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Alpine A110 im Test

Alpine A110
Die Alpine A110 betritt erneut die automobile Bühne. Mit gleichem Namen und gleichem Konzept wie ihre legendäre Vorgängerin, bei allem Wiedererkennungswert aber ohne peinliche Retro-Reime. Wir haben der gallischen Sportlerin die Sporen gegeben.
Bild: Christoph Boerries
Alpine A110
Schon der erste flüchtige Blick beim Kennenlernen macht klar: Die Alpine ist in den letzten Jahrzehnten größer geworden. Bleibt mit einer Länge von 4,18 Metern (einst 3,85 m) bei 1,80 Meter Breite (1,60 m) aber erfreulich kompakt. 
Bild: Christoph Boerries
Alpine A110
Und flach. Gegenüber der Uroma legt sie zwar um zwölf Zentimeter auf 1,25 Meter zu, bewahrt sich aber die Proportionen einer Sportlerin.
Bild: Christoph Boerries
Alpine A110
Das Einsteigen fällt leichter als gedacht. Gesunde Beweglichkeit reicht, schon empfangen uns optisch imposante Schalensitze. Perfekt sitzen wir darin nicht. Es gibt zwar selbst für Zwei-Meter-Mannen genug Platz. Die nicht verstellbare Lehne steht aber zu flach und geizt mit dem Halt im Schulterbereich.
Bild: Christoph Boerries
Alpine A110
Fahren wir mal los. Da wir auf dem Trockenhandlingkurs des Contidroms bei Hannover stehen, gleich mal mit Alarmstart. Und der geht so: Fuß auf die Bremse, Startknopf drücken, Fahrmodus auf "Sport" (oder "Track"), beide Schaltwippen ziehen, bis vor uns "Launch Control ON" leuchtet, ...
Bild: Christoph Boerries
Alpine A110
... Gaspedal durchtreten und Bremse lösen – ab geht die blaue Flunder, als hätte sie Zaubertrank im Tank.
Bild: Christoph Boerries
Alpine A110
Der 1,8-Liter-Vierzylinder (gab's früher auch) hinter dem Piloten röhrt zornig (und ziemlich laut), die Hinterräder quietschen leise, und die A110 schießt in 4,6 Sekunden auf Tempo 100, rennt bei 250 km/h in den elektronischen Begrenzer.
Bild: Christoph Boerries
Alpine A110
Ganz schön flott, die 1107 Kilo leichte Madame. Das beweist auch die Zeit auf dem Rundkurs. Nach 1:35,28 Minuten ist die Alpine einmal rum – Respekt. Wobei der Zeitenjäger wissen sollte, was er tut. Und welche Knöpfe er drückt.
Bild: Christoph Boerries
Alpine A110
Den Modus "Normal" brauchen wir nur zum Rumrollern. Dann schaltet das Siebengang-DSG schnell, aber nicht immer passend, die Lenkung arbeitet gefühlvoll, aber manchmal übereifrig, die Federung fängt lange Wellen locker ab, stolpert aber unfein über Kanten und Krater. 
Bild: Christoph Boerries
Alpine A110
Wechseln wir zu "Sport", wird es interessant. Die Gänge fliegen, das ESP lässt dem Heck etwas mehr Freiheit, Gefahr besteht dennoch keine – auch nicht für die Bestzeit.
Bild: Christoph Boerries
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"Track" beschert uns schließlich durchaus dramatische Driftwinkel und ungeübten Fahrern das eine oder andere Aha-Erlebnis. Gegenlenken sollten Sie also nicht nur vom Hörensagen kennen. Wer das beherzigt, fühlt sich im Track-Modus wie ein richtiger Rennfahrer und unglaublich schnell. 
Bild: Groupe Renault
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Störend wirkt vor allem, dass die Automatik sich freinimmt und wir von Hand schalten müssen – da die großen Schaltpaddel sich nicht mit dem Lenkrad mitdrehen, ist das kein Vergnügen.
Bild: Christoph Boerries
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Wer das ESP komplett abschaltet, erlebt die hinterradgetriebene Mittelmotor-Schönheit dann als wahre Diva. Jetzt muss das Timing stimmen, darf kein Einsatz verpasst werden – sonst parkt das gute Stück neben der Strecke.
Bild: Christoph Boerries
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Zu ungestüm in die Kurve? Dann schiebt Madame trotzig geradeaus. Rettungsversuch auf der Bremse? Schon wackelt die Schönheit ihren Hintern frech in den Vordergrund – inklusive wildem Gegenschlag. Nichts für Anfänger und Amateure.
Bild: Christoph Boerries
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Selbst geübte Gasgeber brauchen ein paar Runden, um sich mit der Alpine anzufreunden, stanzen dann aber eine tolle Zeit in unsere Contidrom-Bestenliste – und geben den Fahrersitz anschließend nur noch sehr widerwillig frei.
Bild: Christoph Boerries
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Die blaue Flunder auf unseren Fotos gehört übrigens zur Première Édition, ...
Bild: Christoph Boerries
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... die für 58.000 Euro ziemlich komplett vorfährt, allerdings längst ausverkauft ist.
Bild: Christoph Boerries
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Und wann die "normalen" Versionen (wohl ab etwa 54.000 Euro) zu den Kunden rollen, lässt sich derzeit noch nicht absehen. Insider unken, dass es durchaus ein oder zwei Jahre dauern könnte.
Bild: Christoph Boerries
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Das Fazit von Gerald Czajka: "So schön, so schlank, so schnell – der Alpine kann man einfach nicht widerstehen. Ein derart aufs Fahren fokussiertes, leichtgewichtiges und bildschönes Sportcoupé findet sich so schnell kein zweites Mal. Dass die Alpine dabei alles andere als perfekt ist und auch mal zickt, verzeihen wir ihr nicht nur – es macht die Sache umso spannender."
Bild: Christoph Boerries