Die Paradepferde der deutschen Mittelklasse sind eigentlich Lastesel. Wenn auch welche mit feinen Manieren. Der neue Audi A4 Avant ...
... trifft im AUTO BILD-Vergleich auf seine beiden bekannten Mitstreiter BMW und Mercedes. Am Start sind: 1.8 TFSI, 320i und C 180 K.
Der A4 Avant gewinnt diesen Vergleich mit großem Abstand. Der Ingolstädter Neuling bietet am meisten Auto fürs Geld.
Im aktuellen A4-Basismodell sorgt ein per Turbo aufgeladener 1,8-Liter-Vierzylinder für Dampf. Der Motor leistet 160 PS und schickt bei 1500 Touren 250 Nm in den Antriebsstrang.
Fahrleistungen: Der A4 1.8 TFSI Avant braucht von 0 auf Tempo 100 9,2 Sekunden, erreicht maximal 218 km/h.
Audi schafft den Spagat: Trotz sportlicher Grundeinstellung stimmt der Federungskomfort, trotz präzisen Handlings stimmen Geradeauslauf und Abrollverhalten.
Typisch Audi: Hohe Verarbeitungsqualität und klar gezeichnete Anzeigen im A4-Cockpit.
In Sachen Kraftverteilung vertraut der Audi auf ein manuelles Sechsagang-Getriebe.
In den seitlichen Schienen des zwischen 490 und 1430 Liter großen A4-Kofferraums lässt sich ein Fixiersystem einhängen. Die mit Teppich belegte Bodenwanne kann man wenden – auf der anderen Seite ist sie robust gummiert.
Preis-Leistungs-Sieg: Der Audi A4 1.8 TSI Avant kostet mit 31.450 Euro zwar etwas mehr als der BMW, im Preis inbegriffen sind aber schon die 17-Zöller für 850 Euro.
Auf dem zweiten Platz steht der Stuttgarter Edelkombi. Der Mercedes gibt den eleganten – aber teuren – Reisewagen. Die praktischen Tugenden des T-Modells überzeugen unbedingt.
Auch Mercedes setzt den Vierzylinder unter Druck: Ein Kompressor holt aus 1,8 Litern Hubraum 156 PS und 230 Nm Drehmoment. Der Vierzylinder ...
... beschleunigt das T-Modell in 9,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und lässt maximal 218 km/h zu.
Auf Fahrbahnfugen reagiert die C-Klasse äußerst unwillig. Stetige kleine Erschütterungen sind die Folge der steifen Reifen. Das ist schade, weil die adaptiven Dämpfer ansonsten tadellos arbeiten.
Die schimmernden Aluminium-Zierblenden sind Bestandteil des Avantgarde-Pakets, ein Multifunktionslenkrad ist Serie.
Ausbaufähig: Wer den Innenraum mit Navi inklusive Sieben-Zoll-Display schmücken will, zahlt satte 3046 Euro extra.
Großraum: Das T-Modell der C-Klasse schluckt bis zu 1500 Liter Gepäck, unter der stabilen Platte gibt es noch ein tiefes Staufach für Kleinkram.
Preisfrage: Mit mindestens 34.813 Euro ist der Mercedes C 180 T Kompressor Avantgarde das teuerste Auto des Vergleichs.
Mit nur zwei Punkten Rückstand auf den Mercedes landet der 320i Touring auf dem dritten Platz. Dem sportlichen BMW steht sein Motor im Weg. Der Vierzylinder passt nicht optimal zum dynamischen Charakter des Autos.
Klassischer Sauger: Das BMW-Aggregat holt auch ohne Aufladung 170 PS und 210 Nm Drehmoment aus zwei Litern Hubraum. Im Durchzug wirkt die Maschine vergleichsweise lustlos, ...
... in der Sprintwertung kann sie die Konkurrenz allerdings abhängen: Nach 9,1 Sekunden durchbricht der 320i die 100-km/h-Marke. Auch eine Höchstgeschwindigkeit von 226 km/h ist Spitze in diesem Vergleich.
Für sportliche Piloten: Der 3er lässt sich zwar besonders agil bewegen, der stoßige Federungskomfort auf groben Querrillen stört aber auf Dauer.
Das dicke Sportlenkrad und die Doppelhutze für Anzeigen und Multimedia kennzeichnen das 3er-Cockpit – ein durchaus stimmiges Layout.
Wie die Konkurrenz setzt auch BMW serienmäßig auf Handarbeit. Der Austausch des manuellen Sechsgang-Getriebes gegen eine Automatik kostet 2160 Euro.
Kuschelhöhle: Einen dicken Teppich im 3er-Kofferraum gibt es ab Werk, die Durchlademöglichkeit im klappbaren Lehnenteil kostet 180 Euro extra. Mit 460 bis 1385 Litern ist das BMW-Gepäckabteil das kleinste im Vergleich.
Basispreis auf Audi-Niveau: Für einen 320i Touring verlangt BMW mindestens 31.150 Euro.
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