Wer wird Chef im Großstadtrevier? Der neue Opel Corsa steht hier im Mittelpunkt – kann er sich gegen sieben Konkurrenten durchsetzen?
Der Rüsselsheimer führt hier die Mannschaft an. Der Chefsessel wird aber dem Yaris (rechts außen) zugeteilt. Der Japaner schnappt sich zudem den Titel des Preis-Leistungs-Siegers.
Typische Kleinwagen-Charakterzüge legt der Yaris (15.150 Euro) beim Fahren an den Tag. Die labile Führung des Schalthebels und das Knistern hochgewirbelter Steinchen im Radhaus ...
... lassen ihn billig erscheinen. Völlig unnötig: Der Toyota zeigt tolle Verarbeitung, mehr als akzeptable Sprintwerte ...
... und tadelloses Fahrverhalten in Kurven. Kein Wunder: ESP ist hier serienmäßig an Bord. Ein Partikelfilter ist aber nicht lieferbar.
Frisch und futuristisch: Das Interieur des Toyota ist schwungvoll gestaltet; hinter dem Lenkrad gibt's ein Handschuhfach. Das Display für die Klimakontrolle ist etwas unglücklich arrangiert.
Wem sitzt der Schalk im Nacken? Großen Hinterbänklern im Yaris nicht – hier drückt nur die zu kurze Kopfstütze.
Im Kofferraum punktet der Yaris zum einen mit den vielfachen Verstellmöglichkeiten der Rückbank, zum anderen mit dem ansehnlichen Ladevolumen: 275–1183 Liter. Die Heckklappe ...
... könnte aber ruhig ein bisschen weiter aufschwenken.
Wenn das Wörtchen "wenn" nicht wäre, wäre Opel Testsieger. Wenn also Opel ESP ab Werk anbieten würde und mehr Garantie, hätte der Corsa das Zeug zum Revierleiter. So bleibt dem 16.185 Euro teuren Rüsselsheimer nur Rang zwei.
Die Fahrversuche meistert der mit ESP (350 Euro) ausgestattete Testwagen sicher, Bremsen und Fahrleistungen liegen im grünen Bereich. Nur bei der Abstimmung der Lenkung ....
... haben die Opel-Entwickler übertrieben. Sie reagiert viel zu direkt – wenig feinfühlige Fahrer schlagen einen verdächtigen Zickzack-Kurs ein.
Breitseite: Die Ladeöffnung ist angenehm breit, die Klappe schwingt schön weit auf.
Gutes Mittelmaß: Bis zu 1100 Liter Gepäck gehen in den Corsa. Auf der rechten Seite ...
... wartet ein Reifenflickset mit meterlangem Luftschlauch auf seinen Einsatz.
Glasklar ablesbare Instrumente, griffiges Lenkrad und große Drehregler bestimmen das Opel-Cockpit. Auf Wunsch gibt es auch viel Rot und sogar edlen Klavierlack.
Beim sehr leisen und weichen dCi-Motor des Renault (86 PS) gibt es nichts zu meckern. Das sparsame Triebwerk entwickelt angenehm gleichmäßig Leistung, gibt auch bei niedrigen Drehzahlen ...
... brauchbar Kraft ab. Im Fahrbetrieb offenbart der 16.900 Euro teure Clio aber etwas Disziplinlosigkeit. Insgesamt reichte es aber für den dritten Platz.
Kurs halten: Die schwammige Lenkung vereitelt den großen Kurvenspaß.
Nette Farbtupfer: glänzende Applikationen im Clio-Cockpit. Das Lenkrad lässt sich leider nur in der Höhe einstellen, die Lenkung selbst ist zu indirekt.
Klasse: Im Clio gibt's eine integrierte Kinderkopfstütze im Fond (75 Euro Aufpreis).
Gar nicht so übel: Der Kofferraum fasst 288–1028 Liter. Bei nach vorn geklappten Lehnen stört allerdings die hohe Kante.
Die Türen schließen nicht selbsttätig. Ein stabiler Zuziehgriff an der Kofferraumklappe erleichtert aber das Zuklappen.
Polo im Kurvenfieber: Dank der guten Lenkung machen auch kleine, enge Straßen Spaß. Davon abgesehen ...
... zeigt sich der VW (Platz vier in der Gesamtwertung, 15.150 Euro) straff gefedert, souverän im Fahrverhalten und vorbildlich funktional. Einen Partikelfilter gibt es immerhin gegen Aufpreis (575 Euro).
Bei den Spurtwettbewerben hielt sich der Polo im guten Mittelfeld. Doch der laute, bis in Schalthebel und Kupplungspedal vibrierende 80 PS-Dreizylinder, der in einem insgesamt höheren Drehzahlniveau werkelt, kostet Sympathie.
Typisch VW: funktionales und übersichtliches Cockpit mit klaren Anzeigen. Das Lenkrad ist weit in Tiefe und Höhe verstellbar.
Nicht den Kopf hängen lassen! Auch wenn die Sicht nach hinten durch die üppigen Kopfstützen der Rückbank behindert wird.
Große Klappe, aber nicht allzu viel dahinter: Das Kofferraumvolumen ...
... ist mit maximal 1030 Litern durchschnittlich, doch es stören eine kleine Stufe im Boden und die hohe Ladekante.
Hinter dem Polo ordnet sich der Italiener auf dem fünften Rang ein. Er meistert auch schnell gefahrene Kurven fahrstabil, der auf Knopfdruck justierbaren Lenkung fehlt aber auch in der strafferen Einstellung der Bezug zur Straße.
Die neue Größe: Der Grande Punto streckt sich auf 4,03 Meter und gehört damit zusammen mit Clio und Corsa in den Kreis der neuen großen Kleinen um die Vier-Meter-Marke. Der Preis für den gewachsenen Punto: 15.750 Euro.
Verbrauchsmeister: 5,0 Liter Diesel auf 100 Kilometer sind eine Ansage.
Griffiges Lenkrad, etwas kleine Anzeigen und ein schwer abzulesenes Klimaanlagen-Display – so präsentiert sich der Grande Punto innen.
Praktisch beim Rangieren: Auf Knopfdruck ändert sich der Kraftbedarf für die Servolenkung.
Immer rin ins gute Stück! Die weit aufschwenkende Heckklappe und ...
... eine geteilt umklappbare Rückbank erleichtern das Beladen. Auch die Fondsitzfläche lässt sich teilen. Das Volumen: 275 bis 1020 Liter.
Raumwunder Mercedes: Das variable Gepäckteil des A 160 CDI schluckt bis zu 1350 Liter – der Topwert in diesem Wettbewerb. Bei aufgestellten Lehnen sind es 370 Liter.
Auch super: die große, hoch aufschwenkende Klappe.
Vorbildlich funktionale Anzeigen und Bedienelemente – ein Mercedes eben. Die praktischen Multifunktionstasten im Lenkrad gibt es serienmäßig. Das hohe Qualitätsniveau kostet: 21.112 Euro.
Zum Umfallen: Die klappbare Beifahrersitzlehne kostet 348 Euro Aufpreis.
Das Fahrverhalten des Benz ist extrem sicher, das ESP (serienmäßig an Bord) greift früh und beherzt ein.
Schwer(fällig)er Schwabe: Der A 160 CDI ist mit 1365 Kilo das Schwergewicht im Vergleich. Das macht sich in Kombination mit dem nur 82 PS schwachen Motor beim Spurtwettbewerb gewaltig bemerkbar: 14,3 Sekunden vergehen, ...
... bis der Mercedes Tempo 100 erreicht. Auch beim Elastizitätstest musste er die Konkurrenz ziehen lassen. Dazu steht im Gegensatz der beachtlich niedrige Dieseldurst von 5,4 Litern auf 100 Kilometer.
Flitze-Ford: 180 km/h Spitze, das schafft in diesem Test nur der Fiesta. Auch beim Sprinten ...
... hat der Ford eindeutig die Nase vorn: 11,6 Sekunden von null auf 100, das ist eine glatte Sekunde schneller als die zweitplatzierten Hyundai und Toyota.
Unsinnig: ESP gibt es nur im 600-Euro-Paket mit einem Bordcomputer.
Der Fiesta gibt sich zwar sehr agil beim Einlenken, aber etwas ungeschickt in der Bedienung: Hinten entriegelt die Klappe nur per Schlüssel. Das Schließen ...
... funktioniert dafür aber angenehm leichtgängig.
Nicht sehr erfreulich ist der Blick in den Laderaum. Erstens, weil das Ladevolumen mit maximal 974 Litern nicht gerade berauschend ist. Und zweitens, weil die Materialien arg billig wirken.
Ein in griffgünstiger Reichweite angesetzter Schalthebel, aber ein nur in der Höhe verstellbares Lenkrad kennzeichnen den Ford-Fahrerplatz.
Obwohl in keiner Disziplin schlecht, bleibt dem Hyundai Getz (14.690 Euro) nur ein abgeschiedener Platz im Hinterzimmer der Dienststelle.
Immerhin: Der etwas labberigen Schaltung und einer trägen Lenkung stehen die komfortable Federung und ein beherrschbares Fahrverhalten gegenüber.
Enttäuschend: die Bremsleistung. Wie Ford Fiesta und VW Polo überschreitet der Getz die 40-Meter-Grenze der Bremsprüfung von Tempo 100 auf null.
Unpraktisch: die Klapp-Griffe des Getz.
Bunte Mischung: Der kleine Hyundai trägt fröhlich-farbige Applikationen im Cockpit. Die Drehregler der Klimaanlage sind zwar einfach und funktionell, aber leider zu tief platziert. Die Sitzpolster sind etwas zu weich geraten.
Die Rückbank wird nach der Wickelmethode zusammengefaltet. Die Heckklappe ...
... schwingt für große Leute nicht weit genug auf.
Wer ist Chef im Stadtrevier? Acht Autos bewerben sich um den Posten.
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