Scharf zupft der Fahrtwind an den Gesichtshaaren, drückt so kräftig in Mund und Nase, dass das Atmen schwerfällt. Der Wind tost von der Seite, von hinten, von oben – ein Segen, dass der TT Clubsport wenigstens von unten keine Luft hereinlässt.
Es könnte ein vollendeter Genuss sein, sich derart eine nach Rosmarin, Lavendel und Brandung duftende Brise irgendwo in Südfrankreich um die Ohren und in die Nase blasen zu lassen, Fahrtwind und Motor zu lauschen ...
... und im TT Clubsport kurvige Küstenstraßen unter dem aberwitzig mächtigen Kühlergrill aufzusaugen. Doch die Wirklichkeit sieht gerade anders aus. Ganz anders: Was den Atem raubt, ist nicht der Raserei geschuldeter Fahrwind, sondern die schmerzhaft ...
... spürbaren Auswirkungen von Stadttempo bei gefühlten minus 15 Grad in einem Gefährt, das offener nicht sein kann. Der Audi TT Clubsport erklärt den Verzicht zur Tugend und kommt ohne Dach, versenkbare Seitenscheiben oder gar Windschott daher.
Eine kompromisslose Fahrmaschine, ein knackiger Schönwetter-Racer mit maximaler Lustgarantie. Doch im Moment trotz dreier Jacken und Heizung auf "Burn out" so kuschelig wie Strippoker am Nordkap.
Dabei bietet der wuchtig gezeichnete TT im Speedster-Look zumindest sportlich gesinnten Naturen ein gutes Maß an artgerechtem Fahrkomfort in Gestalt hervorragend konturierter Schalensitze, in denen man sich, von breiten ...
... Vierpunktgurten zusätzlich festgezurrt, mit Wonne dem Spiel mit den Beschleunigungskräften hingeben kann.
Pardon: Hingeben KÖNNTE, denn der TT Clubsport ist noch ein handgefertigtes Einzelstück höchster Verarbeitungsqualität, eine Serienfertigung in Kleinstauflage zwar denkbar, aber zugunsten des für Mai angekündigten, betont sportlichen TTS erst mal auf Eis gelegt.
Der feierte in Detroit Weltpremiere und teilt sich mit dem TT Clubsport die Triebwerksbasis: den aufgeladenen 2,0-Liter-Vierzylinder-Benzin-Direkteinspritzer, dessen in Tunerkreisen bekanntes Potenzial nun auch ab Werk etwas nachhaltiger ausgereizt wird.
Durch verschiedene Modifikationen, etwa einem veränderten Saugrohr, entlockt Audi dem aus dem S3 bekannten Motor beim TT Clubsport rund 300 statt 265 PS (der TTS hat 272 PS).
Dazu kommen jede Menge anmachender Geräusche, die nicht nur Turbo-Connaisseure gehörig aus dem Häuschen bringen dürften: Betont basslastig grunzt der Audi schon im Leerlauf, tönt beim Hochdrehen zunehmend aggressiver.
Dass der Clubsport nicht nur dem Namen nach als Sportgerät auftritt, zeigen neben der harten Federung 20-Zoll-Räder, Keramikbremsen und die um acht Zentimeter verbreiterte Spur.
Letztere lässt den luftigen TT zwar im Stadtverkehr etwas ungelenk erscheinen, verspricht aber eine Menge Spaß und Tempo auf kurvigen Landstraßen oder einem Rundkurs.
Dazu passt auch der drehfreudige Motor, der sich nach Aufbau des maximalen Ladedrucks bei etwa 1600 Touren blitzartig bis zur Drehzahlgrenze von 6450 Touren hochzieht.
Unterstützt wird das grandiose Beschleunigungserlebnis vom ansatzlos schaltenden DSG-Getriebe, das hier mit der Schaltkulisse des R8 kombiniert wurde.
Weiß unterlegt und nur etwas übertrieben: Mit seinen 300 PS könnte der Clubsport höchstens als Coupé an der 300 kratzen.
Schick: Ein von B&O designter MP3-Player steckt in der Luftdüsen-Attrappe.
Klein und kantig: Auch die Außenspiegel wurden dem Extrem-Look angepasst.
Attacke: Die riesigen Luftöffnungen in der Front verheißen nichts Gutes für den vorfahrenden Verkehr.
Krönung aus Aluminium: die edlen Designelemente hinter den Überrollbügeln.
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