007 jagt 911: Mit dem neuen V8 Vantage bläst Aston Martin zum Angriff auf Platzhirsch Porsche.
Willkommen in der Aston-Welt: Cockpit, Mittelkonsole und Recarositze stammen aus dem größeren, 144.000 Euro teuren DB9. Der V8 Vantage ist zwar immerhin 40.000 Euro günstiger, liegt damit aber dennoch deutlich über dem Porsche (86.949 Euro).
Der Baby-Aston ist ein echter Hingucker: stark und dezent, elegant und zeitlos unaufgeregt. Dieses unitalienische Understatement schätzen die Aston-Fahrer ebenso ...
... wie die Exklusivität des Vantage, der nur 2500mal pro Jahr gebaut wird. Das verlangt auch ...
... Mut zu weiten Wegen: Es gibt bundesweit nur 13 Händler. Bei Porsche sind es 85.
In Sachen Stil und Leistung landet der Brite auf Anhieb in Reichweite zum Porsche. Gewicht und Auslegung stempeln ihn aber eher zum GT-Coupé.
Was soll man sagen? Dieser Aston ist einfach hinreißend. Der Schöpfer dieser Eleganz, Henrik Fisker, baut inzwischen Autos unter seinem eigenen Namen.
Ein paar Impressionen der Fisker'schen Designsprache: elliptische Frontscheinwerfer, ...
... schmale Bumerang-Heckleuchten, ...
... dezenter Lufteinlaß.
Wer will denn schon 18-Zöller? Laut Aston Martin niemand, auch wenn's die umsonst gibt. Die 19-Zöller kosten 1425 Euro extra.
Links drücken, rechts ziehen: So springt der bündige Öffner aus dem Türblech hervor.
Stilmäßig sozusagen die Warze auf der Nase: Der häßliche Schlüssel mit Ford-Bart will so gar nicht zum noblen Briten passen.
Schlau: Die Türen schwingen um zwölf Grad nach oben und arretieren dank kluger Scharniere in jeder Position. Das Einsteigen ...
... würde deshalb eigentlich gut klappen. Wäre da nicht ...
... die Handbremse, die nach den Hosenbeinen schnappt. Dafür sitzt man tief eingebunkert wie in einem Supersportler.
Weiser weg: Der Monitor des Navi-Systems versteckt sich unterm Deckel oben in der Mittelkonsole.
Der Designer soll gesagt haben: "Instrumente sollen gut aussehen, das reicht." Klar, wenn stört's, daß das Ablesen schwierig ist?
Öffne die Tore und zeig, was du hast! Der Blick unter die Heckklappe ...
... offenbart ein schwarzes Loch mit für einen Sportler beeindruckenden 300 Liter Fassungsvermögen. Doch es gibt ja nicht nur ...
... hinten eine Klappe, sondern auch vorne. Und der Blick darunter ...
... ist noch erfreulicher: Dort wohnt der gewittrig grummelnd Achtzylinder – 385 PS stark und mit einer Soundskala gesegnet, die spätestens mit ihrem Trompeten ab 4000 Touren süchtig machen kann.
Ein bißchen zuviel des Guten: Der Einfüllstutzen übertreibt die Show ...
... so wie die Plakette: Der V8 wird in Köln gebaut.
Der Vantage spielt vom ersten Kilometer an das massive Männerspielzeug. Die 1650 Kilo sind dem Briten bis ins Lenkrad anzufühlen. Der Schalthebel verlangt in den unteren Gängen einen Händedruck wie von Klitschko und die großen 19-Zoll-Räder ...
... rumpeln beim Bummeltempo hart über kleine Absätze. Doch auf der Autobahn ...
... fliegt das Alu-Auto so unbeirrt geradeaus wie Bonds Projektile. Mit bis zu 280 km/h.
Da geht noch mehr: Der Carrera schafft in der Spitze Tacho 293. Auch beim Sprinten ...
... hat der Porsche den Spoiler vorn: Er braucht 4,7 Sekunden bis Tempo 100, der Aston Martin 5,2. Daß er dabei auch noch ...
... 5,7 Liter weniger Sprit verbläst – 11,5 statt 17,2 –, macht das Ganze noch angenehmer.
Läßt man den Porsche fliegen, regelt er im Grenzbereich feinfühlig ab. Erst bei abgeschalteter Elektronik wechselt der Hecktriebler zickig zwischen "Geht-noch" und "Game-over".
Der 3,8-Liter-Boxer läßt sich aus Bummeltempo blitzschnell wecken und dreht williger hoch als der behäbiger erwachende Briten-V8. Er leistet 355 PS; 30 mehr ...
... als im normalen Carrera. Äußerlich erkennbar ist die Mehrleistung ...
... am grauen S-Schriftzug und ...
... den serienmäßigen Bi-Xenon-Scheinwerfern. Beim Aston kosten die 710 Euro Aufpreis.
Schöner Rücken ...
... kann verzücken.
Warum die Bremssättel nicht rot machen? Die Anlage hat etwas Aufmerksamkeit verdient: Rund 34 Meter Bremsweg sind sensationell. Die 19-Zöller gibt's serienmäßig.
"Schwäbisch-funktionelles Interieur ohne jedes Chi-Chi" – so empfindet Redakteur Joachim Staat die Atmosphäre im Porsche. Alte Design-Sünden ...
... wie verschachtelte Anzeigen und elliptische Schalter sind beseitigt, aber die Mittelkonsole ist weiterhin überladen mit Schaltern im Handyformat.
Übliche Anordnung (in einem Porsche): Der Drehzahlmesser sitzt mittig. Der Begrenzer greift bei 7200 Touren ein.
E-Sitze und Leder gibt's beim Briten kostenlos – der Porsche-Fahrer muß 1473 bzw. 1316 Euro hinlegen. Dafür passen die Sitze aber hervorragend. Nicht ganz so gut ...
... ist die Lenkradposition: Es läßt sich nicht weit genug herausziehen.
Zeit ist Geld: Die teure Porsche-Uhr kostet im Paket 742 Euro.
Jaaa! Das ist Alltagstauglichkeit!
Ups. Das ist weniger alltagstauglich: 135 Liter Kofferaumvolumen. Aber schließlich gibt's da auch noch die Rücksitze und ...
... das Handschuhfach, in das einiges an Kleinkram gestopft werden kann. Damit nichts wegkommt, ...
... ist das Fach auch abschließbar.
Elegant: Der Türöffner gefällt durch sein schlichtes, zeitloses Design.
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