Audi setzt im flinken Windhund A3 1.4 TFSI auf einen modernen Motor, der BMW 116i steht mit dem Maßnahmenpaket Efficient Dynamics an der Ampel still wie ein lauerndes Krokodil. Und Mercedes will seinen A 170 mit der Blue-Efficiency-Strategie zum genügsamen Kaltblüter machen.
AUTO BILD lässt die Neuzüchtungen gegeneinander antreten. Welcher verputzt unter normalen Fahrbedingungen am wenigsten, wer hat darüber hinaus die Nase vorn, wenn es um Euro und Cent geht?
Beim Testverbrauch ermitteln wir auf der AUTO BILD-Runde (71 km Stadt, 30 km Landstraße, 63 km Autobahn) einen praxisnahen Durchschnitt. Für den Minimalverbrauch fahren wir mit leichtem Gasfuß. Vom Hersteller kommt die Werksangabe.
Der Windhund: Er ist drahtig, ausdauernd und spurtstark: Der A3 ist ein Renner. Und er ist ein Asket. Der durchtrainierte Greyhound rennt los wie gedopt. So knackt der A3 1.4 TFSI fast mühelos die 200-km/h-Schallmauer, wetzt in rund zehn Sekunden auf Tempo 100.
Modernes Triebwerk: Der aufgeladene Vierzylinder des A3 hat Mumm und ist trotzdem genügsam. Auch ohne Start-Stopp-Automatik sind 5,7 Liter Verbrauch möglich.
Spart (theoretisch): Das LED-Licht des A3 mit geringer Stromaufnahme.
Spart tatsächlich: Das Sechsgang-Schaltgetriebe des A3 mit langer Übersetzung.
Der aufgeladene 1.4er des A3 ist ein kleines Kraftpaket. Der Vierzylinder zieht bereits bei niedrigen Drehzahlen beeindruckend satt durch und wird auch bei hohen Drehzahlen niemals laut. Dieser Windhund kann in seinem zweiten Leben schnurren wie ein Kätzchen. Der Testsieger kostet 23.580 Euro.
Das Krokodil: Der 1er hat's im Grunde nicht eilig. Erst wenn er gereizt wird, stürmt er vor. Aber so richtig vorwärts geht es nicht. Dem verhältnismäßig drehmomentarmen 1.6-Vierzylinder fehlt der rechte Biss, um aus dem Stand loszustürmen.
BMW knausert mit allen Mitteln. Der 1.6er muss ohne Turbo auskommen, ihm fehlt Druck aus dem Drehzahlkeller.
Zudem braucht der Motor teures Super plus, um volle Leistung zu bringen. Das Krokodil ist ein teurer Feinschmecker.
Pfeil rauf heißt Verbrauch runter beim BMW 1er: Die Schaltempfehlung im Cockpit gibt den sparsamsten Gang vor.
Minimal sind 5,6 Liter Durchschnitt im 1er möglich. Der 116i ist für 22.760 Euro erhältlich.
Der Kaltblüter: Die A-Klasse arbeitet sich unauffällig durch den Alltag. Schneller Galopp liegt dem 116 PS starken A 170 nicht. Nur am Futtertrog wird der Mercedes gieriger.
Selbst mit sensiblem Gasfuß bewegt, unterbietet der A 170 nicht die Sechs-Liter-Marke.
Mit Start-Stopp-Funktion: Der leise, aber etwas saftlose 1.7er schaltet im Leerlauf ab.
Im Zentraldisplay mahnt ein kleiner Pfeil zum Gangwechsel, das hilft Sprit zu sparen. Das lang übersetzte Fünfganggetriebe hemmt die Spurtkraft.
Er läuft zwar leise und nach Messwerten brauchbar flott, müht sich aber lustlos durchs Drehzahlband. Das schwächste Auto in diesem Vergleich hat zudem den größten Durst, kostet auch insgesamt am meisten. Der Preis beträgt 24.068 Euro.
Der A3 fährt einen klaren Sieg ein. Weil er ein Alleskönner ist, und dabei nicht einmal das teuerste Modell. Audis Weg, auf kleinen, aufgeladenen Hubraum zu setzen, ist wirksamer als die BMW-Lösung, die in der Motorumgebung spart. Da hilft auch das Start-Stopp-System nicht weiter, zumal der 116i am liebsten Super plus mag, und der Mercedes wird beim Tanken entzaubert.
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