Kennen Sie den Werbespruch "Unterm Strich zähl' ich"? Täglich wird man im Straßenverkehr daran erinnert. Drängeln, Hupen, Blockieren – der Egoismus nimmt immer mehr zu. Und wenn man an der Ampel bei orange bremst oder eine Kreuzung frei hält, sieht man im Rückspiegel den Hintermann schimpfen.
"Es ist absurd. Da hält man sich an Recht und Gesetz und wird dafür noch bepöbelt", klagt AUTO BILD-Redakteur Andreas May. "Ich, ich, ich. Das Motto vieler Autofahrer ist zum Heulen, denen ist jede Form von Anstand und Moral abhandengekommen." Dabei zählt unterm Strich die Freundlichkeit. Die würde ...
... vieles einfacher machen. Doch oft steht das Ego im Weg. Sich überholen zu lassen ist für immer mehr Autofahrer in Deutschland ein Greuel. Das ergab eine Umfrage der IMAS-Marktforschung zum Verhalten im
Straßenverkehr. Während es im Jahr 1991 noch 78 Prozent der Befragten egal war, überholt zu werden, ...
... gaben das 2011 nur noch 69 Prozent an. Auch das Verhalten bei überfüllten Straßen hat sich verändert: Heute versuchen fast doppelt so viele Autofahrer, ...
... sich "durchzuschlängeln", um schneller vorwärts zu kommen als vor 20 Jahren (17 statt neun Prozent).
Eine Erklärung dafür liefert die Studie auch, nämlich immer größere Unterschiede bei der Geschwindigkeit: Sowohl der Anteil der Fahrer, die gern ihren Wagen "voll ausfahren", als auch der der "gemächlichen Fahrer" ist leicht gestiegen. Dagegen sank die Zahl der Fahrer, die von sich sagen, dass sie durchschnittlich schnell unterwegs seien.
Die Ungeduld am Steuer nimmt zu, der Griff zur Hupe wird immer häufiger.
Immerhin ist die grundsätzliche Freude am Autofahren ungebrochen. 87 Prozent der Befragten gaben an, sich gerne hinters Steuer zu setzen – exakt genau so viele wie vor 20 Jahren.
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