Juli 2005: Schwer bepackt und mit Extras im Werte von fast 17.000 Euro an Bord geht der 56.380 Euro teure A6 auf seine Jungfernfahrt. Ab in den Süden. "Konzeptionell der perfekte Reisewagen", lautet der erste Eintrag.
"Sparsam, leise, handlich, komfortabel", urteilt Kollege Diether Rodatz knapp und unterstreicht fett das folgende Aber. " ... aber die Traktion ist Mist. Beim zügigen Anfahren auf nasser Straße drehen sofort die Vorderräder durch." Abhilfe ...
... schafft hier der Allradantrieb. Die Allwetterwaffe quattro wählen bereits 56,6 Prozent der A6-Avant-Kunden.
Idealer Laufbursche: Auf Langstrecken läuft der A6 zu großer Form auf. Er ist schnell, leise und komfortabel – und kann außerdem ...
... viel Urlaubsgepäck schleppen: Hinten ist Platz für 1660 Liter Gepäck. Für 155 Extra-Euro ...
... bauen die Ingolstädter auch ein Fixierset mit Schienen am Boden, einer Teleskopstange und einem Befestigungsgurt ein.
Tankbilanz: Über 100.000 Kilometer gerechnet verbrauchte der Avant durchschnittlich 9,4 Liter Diesel pro 100 Kilometer, inklusive vieler zügiger Autobahnfahrten. Minimalwert: 6,8 Liter.
Die Technik hält, was der Preis verspricht: Der A6 Avant hat den Dauerlauf ausgezeichnet überstanden. Mit einigen kleinen Ausnahmen.
Das verhagelt die Bilanz: Zwei Mal geriet das Navi aus der Spur. Schuld an den Aussetzern der sensiblen Steuereinheiten ...
... war ein gebrochener Schlauch für die Heckscheibenwaschdüse, aus dem Wasser auf die empfindliche Elektronikbox tropfte. Inzwischen wird der Schlauch zusätzlich ummantelt.
Gut gearbeitet: DEKRA-Sachverständiger Günther Schiele überprüfte die Zylindermaße. Die Vermessung ...
... ergab keinerlei Auffälligkeiten.
Gut gedacht, aber nicht perfekt: Am Audi-Heck verschließt ein Stopfen die Aufnahme der Abschleppöse. Leider ...
... ist das andere Ende offen. Folge: Sand, Dreck und Nässe lagern sich im Gewinde ab.
Beeindruckende Kettenspiele: die aufwändige Technik zur Ventilsteuerung der beiden Zylinderbänke des kräftigen V6. Ergebnis nach dem Dauerlauf: keine sicht- oder messbaren Blessuren. Selbst an den Führungsleisten ...
... zeichneten sich kaum Laufspuren ab. Überhaupt erwies sich der 2,7-Liter-TDI als Erste-Sahne-Diesel: kräftig, spontan und richtig schnell (echte 225 km/h Spitze, von null auf 100 in 9,6 Sekunden).
Doch ins Schwitzen geraten: Am Kupplungsgehäuse dringt etwas Öl nach außen. Als Verursacher ...
... wird eine beginnende Undichtigkeit am kuppelseitigen Kurbelwellensimmering entdeckt.
Rostige Zeiten: Alle Radnaben weisen starke Korrosion auf. Die Demontage der Bremsscheiben war nur noch mit grober Gewalt möglich. Saubere Arbeit beim Wechsel der Bremsscheiben (km 67.188) hätte dies vermieden.
Langer Atem: Die adaptive air suspension (Luftfederung) hat prima durchgehalten. Aber die Stoßdämpfer haben den Test nicht spurlos überstanden. Beide hinteren Dämpfer sind feucht.
Besuch in Brüssel: Hier verlor das Navi-System das erste Mal die Orientierung. Im Großen und Ganzen machte jede lange Fahrt im Audi viel Spaß.
Perfektes Management im Oberklasse-Kombi. Das griffige Multifunktions-Lederlenkrad kostet 225 Euro Aufpreis.
Premiumqualität zum Premiumpreis: Inklusive Wertverlust kostete jeder der rund 100.000 Kilometer 48 Cent.
Mit Bravour bestanden: Selten gab es für einen Dauerläufer so viel Lob im Bordbuch wie für den großen Ingolstädter.
Mitte 2008 kommt das Facelift: Der A6 soll wuchtiger und dynamischer erscheinen. Vorn renoviert Audi behutsam: sportlichere Stoßfänger, LED-Tagfahrleuchten für alle Modelle. Auffälliger ...
... sind schon die Eingriffe am Heck der Limousine. Kotflügel, Kofferraumdeckel, Leuchten und Stoßfänger werden geändert. Außerdem wird es zwei neue Modelle geben: eine sparsame, saubere E-Variante und einen 580 PS starker RS6.
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