Mini sieht Rot: Mit dem
A1 schickt
Audi einen starken Gegner ins Rennen um den schönsten Kleinwagen. Sieht der Cooper jetzt wirklich alt aus? AUTO BILD hat die beiden Kontrahenten auf der Suche nach einer Antwort verglichen.
Design und Karosserie: Wunderbar, diese Kontraste. Da kriegt die Mode-Klientel richtig was zu grübeln. Audi setzt dem kulleräugigen Ist-der-nicht-süß?-Mini einen präzise konturierten Dreitürer mit Kuppel-Dach entgegen, ...
... statt des kantigen Steilhecks fließt die coupéhafte Linie des A1 mit ausgeprägter Bogenform der C-Säulen nach hinten. Seine LED-Leuchten ...
... sind in die Heckklappe integriert. Wird sie geöffnet, sorgen bei Dunkelheit zwei weitere innenliegende LED-Leuchten für Sicherheit.
Scheint der
Mini aus dem Lego-Baukasten zu stammen, verströmt der A1 den technischen Charme von Fischer-Technik – etwas kühl vielleicht, dafür aber bestens durchkonstruiert.
Rundlich oder kantig? Dem knuffigen Mini-Design setzt Audi einen scharf gezeichneten A1 entgegen. Das dürfte Diskussionen geben – ist am Ende aber natürlich Geschmackssache.
Innenraum: So edel wie der A1 wirkt kein anderer Kleinwagen. Typisch Audi eben: Mit hochwertigen Materialien und ...
... guter Verarbeitung gleicht der
A1 eher
A3 oder
A4 als dem sonst in dieser Klasse üblichen Standard. Ob Instrumente, ...
... Schalter oder Hebel – alles lässt sich gut bedienen und fasst sich solide an. Ein Feuerwerk für Augen und Fingerspitzen. Ganz anders jedenfalls ...
... als der
Mini. Hier dominiert Plastik im verspielten Stil. Retro-Kippschalter, ...
... pizza-großer Mitteltacho und verschnörkelte Türtafeln mögen zwar lustig aussehen, ...
... praktisch sind sie nicht. Allein die Sitzverstellung – ein Fingernagel-Killer, ...
... während im
Audi perfekte Drehräder die optimale Einstellung der Lehnen garantieren.
Der Mini ist eben kein Perfektionist und will es auch nicht sein. Schließlich wird der kleine Engländer gerade für seine ungewöhnlichen Details geliebt
Motor und Antrieb: Vorname Mini, Nachname Cooper, ein Titel, der verpflichtet. 122 PS und 160 Nm schickt der von BMW entwickelte Vierzylinder in den Antriebsstrang. Ein spritziges Aggregat, viel besser als die Chrysler-Maschine im Vorgänger.
Seinen Meister findet der Cooper im
A1 1.4 TFSI (122 PS, 200 Nm). Denn der kleine Direkteinspritzer wird von einem Turbo aufgeladen und hängt jederzeit spritzig am Gas. Gleich nach dem Einkuppeln geht es mächtig vorwärts, ...
... schon bei 1500 Umdrehungen liegen 200 Newtonmeter an und ziehen den Audi souverän durch die Lande. In 8,9 Sekunden geht es laut Werksangabe aus dem Stand auf Tempo 100, maximal sind 203 km/h drin. Das hohe Drehmoment ...
... fördert eine schaltarme Fahrweise. Selbst im dritten Gang kann der A1 abbiegen, ohne ruckelig oder antrittsschwach zu werden.
Von so viel Kraft im Keller kann der
Mini-Fahrer nur träumen, aber auch er schafft 203 km/h Spitze und absolviert den Sprint auf Tempo 100 in 9,1 Sekunden. Beim Anfahren wirkt der Cooper stets etwas klebrig und kommt erst ab 4000 Umdrehungen richtig in Schwung, ...
... dann aber mit Gebrüll – ein echter Sportmotor, der nach Drehzahlen giert. Alte Schule eben. Schade, dass die Schaltung spürbar hakeliger arbeitet als im
Audi.
Fahrdynamik und Komfort: Auf engen Landstraßen und Bergpässen gibt es nichts Besseres als den Mini. Das bleibt auch so.
Vor allem seine extrem direkte Lenkung sorgt für bestmögliche Agilität. Dazu kommt die aufwendige Multilink-Hinterachse, die im Grenzbereich perfekt stabilisiert.
Doch der
A1 ist überraschend nah dran. Respekt, was Audi aus dem VW Polo gemacht hat. Straffere Federn und geschärfte Lenkung ...
... verwandeln den A1 in einen Draufgänger. Das Schöne: Er ist nicht zu hart, ...
... selbst mit 17 Zoll großen Rädern rollt der Testwagen anständig ab. Dank guter Dämmung bleiben Wind- und Abrollgeräusche weitgehend draußen, ...
... während Mini-Insassen speziell auf der Autobahn ein Geräuschgewitter erdulden müssen, als säßen sie im Stadion direkt beim Vuvuzela-Orchester.
Wer verreisen will, sitzt im A1 deutlich besser, weil entspannter. Zumindest auf den vorderen Plätzen, ...
... außerdem bietet der Audi-Kofferraum (267–920 Liter) über 100 Liter mehr Volumen – allein das kann ein K.o.-Kriterium ...
... für den
Mini sein, der zwischen 160 und 680 Liter schluckt.
Kosten: Eindeutiger Vorteil für den Audi A1: 18.200 Euro kostet er als 1.4 TFSI, ...
... 19.300 Euro der gleich starke
Mini Cooper. Bei beiden Autos gibt es eine lange, lange Aufpreisliste.
Damit der A1 wie auf den Fotos richtig gut aussieht, überschreitet er ganz schnell die 20.000-Euro-Schwelle. Unabhängig vom Neupreis liegt der Audi beim Verbrauch vorn, ...
... auf unserer 130 Kilometer langen Ausfahrt schluckte der A1 rund einen halben Liter weniger auf 100 Kilometer als der Mini Cooper.
Platz zwei geht mit vier von fünf Sternen an den
Mini Cooper: Die Fahrspaß-Maschine hat mit dem A1 einen echten Gegner bekommen. Nach objektiven Maßstäben ist er klarer Verlierer.
Volltreffer!
Audi hat den Polo zum trendigen Kleinwagen veredelt. Technik und Anmutung vom Feinsten, zudem günstiger als der Mini. Mit fünf Sternen siegt am Ende der
A1. Ob der kleine Ingolstädter vielleicht auch zu Ihnen passt, erfahren Sie in der
großen Kaufberatung.
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