Happige 50.000 Euro für ein Bodykit, fast 30.000 Euro für mehr PS – Wahnsinn, oder? Alles relativ. Zwar gibt es für diese Beträge bereits waschechte Sportler. In der Luxusklasse, ...
... wo sich
BMW M5,
Mercedes CLS 63 AMG und
Porsche Panamera Turbo tummeln, gelten aber eben andere Gesetze. Auch wenn die Werke bereits kräftig die Leistungskeule schwingen, muss nach Meinung der Tuner AC Schnitzer, Techart und GSC noch mehr gehen. Und wer im Villenviertel parkt, ...
... will seinen Panamera nicht suchen müssen, sondern bereits von weitem erkennen – Luxusprobleme eben. Doch was steckt nun hinter den sündhaft teuren Modifikationen dieser drei Power-Limousinen? Gestartet wird dieser ...
Vergleich mit einer kleinen Vorstellungsrunde. Gestatten: AC Schnitzer
M5 ACS5 Sport. 620 PS, 790 Newtonmeter Drehmoment und in 4,1 Sekunden auf Tempo 100.
Der Neue in der Liga: GSC
CLS 63 AMG Stealth auf Mercedes CLS-Basis. Hier wüten 680 PS und 950 Newtonmeter Drehmoment unterm Blechkleid. In 4,3 Sekunden liegen 100 km/h an.
Kandidat drei: Techart
Panamera Turbo Grand GT. 630 PS, 880 Newtonmeter und Allrad versprechen jedenfalls Höchstleistungen. Beim Launch-Control-Start drehen alle vier Räder kurz durch, ...
... bevor wenig später eine 3,5 für den 100er-Sprint auf dem Display erscheint. Auch bis 200 ist die schwarze Limo mit 11,8 Sekunden bei der Musik, ...
... lässt einen Werks-Panamera Turbo zwei Sekunden hinter sich. Doch dann wird die Luft dicker. Man spürt, wie sich die breite Karosserie im Wind sperrt. 37,6 Sekunden vergehen bis 300.
Die Federung des Techart gibt sich trotz des Serienfahrwerks hölzerner als die Abstimmung des Schnitzer-M5.
Know-how: Eigens entwickelte Turbolader generieren 130 PS mehr als die Serie.
Mehr Fauchen als Bollern entweicht dem im Techart-Stil designten Sportauspuff.
Wermutstropfen: Das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe ...
... verrichtet seinen Dienst zu langsam und ...
... das Zusammenspiel von Serienfahrwerk und Rädern mit dicken Distanzplatten wirkt unharmonisch und steif.
Zum "Grand-GT"-Bausatz zählt auch der gewaltige Heckflügel, der einen Tick zu dick aufträgt.
Auch wenn der monströse "Grand-GT" auf der Rennstrecke ganz klar die Nummer eins ist, bleibt als Endergebnis nur Platz 3. Er ist mit 250.193 Euro einfach viel zu teuer.
Tief geduckt und breitbeinig rollt der CLS basslastig brodelnd an die Startlinie. Seine Anfahrtraktion ist schlechter als die des Schnitzer M5, 950 Newtonmeter fallen über die Michelin-Pneus her.
Etwas weniger Luftdruck, statt Race-Start "S+"-Modus, ESP aus, gefühlvoller Gaseinsatz durch die ersten zwei Gänge bis etwa 80 km/h. 4,3 auf 100 liegt zwar noch auf Werksniveau (CLS 63 AMG PP). Mit 11,1 auf 200 und 28 Sekunden auf 300 deklassiert der mattgraue Benz aber nicht nur die Serie, ...
... sondern auch seine beiden Kontrahenten deutlich. Auf der Autobahn schiebt der 5,5-Liter-Biturbo am souveränsten an.
Wie AC Schnitzer geht auch GSC ausschließlich elektronisch vor und schaltet so zusätzliche 130 PS und 250 Newtonmeter frei. Weitere 25 Pferdchen weckt die ...
... großvolumige Sportauspuffanlage. Deren Clou: Ihre Endrohre tarnen sich mit den Serienblenden. Die Powerzusätze kosten zusammen 12.500 Euro. Weitere 19.000 verschlingt das Bodykit. Klingt nach viel, doch dafür gibt’s auch viel.
Die Automatik ...
... schaltet nicht so flink wie das DKG von BMW.
Die flachen Reifen (30er- und 25er-Querschnitt) und das Gewindefahrwerk reichen Querfugen straff durch. Ausreichend Restkomfort ist dennoch vorhanden. Einzige Auffälligkeit: Vibrationen an der Vorderachse zwischen 120 und 160 km/h. "Die Federn passen vorn noch nicht optimal. Wir bessern nach", verspricht GSC.
Die Motorhaube beherbergt einen breiten Schacht, der eigentlich der Warmluftabfuhr dienen könnte. Eigentlich, denn der Schlitz ist geschlossen.
Der "Stealth"-CLS von GSC fühlt sich geradeaus sauwohl. Keiner beschleunigt schneller auf 200 und 300 km/h. Damit belegt er Platz 2.
Für die Standardmessungen auf 100, 200 und 300 km/h ist die serienmäßige Launch-Control im Schnitzer ACS5 Sport unbrauchbar, produziert viel Rauch statt Zeitgewinn.
Die Lösung: Zart aus dem Stand starten und beim ersten Schlupf manuell in den Zweiten schalten. So schafft man die von Schnitzer versprochenen 4,1 Sekunden auf 100.
Nach 12,4 Sekunden liegen 200 km/h an, weitere 24,1 Sekunden später Tempo 300.
Ein Zusatzsteuergerät und ...
... Sportauspuffanlage bringen 60 Extra-PS. Der V8-Biturbo gibt seine Kraft sehr gleichmäßig ab. Selbst nahe dem Drehzahlbegrenzer ist noch Druck vorhanden. Das Doppelkupplungsgetriebe funktioniert herrlich ...
... – im D-Modus schön geschmeidig, auf schnellster Schaltstufe sportlich hart.
Der M5 fährt sich rundum sportlich souverän, lenkt beherzt ein. Subjektiv merkt man dem Schnitzer seine zwei Tonnen Lebendgewicht nicht an. Die mit Sportbelägen aufgerüstete Serienbremse hält, ...
... doch zu viel Übersteuern kostet Zeit, und auch die schon zu Testbeginn abgenutzten Hinterreifen verhindern eine bessere Rundenzeit. Im Ergebnis reicht das trotzdem für Platz 1. Alle drei sind schnelle, ...
... ansehnliche und spaßbringende Viertürer. Doch AC Schnitzer schnürt das beste Paket in diesem Vergleich. Die Aachener verfeinern gekonnt Motor und Fahrwerk zu bezahlbaren Preisen. Der optisch gelungene "Stealth"-CLS von GSC fühlt sich vor allem geradeaus sauwohl. Keiner beschleunigt schneller auf 200 und 300 km/h. Techart wird Dritter, ...
... ist aber kein Verlierer. Der monströse "Grand-GT" ist schneller als die Serie, auf der Rennstrecke ganz klar die Nummer eins, aber in diesem Vergleich einfach eine Nummer zu teuer.
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.