In der Hitliste der deutschen Power-SUV weit oben: Audi Q7 V12 TDI und Porsche Cayenne Turbo S bieten Leistung, Komfort und Luxus im Überfluss. AUTO BILD hat die beiden verglichen.
Schönheit ist eine Frage des Geschmacks, aber die beiden SUV sind alles andere als hinreißende Designerstücke. Wenn es um einen imposanten Auftritt geht, sind die Dickschiffe allerdings kaum zu schlagen.
Raketenlaster im Anflug: Die Triebwerke unter der Haube setzen auf höchst unterschiedliche Strategien um Vortrieb zu erzeugen. Im Porsche-Bug arbeitet ein V8-Benziner, ...
... der Audi wird von einem üppigen V12-Diesel nach vorne gerissen. Beiden Aggregaten gemein ist die Zwangsbeatmung per Biturbo. In der Endabrechnung des Vergleichs ist es wie auf diesem Bild: Der Audi kann um eine Nasenlänge davonziehen, ...
... verweist den Porsche (339 von 500 möglichen Punkten) auf den zweiten Platz. Die Fahrleistungen des Cayenne Turbo S sind so beeindruckend, ...
... wie sein Durst: Fast 17 Liter Super plus auf 100 Kilometer im Testdurchschnitt – so kann es nicht zum Sieg reichen. Zumal der Cayenne sogar kleiner und leichter als der Q7 ist.
Mächtige V8-Maschine: Zwei Turbolader quetschen aus 4,8 Litern Hubraum 550 PS und üppige 750 Nm Drehmoment. Wenn die Kraft über die Räder herfällt, ...
... reicht der Begriff Sprint als Beschriebung kaum noch aus. Sowohl der Porsche als auch der Audi explodieren beim Tritt aufs Gaspedal geradezu. Brutaler Schub trifft totale Traktion, ...
... eigentlich hört das mächtige Schieben erst bei Höchstgeschwindigkeit auf. In nackten Zahlen: Von 0 auf 100 geht der stärkste Cayenne in 4,8 Sekunden, maximal sind 280 Sachen drin.
Das soll ein 2,4 Tonnen schwerer Porsche sein? Fast schon leichtgewichtig fühlt sich das beim Lenken und beim Richtungswechsel an. Die Dynamik ist natürlich ...
... per Stabilisatorregelung und Aktivfahrwerk herbeigetrickst. Aber es funktioniert. Gegen den kopflastigen Audi-Pottwal wirkt der Cayenne wie ein jugendlicher Seehund. Entsprechend aufgeregt ...
... arbeitet die Federung. Speziell die steifen 21-Zoll-Reifen kosten Komfort, zittrig rollt der Cayenne über Querfugen. Die feinfühlige Lenkung tröstet ein wenig darüber hinweg.
Auch der schärfste Cayenne unterscheidet sich im Innenraum wenig von den schwächeren Versionen. Das Farb-DVD-Navi ist genauso Standard ...
... wie die Ledersitze mit serienmäßiger Memory-Funktion.
Einfache Bedienung: hoch- oder runter. Drei Fahrmodi (Komfort, Normal, Sport) lassen sich per Tastendruck einstellen, der Drehregler ...
... steuert die Luftfederung, die im Porsche bis zu 270 Millimeter Bodenfreiheit ermöglicht.
Informativ: Die Einstellungen des Fahrwerks werden im Zentraldisplay angezeigt.
Geblockter Antrieb: Für Geländefahrten verfügt der Cayenne über eine Längssperre.
Alles andere als eng: Im Porsche reicht es im Fond locker zum entspannten Lümmeln.
Da geht ordentlich was rein: Das Gepäckabteil des Cayenne schluckt zwischen 540 und 1770 Liter. Gegen den Kofferraum des Audi ist das aber fast klein.
Teurer Spaß: Für den Cayenne Turbo S verlangt Porsche 142.682 Euro. Auf den Grundpreis bereits aufgeschlagen, sind 8711 Euro für die Keramik-Bremsanlage.
Der erste Platz geht mit 370 von 500 Punkten an den Audi Q7 V12 TDI. Souverän schnell, erhaben luxuriös, schmeichelnd edel – so katapultiert sich ...
... das stärkste Diesel-SUV an die Spitze. Und: Im Vergleich zum Cayenne ist der Ringträger fast ein Sonderangebot.
Ein Maschine für Leibhaber von Drehmomenten auf Güterlok-Niveau: Der doppelt aufgeladene, sechs Liter große V12 versorgt den Allradantrieb des Q7 mit satten 1000 Newtonmetern und 500 PS.
Auch der Audi quittiert Vollgas mit brachialem Schub nach vorne. Für den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 in 5,4 Sekunden lässt er sich allerdings etwas mehr Zeit als der Porsche, ...
... zudem bremsen die Ingolstädter ihr knapp 2,7 Tonnen schweres Dieselgeschoss schon bei 250 km/h elektronisch ein. Er könnte sicher noch ein bisschen schneller.
Und noch ein kleiner, aber feiner Unterschied zum Cayenne: Der Audi schnauft mit dem Stapellauf stets erst einmal tief durch die Turbolader, bevor sich die gesamte TDI-Wucht über die Straße hermacht.
Beim Kurvenräubern hat der gefühlt doppelt so schwere Q7 keine Chance gegen das Wiesel-Wunder aus Zuffenhausen. Audi glänzt dagegen ...
... mit feiner Federung und irritiert mit rigorosem ESP. Schiebt der Bursche erst mal über die Vorderräder, zwickt die Elektronik ordentlich in die Fettschicht des Q7 – in seine kurveninnere Hinterradbremse.
Das Cockpit weicht keinen Millimeter von gewohnten Audi-Tugenden ab. Der V12-Turbodiesel wummert auch im Innenraum überraschend vernehmlich.
Die Ledersitze gibt es im Q7 serienmäßig ab Werk. Eine Memory-Funktion kostet 540 Euro Aufpreis.
Fürs Gelände gerüstet: Auf bis zu 245 Millimeter Bodenfreiheit fährt die Luftfederung auf Kommando hoch.
Wenn der Audi neben seiner Kraft noch eines im Überfluss hat, dann ist es Platz – natürlich auch in der zweiten Reihe und ...
... vor allem im Kofferraum: Zwischen 775 und 2035 Liter kann der größte Audi einpacken.
Und was kostet der Spaß, das dickste Diesel-SUV zu fahren? Für den Q7 V12 TDI rufen die Ingolstädter 132.400 Euro auf. In diesem Vergleich reicht das zum Preis-Leistungs-Sieg.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jan Horn: "Sowohl Q7 V12 TDI als auch Cayenne Turbo S gehören zu den Dinos unter den SUV. Faszinierend, aber eine aussterbende Gattung. Wie der Cayenne auf der Rennstrecke den Sportwagen gibt, ...
... hat wirklich Klasse. Drei Liter mehr Verbrauch und – wie bei unseren Testwagen – fast 10.000 Euro Preisunterschied hauen aber schwer ins Kontor. Dazu ist der Q7 V12 TDI speziell im Fond geräumiger, ...
... das entscheidende Quäntchen komfortabler und sogar etwas besser ausgestattet. Was den Audi Q7 am Ende zum besseren Supertanker macht."
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