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Audi RS 4 Avant: Test

Audi RS 4 Avant
Sieht man vom glorreichen Kürzel einmal ab, soll der Audi RS 4 Avant vor allem eines sein: die geräumigere, vielseitigere Alternative zum RS 5 Coupé. Der Witz: Am Ende ist er auch noch die schnellere, wie wir in unserem Supertest festgestellt haben.
Bild: Ronald Sassen
Audi RS 4 Avant
Antrieb: Der von Audi entwickelten Biturbo-V6 ist ingeniös zweifellos eine Pracht. Wie locker er sich aufs Drehmomenthoch plustert, wie lässig er voranschiebt, massiv durch die Mitte drückt, sauber ausdreht ...
Bild: Ronald Sassen
Audi RS 4 Avant
... und die einzelnen Fahrstufen nahtlos aneiandersteckt, ohne Ecken, ohne Kanten, sauber wie am Lineal gezogen, das zeugt schon von enormer Detailverliebtheit. Auf der anderen Seite ...
Bild: Ronald Sassen
Audi RS 4 Avant
... geht in dem gesamten Schliff allerdings auch ein wenig das Flair verloren. Der Punch der 600 Newtonmeter ist enorm, keine Frage, gefühlt entfaltet er sich jedoch als Dauerzustand über das gesamte Drehzahlband.
Bild: Ronald Sassen
Audi RS 4 Avant
Im Gegensatz zum RS 5 Coupé schlägt das geschliffene Hochdruck-Massiv im Avant aber gar nicht so sehr aufs Fahrgefühl. Im Gegenteil: Hier wirkt es eher auf eine sehr subtile Weise sehr stimmig.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Audi RS 4 Avant
Fahrleistungen: Zumal sich an den harten Zahlen im Prinzip nichts ändert. Hinstellen, rund 3000 Touren in den Wandler pressen und abfeuern. Schon schnalzt einen das quattro-Katapult in 3,7 Sekunden auf 100, ehe die dreistelligen Regionen fast ebenso kurzweilig abgearbeitet werden. 
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Audi RS 4 Avant
13,6 Sekunden auf 200 km/h, 25,6 auf 250. Der leichtere, windschnittigere RS 5 ist im Prinzip keinen Deut schneller (0-100/200/250 km/h: 3,6 /13,5/25,6 s). Ähnliches Bild auch im Durchzug und auch auf der Viertelmeile. Kurzum: Das Mehrgewicht scheint den Biturbo-V6 herzlich wenig zu jucken.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Audi RS 4 Avant
Die Bremse übrigens auch nicht. Ausgerechnet aus 200 km/h, wo die Masse des RS4 eigentlich stärker drücken müsste, reibt der Avant mal ganz geschmeidige 128,5 Meter in den Asphalt und nimmt dem ebenfalls Hankook-besohlten RS 5 damit 5,5 Meter ab. 
Bild: Ronald Sassen
Audi RS 4 Avant
Verkehrte Welt? Nicht ganz! Denn in gewissem Maße lässt sich die bessere Bremsperformance tatsächlich erklären. Über die ausgewogenere Gewichtsverteilung zum Beispiel, die die Hinterachse stärker in die Verzögerung einbindet.
Bild: Ronald Sassen
Audi RS 4 Avant
Davon abgesehen verrichtet die optionale Vorderachs-Keramik Dienst auf durchweg hohem Niveau. Die Verzögerung bleibt absolut konstant, erfolgt stets feinfühlig, mit pieksauber regelndem ABS und derart stabil, dass man selbst im vollen Anker getrost Däumchen drehen könnte.
Bild: Ronald Sassen
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Handling/Fahrspaß: Der RS4 gehört nicht zu denen, die mit strammer Hand und festem Tritt geführt werden wollen, sondern eher zu jenen, die Gefühl und ein wenig Geduld belohnen. 
Bild: Ronald Sassen
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Knackpunkt ist seine Kinematik, die manchmal den Eindruck erweckt, als hätte man den Buchsen, Hülsen und Lagern, an denen sein Bewegungsapparat hängt, etwas zu viel Knetmasse eingerührt.
Bild: Ronald Sassen
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Das merkt man beim Einlenken, wenn der gesamte Korpus erst einmal ins Fahrwerk sackt, ehe er den Lenkeinschlag umsetzt. Man merkt es in der Kurve, wo es trotz Wankausgleichs zu teils heftigen Aufbaubewegungen kommt, ...
Bild: Ronald Sassen
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... und man merkt es im Slalom, wo genau diese Aufbaubewegung fast schon zu viel Leben ins Heck bringen. Zugegeben, das Ganze liest sich jetzt vielleicht ein wenig gautschig; und um ehrlich zu sein, kurvt der Audi auch längst nicht so reaktionsschnell, verbindlich und exakt wie dieser ewige M4. Doch all das ändert im Prinzip nichts daran, ...
Bild: Ronald Sassen
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... dass die Abstimmung trotzdem hervorragend funktioniert. Aber: Finger weg vom Dynamic-Set-up des Adaptivfahrwerks. Selbiges stellt der relativ moderaten Feder- eine knüppelharte Dämpferrate entgegen und wirkt auf die Choreografie damit in etwa so belebend wie ein Hexenschuss beim Bodenturnen.
Bild: Ronald Sassen
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Wesentlich geschmeidiger läuft die Sache hingegen im "auto"-Modus. Dieser steht für ein fix definiertes "Normal"-Set-up. Und in genau diesem Set-up harmonieren Federn und Dämpfer schlicht perfekt!
Bild: Ronald Sassen
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Querdynamik: Folge: Der RS4 nickt und wankt zwar spürbar der Fliehkraft hinterher, bewegt sich dabei aber so gelenk, dass es sich wunderbar mit seinen Allradsträngen arbeiten lässt. Selbst kurveneingangs, also dort, wo andere quattros gerne einmal kopfüber von der Linie plumpsen, ...
Bild: Lena Willgalis
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... hebelt er sein Heck leicht mit, dreht sauber in den Scheitel hinein und drückt sich schwungvoll ums Eck. Das Bemerkenswerte dabei: Der RS 4 ist keiner, der einen mit seiner Querdynamik tyrannisiert. Keiner, der sich verbissen bis ans Limit hangelt, nur um dort schlagartig einzuknicken, ...
Bild: Lena Willgalis
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... sondern einer, der seinen Grenzbereich als große Spielwiese absteckt. Im Prinzip swingt er stets in sanfter Gleitreibung, rutscht mal hier ein bisschen, tänzelt dort ein wenig und wirkt selbst in den schnellen Ecken, wenn er bei Tempo 150 ganz sanft mit dem Hintern drückt, geradezu aufreizend bekömmlich.
Bild: Lena Willgalis
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Im RS 4 wirkt das Sportdifferenzial drohendem Untersteuern effektiv entgegen. Folge: eine 1:37,71 auf der gesamte Sachsenring-Runde, womit der Kombi mal eben sieben Zehntel auf das Coupé herausfährt und noch dazu in Schlagdistanz zum M4 finisht.
Bild: Lena Willgalis
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Komfort: Die Dämpfung wirkt nicht mehr so lax wie bei unserem ersten Test, der Comfort-Modus nicht mehr so taumelig. Das Abrollverhalten ist etwas prägnanter. Und ja, auch das leidige Nachwippen bei schneller Autobahnfahrt geht diesem Testwagen nun fast gänzlich ab. 
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
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Unsere Vermutung, dass mittlerweile ein neuer Datenstand fürs Fahrwerk eingeflossen sei, wurde von offizieller Seite übrigens dementiert. Stattdessen verwies Audi darauf, dass der Testwagen von einst ein ganz früher aus der allerersten Charge gewesen sei – was auch immer das nun bedeuten mag.
Bild: Lena Willgalis
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Alltag: Wie gut, dass die restlichen Fähigkeiten keine weiteren Fragen aufwerfen, sondern ausnahmslos Antworten liefern. Der Antriebskomfort ist bestechend, die Ergonomie großartig, das Platzangebot – zumindest für unsere Verhältnisse – grandios, ...
Bild: Ronald Sassen
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... die Verarbeitung top, die Materialgüte herausragend, die Bedienung ebenso schlüssig wie modern und das Einsatzspektrum entsprechend grenzenlos.
Bild: Ronald Sassen
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Wobei, Anglern würden wir dann vielleicht doch zu einer Gepäckraumwanne raten!
Bild: Lena Willgalis
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Preis/Leistung: Selbige steht übrigens für 202 Euro im Audi-Zubehör, was den gewerteten Testwagenpreis von 96.800 Euro (inklusive fahrdynamisch relevanter Extras) nur marginal belasten würde. 
Bild: Ronald Sassen
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Zum Vergleich: Ein ähnlich bestückter Mercedes-AMG C 63 S kommt kaum teurer, bietet aber 60 PS mehr fürs Geld. Auf der Habenseite verbucht der Audi wiederum den Allrad sowie die durchweg hochwertigere Aufmachung.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
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Nur in einem Punkt kann der RS 4 weder für Geld noch gute Worte nachziehen. So ein AMG ist ein reißender Erlebnis-Frachter, der einem Driving-Performance schon zum Anlassen inszeniert. Der Audi hingegen ist "nur" ein extrem gut gemachter, schnellerer S4. Sorry, aber von dem Vorwurf rücken wir nicht ab – bei aller Liebe!
Bild: Ronald Sassen
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Das Fazit von Manuel Iglisch: "Stimmt, wir hatten anfangs mit dem Allerschlimmsten gerechnet! Mit einer miesen Rundenzeit und einem großen Namen, der nun einen kleinlauten Abgesang bekäme. Doch Pustekuchen, ...
Bild: Lena Willgalis
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... der RS4 kriegt die Kurve: erfolgreich, überzeugend und noch dazu im wörtlichsten Sinne! Kein anderer Kombi ist derzeit so komfortabel, vielseitig und schnell zugleich!"
Bild: Lena Willgalis