Der Klassiker
Aston Martin DB5 Vantage und sein moderner Nachfahre der
DBS. Diese zwei muss man einfach erlebt haben.
Es gibt Klassiker, die sind in ihren Sammlergaragen prima aufgehoben; andere, die einen bereits auf den ersten Metern killen wollen; und solche wie ihn, die nicht nur gefahren werden wollen, ...
... sondern sich auch richtig fahren lassen. Verhätschelt werden möchte der Vierliter allerdings nicht, dann grantelt er und schlurft Befehlen ziemlich lustlos hinterher.
Wer ihn jedoch bei Laune hält, die Drehzahl nie unter fünfzehnhundert sacken lässt und die kurzen Gänge immer schön bis fünftausend zieht, kommt unweigerlich zu dem Schluss, dass ein DB5 für Action keinen Helden braucht.
Dieser massive Antritt, wenn die Weber Feuer machen; das markige Hochdrehen, ...
... wenn ihm 393 Newtonmeter den Hintern auf die Straße pressen; die Soundkulisse, die sich von Teillastgesang zu metallischem Röhren hochschaukelt; ...
... seine monumentale Lenkung, mit deren Holzkranz man ihn immer wieder auf Kurs zerren muss und unten im schmalen Fußraum, wo einem die Abwärme des Antriebs nach und nach die Zehen durchgart, will mit Schmackes und Zielwasser gegen stehende Pedale getreten werden.
Wie im überwiegenden Teil der gut 1000 gebauten DB5 sitzt man am rechten Fleck, während der linke Arm durch ein eng gestepptes Fünfganggetriebe stochert.
Hübsch anzusehen sind die Borrani-Speichenräder in der Zivilversion ohne Messer an den Muttern. Am Ende ist es nur das hohe Gewicht, das verhindert, ...
... dass es der DB5 zum Sportler schafft. Gleichzeitig nehmen ihm die anderthalb Tonnen – ein E-Type wiegt 200 Kilo weniger – aber auch jene Flatterigkeit, mit der viele seiner Mitstreiter zu ringen haben.
Keine Frage, es gibt stärkere Autos zu seiner Zeit und ein paar, die tatsächlich schneller sind, doch kein einziges, das schnell, stark und dennoch Gran Turismo ist.
Diesen schmalen Grat bewandert seit 2007 auch der DBS. Auf der einen Seite die Leichtigkeit, mit der er sich der Linie hinterherfädelt; ...
... auf der anderen die Ruhe, die er dabei bewahrt, und dazwischen – quasi als Essenz – die perfekte Balance zwischen Performance und Genuss, für die man mittlerweile jedoch die doppelte Zahl Zylinder braucht.
Im Gegensatz zum DB5, den man permanent anfachen muss, lässt sich der 5,9-Liter des DBS auch einfach mal so dahinglimmen.
Er beherrscht den Schwelbrand ebenso wie die Explosion, ...
... brodelt mit 570 Newtonmetern und 517 PS durch die Mitte, drückt kräftig, dreht energisch und reagiert spontan, auch wenn er einen dabei immer spüren lässt, dass man gerade Großes bewegt. Zum Längsdynamiker wird er – immer im Rahmen versteht sich – ...
... nur in Begleitung der sequenziellen Touchtronic, die ihm verblüffend rabiat ins Transaxle kickt. Aufregender erlebt man ihn aber handgeschaltet, wenn der schnaubende V12 erst mit der Kupplung gebändigt werden will, ...
... bevor man sich am Vollalu-Schaft Gang für Gang in die 300 klimmt. Um Sekunden geht es dabei nicht; es zählt, wie man sie erlebt. Die Sitze stehen einem sportlichen GT bestens; darüber: Glattlederhimmel.
Pianolack, Kohlefasereinlagen und schwarze Lederweiten kontrastieren mit Echtalureglern und Magnesiumpaddeln. Schlüssel und Ascher sind aus Glas.
Aston Martin hat mit dem DBS ein exklusives Reservat erschaffen, in dem Leistung noch aus Kultur gezüchtet wird. Mit 517 PS steht ...
... der DBS heute jedenfalls für genau dieselbe absurde Verknüpfung aus Eleganz und Krawall wie künftig ein Vanquish und damals der DB5.
Der DB5 formt 1963 das Ideal vom Hochleistungs-GT, dem auch der DBS nacheifert. Beide verkörpern das sportliche Maximum, ...
... das man sich als Aston Martin erlauben kann.
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