Ist Fliegen wirklich schöner? Gar nicht so leicht zu beantworten, wenn Renngeräte aus der Königsklasse des Porsche-Tunings als Alternative bereitstehen. AUTO BILD SPORTSCARS hat fünf getunte ...
... Porsche 911 Turbo von Edo, 9ff, Speedart, Sportec und Techart zum Vergleich gebeten. Die Kandidaten haben allesamt mächtig Dampf im Heck und ...
... schieben ihre Nasen mit mindestens 325 km/h durch den Fahrtwind. Das ist wenig verwunderlich, wenn man weiß, dass es ...
... die aufgeblasenen Elfer zusammen auf 2870 Pferdestärken bringen. Damit kann man es natürlich auch auf der Nordschleife richtig schön fliegen lassen.
Laut röhrendes Porsche-Geschwader auf dem Grand-Prix-Kurs Nürburgring – ein Fest für Vollgas-Fans. Das ist aber nur ein Kriterium, um den Testsieger zu ermitteln. Als schneller Reisewagen oder Gran Turismo ist nämlich ...
... der Techart die erste Wahl. Er wirkt am solidesten, ist sehr gut verarbeitet und war der Einzige, ...
... dessen Bordcomputer keine Fehlermeldungen anzeigte. Die Abstriche bei der Sportlichkeit sind außerhalb von abgesperrten Rundkursen zu verschmerzen.
Mehr drin: 580 PS und 800 Nm Drehmoment erreicht der Techart-Umbau durch größere Turbolader, Sportluftfilter und ein geändertes Abgassystem – für stolze 26.000 Euro.
Da zieht er von dannen: Den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 erledigt der getunte Elfer in 3,4 Sekunden, ...
... nach 10,9 Sekunden stehen 200 km/h auf dem Tacho. Maximal sind 339 Sachen drin.
Sein Revier ist die Autobahn: Das Gewindefahrwerk des Techart, das die Karosserie bis zu 25 Millimeter näher an den Asphalt bringt, arbeitet mit Porsches PASM-Dämpfersystem zusammen und ...
... bietet den besten Fahrkomfort. Nur bei schlechten Straßen mit kurzen Stößen und hoher Geschwindigkeit führt die zu starke Dämpfung zu harten Auf- und Abbewegungen.
Die klassisch schönen Techart-Felgen sind in 19 Zoll für 5500 Euro (kompletter Satz) zu haben.
Dezent und kraftvoll: Das Auspuffgeräusch ist markant, wird aber nie zu laut oder zu aufdringlich.
Die Sitze sind die bequemsten im Vergleich, haben gegenüber der Konkurrenz allerdings etwas weniger Seitenhalt.
Geschmacksache: Das (zu) dick geschäumte Techart-Sportlenkrad kostet satte 1487 Euro Aufpreis, der bei ...
... einem Grundpreis von 142.954 Euro wohl keine große Rolle spielen dürfte.
Mit mächtig Dampf und einem noch einigermaßen zivilen Fahrwerk schiebt sich der Sportec auf Platz zwei. Er bietet den besten Kompromiss aus Schnelligkeit, ...
... Alltagstauglichkiet und bei Bedarf schnellen Rundenzeiten. Seine Biestigkeit im Grenzbereich erfordert allerdings einen geübten Fahrer.
Dampfmacher: Mit größeren VTG-Turbos kommt der Sportec wie der Techart auf 580 PS. Beim Drehmoment ist er mit 765 Nm etwas schlapper und ...
... fährt trotzdem allen Konkurrenten beim Sprint davon: Mit gewaltigem Turboschub beschleunigt der Wagen in 3,35 Sekunden auf Tempo 100. Ebenfalls nicht ...
... zu verachten: die Höchstgeschwindigkeit von 338 km/h. Die reicht in diesem exklusiven Starterfeld übrigens nur für einen geteilten dritten Platz.
Schwierig: Im Grenzbereich erwartet der Sportec SP 580 nach dem Einlenken sofort ein Gegenlenken, weil er stark übersteuert. Das ist nur was für Profis am Volant.
Kostbares Leichtmetall: Der Sportec-Radsatz "Mono10 Light" in 19 Zoll und Anthrazit ist für 5465 Euro zu haben.
Infernalisch: Der Tuner setzt auf einen Klappenauspuff, der sehr laute Geräusche erzeugen kann.
Der stilvolle Innenraum adelt den Sportec, entspricht aber der Serienausstattung.
Auch die angenehmen Schalensitze stammen aus dem Porsche-Zubehörkatalog.
Allein auf weiter Flur: Als Einziger setzt der SP 580 auf einen starren Flügel. Der kostet happige 10.499 Euro. Ansonsten ist der Wagen ...
... zumindest in diesem Vergleich eher günstig: Mit einem Grundpreis von 137.500 Euro ist er das zweitbilligste Angebot.
Das überragende Fahrwerk des Edo kommt einem Rennwagen schon sehr nahe und bringt dem Shark GT den dritten Platz. Wegen der betont auf Rennen ausgerichteten Abstimmung ...
... bleibt die Alltagstauglichkeit auf der Strecke. Der Edo ist eine gute Wahl für Fahrer, die gern und oft auf Rundkursen unterwegs sind.
Dreht sehr gleichmäßig und beißt in jedem Bereich heftig zu: Der Sechszylinder-Boxer im Edo-Trimm leistet 550 PS und schickt 790 Nm an die Hinterräder, die ...
... den Shark GT in 3,44 Sekunden auf Landstraßentempo schieben. Spitze: 338 km/h.
Beim Bremsen der Beste: Mit warmer Anlage steht der Shark aus Tempo 100 nach 35,9 Metern.
Indifferent: Bei kurzen Stößen quietscht das Edo-KW-Competition-Fahrwerk wie ein altes Sofa, bietet aber höchste Lenkpräzision und den besten Grip an der Vorderachse.
Elegant: Die dreiteiligen Leichtmetallräder im Doppelspeichen-Design belasten das Budget mit 6539 Euro.
Der Sound des Shark GT ist brachial laut und kreischt bei hohen Drehzahlen turbinenartig.
Bis auf die Recaro-Lederschalen und den Alu-Pedalsatz entspricht der Wagen innen der Serie.
Automatik: Als Einziger schickte Edo seinen Elfer mit Tiptronic an den Start.
Nur für Hartgesottene: Insgesamt ist der Shark GT für den Alltagsbetrieb zu kompromisslos auf Rundstrecken-Bestzeiten ausgelegt.
Der Teuerste: Edo verlangt für den getunten Porsche 911 Turbo einen Grundpreis von 147.000 Euro.
Das kompromisslose Rennteil von 9ff macht zwar viel Spaß, ist im Altagsbetrieb aber zu laut, zu hart und zu teuer. Zumal der 9ff ...
... auf dem Rundkurs nicht erfüllt, was man aufgrund seiner Leistung und dem Fahrwerk erwarten dürfte. Viel hilft eben nicht immer viel. Deshalb Rang vier.
Beim Motor lässt 9ff kaum eine Schraube unverändert. Das Ergebnis sind satte 630 PS und ein brachiales Drehmoment von 840 Nm. Damit müsste der ...
... TR-63 eigentlich ganz vorne in der Sprintwertung liegen, aber am Ende reicht es nur für Platz zwei. Mit 3,37 Sekunden von 0 auf 100 muss er sich knapp dem Sportec-Porsche geschlagen geben.
Schneller ist keiner: Mit 343 km/h Höchstgeschwindigkeit zeigt der TR-63 seinen vier Konkurrenten das Heck.
Dafür kaufen andere ein ganzes Auto: Der Satz dreiteiliger Schmiedefelgen mit Zentralverschluss kostet 11.680 Euro.
Donnerhall: Gegen das Auspuffgeräusch des 9ff klingen die Posaunen von Jericho wie Kirmeströten.
Ein Fall für zwei: Die leichten Recaro-Schalen geben perfekten Seitenhalt. Die Rücksitze wurden ausgebaut.
Bescheiden: Nur das 9ff-Logo unterhalb der Klimaautomatik weist auf den getunten Porsche hin. Weniger zurückhaltend ...
... gibt sich der Tuner beim Preis: In der Basisversion kostet der TR-63 144.500 Euro. Wer das Komplettpaket ordert, kommt auf stolze 207.874 Euro.
Schnell auf der Rennstrecke, günstig in der Anschaffung: In der Summe seiner Eigenschaften wäre der Speedart der Gewinner gewesen. Aber ...
... zwei eingerissene Spoiler in einer Woche – das geht nicht. Auch wenn der Tuner beteuert, der Grund sei eine geänderte Seitenschürze gewesen.
Wie der Name schon sagt: Mehr Ladedruck und Änderungen am Abgassystem bescheren dem Speedart 530 PS.
Fahrleistungen: In 3,45 Sekunden geht der aufgeblasene Elfer auf Tempo 100 und erreicht maximal 325 km/h.
Der BTR 530 wurde von allen Kontrahenten am wenigsten modifiziert, mit überraschendem Ergebnis: 1:38,53 Minuten auf der Kurzanbindung des Nürburgring ließen den anderen keine Chance.
Die geschmiedeten einteiligen 19-Zoll-Räder kosten im Satz 5465 Euro.
Der Klappenauspuff erzeugt dralle Geräusche, geregelt wird er per Knopfdruck.
Farbenfroh: Poppige Akzente in Gelb bringen frischen Wind in den Innenraum.
Das 340 Millimeter kleine Lenkrad liegt gut in der Hand und kostet 890 Euro extra.
Das "Schnäppchen" im Test: Mit einem Grundpreis von 137.058 Euro langt Speedart am wenigsten zu. Auch das volle Paket für 175.000 Euro bleibt im Vergleich zu den anderen noch im Rahmen.
Dicht beisammen: Beim Sprint wirkt sich die Leistungsdifferenz von bis zu 100 PS kaum aus.
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