AUTO BILD SPORTSCARS hat zwei außergewöhnliche Coupés zur Vergleichsfahrt gebeten: Bentley Continental GT Speed und Mercedes CL 65 AMG verbinden Schnelligkeit und höchsten Fahrkomfort.
Interessante Frage: Wie sportlich lassen sich diese beiden, satt über zwei Tonnen wiegenden Luxusliner über einen Rundkurs bewegen?
Spritziges Vergnügen für die Chefetage: Bentley mit 610, Mercedes mit 612 PS. Beide bieten Luxus mit hohem fahrdynamischen Anspruch.
Auf der Rennstrecke in Oschersleben gab der schwerere Bentley eine überzeugendere Vorstellung als der Mercedes. Die bessere Performance ...
... macht ihn auch zum Sieger des AUTO BILD SPORTSCARS-Vergleichs. Der edle Brite ist ein extrem schneller, sicherer und ...
... außerordentlich stilvoller Gran Turismo, der zudem noch der günstigere der beiden Kontrahenten ist.
Im Bentley arbeiten die zwölf Zylinder in W-Anordnung. Zwei Turbos blasen aus den insgesamt sechs Liter großen Brennräumen 610 PS und 750 Nm in den Antriebsstrang.
Traktion in allen Fahrlagen: Dank seines Allradantriebs absolviert der Bentley den Prestigesprint in 4,6 Sekunden. Wer den Fuß auf dem Gaspedal stehen lässt, ...
... schiebt die Fahrzeugfront nach 14,9 Sekunden über die 200-km/h-Marke und beschleunigt das britische Dickschiff auf sagenhafte 326 Sachen. Da ist der abgeregelte Benz längst aus dem Rennen.
Spurtreu: Das Fahrverhalten des GT Speed ist auch auf der Rennstrecke absolut frei von Tücke. Ergebnis: eine Rundenzeit von 1:47,60 Minuten.
Die Schwelle zum Glück: Das Wort "Speed" auf der Einstiegsleiste ist weiß Gott kein leeres Versprechen.
Die halten den Bentley im Zaum: Hinter den mächtigen 20-Zöllern sorgen optional Carbon-Siliciumcarbid-Bremsen für satte negative Beschleunigung. Der Spaß kostet allerdings 14.994 Euro Aufpreis.
Untrüglicher Hinweis: Wenn das geflügelte "B" und der charakteristische Grill im Rückspiegel auftauchen, sollte die linke Supr recht zügig geräumt werden.
Geräumig: Der Bentley bietet viel Platz für Fahrer und Beifahrer, der Fond fällt allerdings deutlich knapper aus.
Edel: Hochwertiges, erstklassig verarbeitetes Leder und metallische Oberflächen prägen das äußerst noble Ambiente im Continental GT Speed.
Vielversprechend: Die Tachoskala reicht bis Tempo 340 – stark übertrieben ist das nicht.
Erlesen: Die analoge Borduhr stammt vom bekannten Edeluhren-Hersteller Breitling.
Wer am Steuer eines Coupés auf dieses Logo blickt, hat es geschafft: Bentley zu fahren ist ein kostspieliges, sehr exklusives Vergnügen.
Harmlose Taste: Auch mit abgeschaltetem ESP lässt sich der Bentley nur mutwillig und krampfhaft in den Drift zwingen. Der Allradantrieb verteilt die Kraft einfach zu intelligent an die Räder.
Massiv: Der schwere Wählhebel liegt satt in der Hand.
Flexibel: Schalter für Fahrwerk, Niveauregulierung, Spoiler und Sitzheizung.
Englischer Geldadel: Für einen Continental GT Speed werden ohne Extras 205.751 Euro fällig. Die Ausstattung des Testwagens ließ den Preis auf 220.745 Euro klettern. Trotzdem ist der Bentley das günstigere Angebot des Vergleichs.
Platz zwei geht nach Stuttgart. Der CL 65 AMG, das edelste Teil im Portfolio von Mercedes, bietet ein Höchstmaß an Fahrkomfort und ...
... besticht durch seinen hammerharten Motor. Die zwölf Zylinder in klassischer V-Anordnung holen dank zweier Turbos aus sechs Litern Hubraum 612 PS und ein sagenhaftes Drehmoment von 1000 Nm.
Quer: Bei abgeschaltetem ESP gelingen Drifts im CL 65 AMG sehr leicht. Auf der Rennstrecke sind die Heckschwenks bei etwas zu starkem Gaseinsatz natürlich eher nachteilig. Außerdem ist die Karosserie zu stark in Bewegung. Die Rundenzeit: 1:49,60 Minuten.
Wer die Traktion im Griff hat, ist mit dem CL sauschnell unterwegs: Der Sprint von 0 auf Tempo 100 gelingt in 4,7 Sekunden, 200 Sachen stehen nach 14,1 Sekunden auf dem Tacho, aber ...
... bei 250 km/h ist serienmäßig Schluss mit dem Fahrvergnügen. Eine Anhebung auf 300 km/h gibt es auf Wunsch.
Handgeschmiedet: 20-Zoll-Räder im Doppelspeichen-Design.
Monströs: Die AMG-Fanfaren klingen nach Leistung satt.
Bequem: Im CL gibt es vielfältig einstellbare Sitze mit Massagefunktion – auf der Rennstrecke braucht man sowas nicht unbedingt.
Moderne Zeiten in klassischem Holz: Über den mittigen Monitor werden alle wichtigen Funkionen angezeigt, die sich ...
... mit dem Bedienelement auf der Mittelkonsole steuern lassen. Eine Auflage aus Wurzelholz schmeichelt der Hand.
Virtuell: Die große Tachoanzeige wird im Mercedes digital erzeugt.
Für alle Fälle: Die Automatik lässt sich über Paddel am Lenkrad auch manuell schalten.
Eckig: Der analoge Zeitmesser im CL 65 AMG stammt vom Uhrenhersteller IWC.
Wo dieses Logo auf dem Heckdeckel prangt, wird es nicht nur rasant, sondern auch teuer: In der Grundausstattung werden für einen CL 65 AMG 219.555 Euro fällig. Der hat dann allerdings bis auf ein Abstandsradar (2297 Euro) schon sämtliche Annehmlichkeiten an Bord.
Keine Frage, wo diese beiden Luxusathleten auftauchen, ist Begeisterung nicht fern. Das gilt vor allem für die Piloten, die neben dem edlen Ambiente ...
... auch Fahrleistungen auf Sportwagen-Niveau genießen können. Solange es nur geradeaus geht, brauchen Continental GT und CL 65 AMG kaum Konkurrenz zu fürchten. Auf der Rennstrecke haben sie an ihrem hohen Gewicht schon schwerer zu knacken.
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