Zweimal Alfa Spider: Zwischen dem linken und dem rechten Exemplar liegen mehr als 40 Jahre Automobilgeschichte. AUTO BILD hat die jüngste Ausgabe des rassigen Italieners zur Ausfahrt mit seinem Urahn gebeten.
Blechkleider im Wandel der Zeit: Rote wie weiße Karosserie stammen ...
... vom italienischen Autodesigner mit dem klangvollen Namen Pininfarina. Im Vergleich zum filigranen Oldtimer ist der neue kein asketisches Sportgerät, sondern ein Wohlstandsauto mit reichlich Hüftgold. Dafür hat er auch schon reichlich Kritik einstecken müssen. Egal, geliebt wird er trotzdem.
Der legendäre 1750er ist zurück: Der Neue ist stärker (200 PS, 320 Nm), sauberer und sparsamer. Schöner ist allerdings der alte Motor (114 PS, 171 Nm) mit seinen beiden Nockenwellen.
Alfa Romeo selbst ist der neuzeitliche 1750 Spider gar nicht groß aufgefallen. Die Italiener verstecken den geschichtsträchtigen Hubraum unter der humorlosen Typenbezeichnung 1.8 TBi 16V.
Der offene Alfa auf Basis des Brera kann durchaus vergnüglich sein: In 7,8 Sekunden geht es auf Tempo 100, maximal sind 235 km/h drin. Das einzige, was dem Motor fehlt, ...
... ist der typische Sound, der seinem historischen Urahnen entweicht. Aus den vier Endrohren des neuen Spider klingt es irgendwie brummend, aber keinesfalls aufreizend.
Ein Klassiker seit Jahren: Alufelgen im unverwechselbaren Alfa-Design. Dahinter die feuerroten Sättel der Bremsanlage.
Das historische Erbe schimmert nur noch leicht durch am Arbeitsplatz des aktuellen Alfa Spider. Drei Uhren auf der Mittelkonsole sind aus früheren Zeiten übriggeblieben.
Alles andere als ein Schnäppchen: Für den Alfa Spider 1.8 TBi 16V werden 31.950 Euro fällig.
1750 – eine Zahl mit glanzvoller Historie, 1968 wiederentdeckt für die vorläufige Topversion des legendären Doppelnockenwellen-R4. Damals reichten 115 PS für große Begehrlichkeiten. Da war der zugehörige Spider ...
... schon weltbekannt: Im Jahr zuvor röhrte der liebestrunkene Benjamin Braddock (Dustin Hoffman) damit zur Musik von Simon & Garfunkel durch den Film "Die Reifeprüfung" – bis ihm der Sprit ausging. Und das passiert ...
... bei einem durchschnittlichen Spritverbrauch von 13,6 Litern Super relativ rasch.
1968 hatte der Spider noch das klassische Rundheck, das – wie die Arbeiter der Fabrik meinten – wie ein "Osso di Sepia" aussah. Das ist ein Tintenfisch-Knochen, zu Deutsch "Kalkschulp", was der wachsenden Popularität des Italieners aber nicht schadete. Ziemlich schnell hat sich ...
... Spider als Synonym für den offenen Alfa verselbstständigt. Spinne deswegen, weil die Gestänge der Klappverdecke in der Urzeit des Automobils an Spinnenbeine erinnerten. Das ist nachvollziehbar, denn das Verdeck zeigt ungeniert die von Hand zu bedienende Mechanik.
Italienische Windmaschine: Ohne die neuzeitlichen Segnungen eines Windschotts wird es im Alfa bei 188 km/h Spitze ziemlich stürmisch.
Wenn die Reifen über eine nicht ganz ebene Asphaltpiste rollen, erinnert der Duetto an eine Hängebrücke im Orkan, wenn er so über die Bodenwellen schlingert. Entschädigt wird man dafür ...
... von dem wundervollen 1750er-Motor mit seinem röchelnden, kehligen Klang aus dem schräg stehenden Endrohr und ...
... einer Offenheit, bei der man noch spürt, was Fahren im Freien bedeutet.
Historischer Arbeitsplatz: Der Spider versprüht den Charme der 1960er mit Holzlenkrad, Armaturenträger aus Metall und Kippschaltern.
Starke Gene: Die drei Rundinstrumente in der Mitte des Armaturenbretts gibt es im offenen Alfa auch heute noch.
Klare Sache: Wer über diesen Schaltknüppel gebietet, der weiß auf den ersten Blick, in welchem Auto er sitzt.
Die Geschichte der legendären Typenbezeichnung begann mit einem Reihensechszylinder und 80 PS. Das reichte 1929 im Alfa 6C 1750, um bei Rennen wie der Mille Miglia Siege einzufahren.
Guilia GT 1750: Das Coupé ("Bertone") hat die gleiche Technik wie der Spider. Gebaut wurde der Zweitürer von 1967 bis 1971.
Alfa 1750 Berlina: die größere, glattere und stärkere Schwester der Giulia. Sie wurde von 1968 bis 1972 gebaut.
Spider 1750 Veloce: hier mit kurzem Heck, das 1969 das Rundheck ablöste. Bis 1983 wurde der Spider gebaut, der 1750er allerdings schon 1972 vom stärkeren 2,0-Liter abgelöst.
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