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Batterie anlernen: Ist das nötig?

Batterie anlernen
Die Batterie quittiert den Dienst – eine der häufigsten Pannen überhaupt. Damit es soweit nicht kommt, haben sich Autobauer ein Energiemanagementsystem ausgedacht. Es überwacht den Ladezustand des Akkus, zählt Startvorgänge, regelt die Leistungsabgabe und merkt sich entsprechende Parameter. Immer mehr Autobauer verlangen deswegen das Anlernen einer neuen Batterie. Wie geht der Batteriewechsel bei Ihrer Marke? Das sagen die Hersteller.
Bild: Ralf Timm
Audi-Logo
Audi: Für optimalen Betrieb ist bei Fahrzeugen mit Bordnetzenergiemanagement (A6, A8 und Q7 ab Modelljahr 2004, ab 2010 nahezu alle Modelle) ein Anlernen erforderlich. Dies geht nur mit Original-Batterien. Ohne Anlernen oder durch Einbau eines fremden Energiespenders kann es aufgrund nicht korrekt funktionierender Abschaltstufen zu Einschränkungen in der Funktionalität und zu erhöhtem Batterieverschleiß kommen. Dauer für Tausch plus Anlernen: je nach Modell 24 bis 60 Minuten.
Bild: Toni Bader
BMW-Logo
BMW: Eine Registrierung ist bei Fahrzeugen mit IBS (Intelligenter Batteriesensor) nötig. Dies trifft auf alle Typen seit dem Modellwechsel 2008 zu. Ohne Registrierung kann es zu einer Überladung der Batterie kommen, da das System nicht weiß, dass ein neuer Akku eingebaut wurde.
Bild: Toni Bader
Fiat-Logo
Fiat: Die Starterbatterie kann ohne Anlernen getauscht werden. In Einzelfällen sind aber Uhrzeit und Datum einzustellen. Laut Herstellervorgabe soll ein Batteriewechsel bei fast allen aktuellen Modellen der Marken Fiat, Alfa Romeo und Abarth nicht länger als 12 bis 15 Minuten dauern.
Bild: Toni Bader
Ford-Logo
Ford: Ein Tausch ist ohne großen Aufwand möglich. Bei allen Autos, die mit einem Start-Stopp-System ausgerüstet sind, ist ein Rücksetzen des Batterie-Steuermoduls erforderlich. Hierfür empfiehlt sich die Verwendung von original EFB-Start-Stopp-Batterien, da diese eine spezielle Ruhespannung aufweisen. Ein Tausch benötigt bei aktuellen Modellen, abhängig vom Fahrzeug und Zugänglichkeit der Batterie, 24 bis 36 Minuten.
Bild: Toni Bader
Honda-Logo
Honda: Die Starterbatterie lässt sich ohne Anlernen wechseln. Dabei werden das Audio- und Navigationssystem deaktiviert sowie Datum und Uhrzeit zurückgesetzt. Durchschnittlich belaufen sich die Kosten pro Tausch inklusive Batteriekosten, Auswechslung und Prüfung auf 120 bis 150 Euro.
Bild:
Hyundai-Logo
Hyundai: Bei Modellen mit dem Start-Stopp-System ISG muss eine Initialisierung des Akkus durchgeführt werden. Währenddessen bleibt das Fahrzeug vier Stunden verschlossen stehen. Anschließend ist das ISG-System wieder nutzbar. Ähnlich verläuft der Anlernvorgang bei der Schwestermarke Kia. Je nach Hyundai-Modell dauert ein Batteriewechsel zwischen 12 und 18 Minuten. Dafür werden etwa 13 bis 20 Euro fällig.
Bild: Toni Bader
Mazda-Logo
Mazda: Ein Anlernprozess muss nur dann erfolgen, wenn kein Spannungserhaltungsgerät (Memory Saver) verwendet wird. Sonst ist möglicherweise eine Initialisierung verschiedener Systeme (elektrische Fensterheber, Lenkwinkelsensor, Schiebedach, Uhr und Audio, Reifendruckkontrolle) erforderlich. Ist der Wagen mit einer Start-Stopp-Automatik ausgestattet, sollte diese zusätzlich immer initialisiert werden. Dies stellt sicher, dass die Technik unmittelbar nach der Erneuerung zur Verfügung steht. Der Ein- und Ausbau einer neuen Batterie benötigt zwischen 12 und 18 (mit Start-Stopp-System) Minuten.
Bild: Werk
Mercedes-Stern
Mercedes: Ob eine Programmierung der Batterie notwendig ist, hängt vom Fahrzeugtyp und vom jeweiligen Baumuster ab, weil sich diese in der Bordnetzarchitektur unterscheiden. Darum sind auch Dauer und Kosten für einen Batteriewechsel je nach Modell verschieden. Bei einem A 180 CDI (W 176) dauert der Tausch zum Beispiel 35 Minuten.
Bild: Werk
Mini-Logo
Mini: Bei allen aktuellen Modellen werden Bordnetz und Batterie über einen intelligenten Batteriesensor überwacht. Bei der Berechnung des Ladestroms der Lichtmaschine wird auch der Zustand der Batterie und ihr Alter berücksichtigt. Ein Batterietausch muss daher mit einem Mini- Diagnosetool registriert werden. Wird eine neue Batterie nicht registriert, so wird der Ladestrom der Lichtmaschine nicht korrekt abgestimmt. Die neue Batterie wird in Folge nicht optimal geladen. Es kann zu einem vorzeitigen Ausfall kommen. Schäden an der Bordelektronik sind aber nicht zu befürchten. Der Arbeitsaufwand für Einbau und Registrierung liegt bei 15 bis 30 Minuten.
Bild: Toni Bader
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Nissan: Ein Batteriewechsel erfordert keinen großen Aufwand, allerdings muss danach die automatische Fensterheber-Funktion wieder angelernt werden. Außerdem ist eine Neueinstellung des Radios und Bordcomputers nötig. Je nach Modellreihe liegt die Richtzeit für einen Batterietausch zwischen 18 und 30 Minuten. Die Kosten betragen ungefähr 50 Euro.
Bild: Werk
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Opel: Wenn eine leere Batterie gegen eine Opel-Service-Batterie getauscht wird, lernt das System deren Status selbstständig an. Bis diese vollständig erkannt wird, können kurzfristig Funktionen eingeschränkt sein, um den neuen Energiespender zu schützen. Bei Verwendung eines Fremd-Akkus kann nicht die identische Leistung garantiert werden. Der geschilderte Anlernprozess des Batteriestatus erfolgt bei allen Fahrzeugen seit dem Modelljahr 2011.
Bild: Werk
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Peugeot: Die normale Zwölf-Volt-Starterbatterie lässt sich unter Berücksichtigung der gewöhnlichen Sicherheitsvorkehrungen gegen ein passendes Modell austauschen. Nach Wiederanschließen der Batterie sollten die elektrischen Funktionen überprüft werden, aber es bedarf keines Diagnosegeräts. Diese Angaben gelten auch für die Marken Citroën und DS.
Bild: Werk
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Renault: Bei aktuellen Fahrzeugmodellen ist kein Anlernprozess notwendig. Ein- und Ausbau einer neuen Batterie dauert 12 bis 18 Minuten.
Bild: Werk
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Skoda: Ein Tausch ist ohne großen Aufwand möglich. Bei Modellen mit Start-Stopp-System erfordert der Tausch eine Anpassung. Die Maßnahme erfolgt durch die Anpassung des Steuergeräts der Batterieüberwachung mit Hilfe eines Diagnosetesters. Unterlässt man die Anpassung, ist aber kein Schaden an der Bordelektronik zu befürchten. Dauer und Kosten der Aktion hängen vom Modell ab. Bei einem Fabia kann beispielsweise mit einem Arbeitsaufwand von etwa 20 bis 30 Minuten und Kosten von etwa 35 Euro gerechnet werden.
Bild: Werk
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Toyota: Auch bei den Japanern müssen neue Batterien nicht angelernt werden. In der Regel beträgt die Rechnung für einen normalen Batteriewechsel um die 20 Euro.
Bild: D.Fontenat
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Volvo: Kein Anlernen erforderlich, allerdings muss das Fahrzeug an die Batterie angepasst werden. Eine neue Batterie liefert eine andere Spannung als die alte oder defekte. Daher muss der Ladebilanzmanager des Fahrzeugs angepasst beziehungsweise resettet werden, damit das Auto sich optimal auf die neue Batterie und deren Eigenschaften einstellen kann. Eventuell ist anschließend noch eine Neukalibrierung der elektrischen Scheiben und des Schiebedachs nötig. Insgesamt bedarf der Vorgang 25 Minuten, wofür die Schweden 67,50 Euro verlangen zuzüglich neuer Batterie.
Bild: Werk
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VW: Nur bei Fahrzeugen mit Batterie-Energiemanagement, das in allen Modellen mit BlueMotion-Technologie verwendet wird, ist das Anlernen einer neuen Batterie relevant. Prinzipiell kann bei diesen Autos auch ein Tausch ohne Anlernen durchgeführt werden. Es dauert dann jedoch einige Zeit, bis das Energiemanagement erkennt, dass wieder genügend Strom für Funktionen wie Start-Stopp vorhanden ist. Das Anlernen kann auch über eine sogenannte geführte Funktion ...
Bild: Werk
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... des Online-Diagnose- und Informationssystems ODIS erfolgen. Dabei werden Daten wie Seriennummer und Nennkapazität der neuen Batterie eingegeben. Somit weiß das Energiemanagement-System, dass eine neue Batterie eingebaut wurde. Die Kosten für einen Wechsel hängen vom jeweiligen Modell und dem Einbauort des Akkus ab. Im Golf benötigt ein Batterietausch etwa 24 Minuten. Gegebenenfalls kann noch ein zusätzlicher Zeitaufwand von bis zu zwölf Minuten bei der "geführten Funktion" hinzukommen.
Bild: Roman Raetzke