Drei Männer in der Kälte: Die AUTO BILD-Redakteure Manfred Klangwald (links) und Hauke Schrieber (rechts) und Testfahrer Tom Genkel bereiten sich auf den knallharten Härtetest vor.
So hat AUTO BILD getestet: In jedem Auto wurden vier Temperaturmessungen vorgenommen. Im Fußraum vorn und hinten sowie im Kopfbereich vorn und hinten. In den ersten fünf Minuten nach Fahrtbeginn wurde die Heizung voll auf die Frontscheibe gerichtet, danach die Lüftung so eingestellt, dass die Luft zur Scheibe und in den Fußraum strömte.
Bei Autos mit Klimaautomatik haben wir nach fünf Minuten auf "Automatik" umgestellt. Messung der Temperaturwerte nach fünf, zehn und 15 Minuten. Die Fahrtstrecke betrug 9,5 Kilometer, die Geschwindigkeit durchschnittlich 36 km/h.
Eine kalte Nacht im Norden: Auf dem Übungsgelände des ADAC Lüneburg wärmt sich das Team von AUTO BILD vor den Testläufen an einem Lagerfeuer.
BMW 730d: BMW steht wohl für "Bald Mollig Warm" – jedenfalls beim 7er. Vor allem, wenn die Vier-Zonen-Klimaautomatik für 820 Euro bestellt wird, die Fahrer, Beifahrer und Fondpassagiere individuell erwärmt. Hinten gibt es Zuheizer im Fußraum und ein eigenes Klimabedienteil. Dieser Luxus ist mehr als ein laues Lüftchen.
Hightech für ein gutes Klima: Bei BMW sieht die Heizungsanlage fast so aus wie das CD-Radio.
Ein Satz heiße Ohren: Im 7er ist die Luft im vorderen Kopfbereich schnell 21 Grad warm.
Ford S-Max 2.2. TDCI: Kinderfreundlich: Die Ford-Heizung braucht zwar einigen Anlauf (im Fußraum nach fünf Minuten noch null Grad), dafür wird es hinten schneller warm. Dann kommt der Diesel-S-Max aber so richtig auf Touren. Nach zehn Minuten ist nur der BMW wärmer. Ford beweist auch beim Klima eindeutig Familientauglichkeit.
Modernes, übersichtliches Design: leicht zu verstehen, wenn auch nicht besonders hübsch.
Der Ford S-Max ist der heizstarke Freund der Familie. der Innenraum ist zwar groß, aber auch trotzdem schnell warm.
Lada 2170 Priora: Die Winter in Russland sind hart. Da geht der Lada fast schon als Favorit ins Rennen. Und tatsächlich ist der Priora in den ersten fünf Minuten unter den drei Besten. Doch dann geht dem Lada etwas die warme Luft aus. Am Ende der Testfahrt liegt der Russe nur im Mittelfeld. Da stellt sich doch ein wenig Väterchen Frust ein.
Klassisch schlichtes Design: So sahen die Heizungsregler schon vor drei Jahrzehnten aus.
Warme Zehen: Kein Auto im Test sorgt so schnell für aufgetaute Fahrer-Füße wie der Priora.
Mercedes B 170: Im direkten Vergleich mit seinem Diesel-Bruder verliert der B-Klasse-Benziner am Ende klar. Auch ohne Zuheizer kann der B 170 in den ersten fünf Minuten noch mithalten, dann heizt ihm der Diesel davon. Die kühlste Luft im Kopfbereich hinten sorgt nach Testfahrtende nur für den vorletzten Platz.
Zu viel versprechende Skala: Bis 28 Grad steht auf dem Instrument – im Test aber nicht erreicht.
Echt cool: Die B-Klasse mit Benzin-Motor kann mit ihrem Diesel-Bruder nicht mithalten.
Mercedes B 180 CDI: Wegen des effizienteren Motors mit einem höheren Wirkungsgrad galten Diesel lange als Autos, die im Innenraum langsamer warm werden. Der direkte B-Klasse-Vergleich zeigt das Gegenteil. Der Grund dafür ist der sehr effektive elektrische Zuheizer. Das reicht für Platz vier in der Gesamtwertung.
Nicht zu viel versprochen: Der Fußraum vorn ist nach 15 Minuten tatsächlich 28 Grad warm.
Manche mögen’s heiß: Wer es mollig mag, dem ist dieses Auto wärmstens zu empfehlen.
Nissan Qashqai 2.0: Qashqai ist das japanische Wort für saukalt – könnte man jedenfalls denken, wenn man aus dem SUV steigt. Bei nur 16 Grad Lufttemperatur um den Kopf des Fahrers nach zehn Minuten schmilzt ja kaum der Eiszapfen unter der Nase. Dabei sollen die Winter in Japan doch auch ganz schön frostig sein.
Moderne Zwei-Zonen-Automatik: Doch auch die heizte den Testwagen nur auf den 9. Platz.
Saukaltes SUV: Im Qashqai behält der Fahrer im Winter einen kühlen Kopf – ob er will oder nicht.
Renault Twingo 1.2: Der kleine Franzose ist der Sprintstar unter den Heizern. Legt in den ersten Minuten ordentlich los, bevor ihm dann die warme Luft ausgeht. Am Ende reicht es nur noch für Platz acht. Das liegt vor allem an der kalten Luft im Fußbereich. Der Kopf dagegen bleibt schön warm. Also dicke Schuhe an, Mütze runter – und los geht’s.
Fingerspitzengefühl: Die fummeligen Drehregler sind mit kalten Fingern nur schwer zu bedienen.
Fuß-Frost auf Französisch: Der Renault Twingo wird vor allem am Boden nicht richtig warm.
Mercedes C 180 K: Die C-Klasse ist die Mutter aller Mittelklasse-Temperaturen. Hier scheint es, als könne sich die warme Luft nicht so recht entscheiden, wohin sie denn nun strömen soll. Schwächen im Fahrer-Fußraum, Stärken um den Kopf des Piloten – und auf den Rücksitzen eher andersherum. Die C-Klasse ist von der milden Sorte.
Optische Täuschung: Die Instrumente versprechen mehr, als die Heizung zu leisten vermag.
Irgendwo zwischen Sauna und Iglu: C-Klasse-Fahrer verlassen sich auf Mittelwerte.
Mercedes 190: Der Senior im Test beweist, dass ein Auto aus dem Baujahr 1983 kein alter Ofen sein muss. Nach fünf Minuten ist nicht einmal der neue BMW 730d wärmer als der 190er. Dieser Mercedes ist der einzige Testkandidat, bei dem man noch vor Fahrtende den Wunsch verspürt, die Heizung wieder etwas herunterzudrehen.
Klassische Mercedes-Lösung im alten 190er: drei große Schalter von schöner Schlichtheit.
Der 190er kochte im Test viele moderne Autos ab.
Skoda Roomster 1.9 TDI: Wir warten auf die Wärme. Und warten. Und zittern. Und warten. Und bibbern. Nein, der Skoda Roomster gewinnt eindeutig den Preis der schneeweißen Frostbeule für den kältesten Innenraum im Test. Unglaublich: Im Fußraum vorn sank die Temperatur am Ende des Tests sogar wieder auf frische elf Grad!
Ja, es gibt eine Heizung: Aber so schlicht wie die Instrumente aussehen, ist auch die Leistung.
Wärm-Flasche: Dieses Auto muss man heiß und innig lieben, sonst ist die Beziehung eher frostig.
VW Golf 1.4 TSI Variant: Bibber – der Golf Variant heizt einem derart langsam ein, dass das Blut in den Adern gefriert. Nach fünf Minuten ist der Kombi Temperatur-Totalversager. Erst spät kämpft er sich aus dem Celsius-Keller. Nach einer Viertelstunde landete der Golf auf Platz vier – da war die Testfahrt aber auch schon beendet.
Typisch Golf: Die Mischung aus Rundinstrumenten und Knöpfen ist längst vertraut.
Der Golf Variant ist der Kombi, der aus der Kälte kam – und spät warm wird.
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.