für einer! Mit 286 PS und 320 Newtonmeter Drehmoment war der E36 ein ernst zu nehmender Konkurrent für die schnelle Konkurrenz aus Stuttgart und aus Zuffenhausen.
Neben der variablen Nockenwellensteuerung Vanos und einer überarbeiteten
Einzeldrosselklappen-Anlage sorgte eine neu entwickelte Motorenelektronik für die nötige PS-Potenz. Das Dreiliter-Aggregat wurde später auf 3,2 Liter aufgebohrt und leistete 321 PS. Mit 80.700 DM Grundpreis war der M3 E36 ...
In einem M3 können tatsächlich vier Personen reisen. Mit Gepäck sogar: Der Kofferraum der viertürigen Limousine fasst beachtliche 405 Liter. Auch das Interieur erinnert eher an eine Luxuslimousine als einen puristischen Sportler.
Sehen besser aus, als sie sind: Die Sportsitze im E36 lassen die Insassen bei wilder Kurvenfahrt trotz dicker Seitenwülste unruhig hin und her rutschen. Auch die Verstellmöglichkeiten und eine variable Beinauflage ermöglichen keine optimale Sitzposition. Trotzdem genoss die zweite Generation des M3 einen ...
... durchschlagendem Erfolg: Fast 72.000 Einheiten aller drei Karosserievarianten verließen in den sieben Produktionsjahren das Werk Regensburg.
1985 kam der Ur-Knaller:
Der erste M3 basierte auf der
3er-Baureihe E30 und traf mit seinem kantigen Design, breiten Schürzen und fettem Heckspoiler den Zeitgeist der 80er-Jahre. Seine Wurzeln hatte der Straßen-Renner ...
... im Motorsport: Nach dem Produktionsstopp des
M1 im Jahr 1981 beauftragte BMW die Tochter M GmbH mit der Entwicklung eines Fahrzeugs für den seriennahen Tourenwagensport der Gruppe A (rechts im Bild die Rennversion).
Die nackten Zahlen: vier Zylinder, 16 Ventile, 200 PS (mit Kat 195 PS), 1200 Kilo Leergewicht, Sprint auf 100 in 6,9 Sekunden, Spitze 230 km/h. Stolze 59.800 DM verlangte BMW beim Marktstart 1986 für die Straßenversion des M3 – fast 20.000 DM mehr als ein 170 PS starker 325i. Aber warum nur vier Zylinder für so viel Geld?
Der von BMW-Motorenpapst Paul Rosche entwickelte Vierventiler hat 2,3 Liter Hubraum und das größere Leistungspotenzial als die kleinen Sechszylinder der M20-Reihe. Er stammt vom M10-Block ab, der in den 80er Jahren auch in der Formel 1 zum Einsatz kommt.
Das drehzahlgierige Aggregat gab es bis zum Produktionsende 1991 in verschiedenen Leistungsstufen. Den Gipfel bildete das Sondermodell M3 Sport Evolution mit 238 PS, das nur zwischen Januar und März 1990 produziert wurde. 600 Stück gingen durch die Händler-Hände.
Für die damalige Zeit sehr aufwändig war die Gemischaufbereitung des Vierzylinders: digitale Motorsteuerung Bosch Motronic mit Luftmengenmesser, Ansaugtrakt mit vier getrennten Kanälen und vier Drosselklappen.
Der im Leerlauf recht rappelige Sportmotor dreht blitzschnell bis knapp über 7000 Touren, geht aber bereits im unteren Drehzahlbereich giftig zur Sache – eine komplett andere Charakteristik als der seidenweiche M20-Sechszylinder im 325i der gleichen Ära, der stets kräftig gedreht werden will.
So simpel, so schön: Die zum Fahrer geneigte Mittelkonsole und ...
... der puristische, aber hochwertig verarbeitete Innenraum sind auch heute noch ein Vorbild für fahrerorientierte Ergonomie. Alle Instrumente und Tasten erklären sich von selbst.
Traum-Cabrio der Achtziger: Was damals ein Objekt der Selbstdarstellung für gut verdienende Großstadtmenschen war, ...
... gilt heute als Kultgegenstand: Originale, unverbastelte M3-Cabrios der ersten Generation sind rar. Für einen gepflegten Zweier-Zustand müssen Liebhaber um die 25.000 Euro hinblättern.
Die wahre Heimat des ersten M3 war die Rennstrecke. Bei Tourenwagen-Rennen fuhr er einen Sieg nach dem anderen ein. Der Italiener Roberto Ravaglia wurde im neuen M3 bereits 1987 Weltmeister der Gruppe A, ...
... und auch in der DTM räumte der E30-M3 mit zwei Meistertiteln und Dutzenden Rennsiegen kräftig ab. Der M3 war so populär, ...
... dass er es sogar zum Kunstobjekt brachte: Diesen schwarz lackierten M3 verwandelte der Aboriginal-Künstler Michael Jagamara Nelson 1989 in sieben Tagen unermüdlicher Arbeit in ein Meisterwerk der Papunya-Kunst.
"Das Auto ist eine Landschaft, so wie man sie vom Flugzeug aus sehen würde - ich habe das Wasser, das Känguruh und die Beutelratte einbezogen" – so kommentierte der Künstler sein Werk. Das bemalte Fahrzeug ist ein Rennwagen der Motorsport-Absteilung von BMW Australien.
Besonders farbenfroh ist auch das von Ken Done gestaltete M3 Art Car, ebenfalls aus dem Jahr 1989. Dabei sollte die Bemalung einerseits etwas von der Faszination zum Ausdruck bringen, die der M3 als schnelles Fahrzeug ausübt, andererseits auch typisch australisch wirken.
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.