28.09.2009
Bilanz IAA 2009
Weniger Besucher als im Rekordjahr 2007, aber mehr als erwartet. Die IAA 2009 hat bewegt. Rund 850.000 Autofans pilgerten nach Frankfurt. Der VDA zeigt sich sehr zufrieden.
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Die IAA 2009 ist Geschichte, 100 Weltpremieren wurden von rund 850.000 Besuchern bestaunt. Wir sind sicher: Ab dem 15. September 2011 sehen wir uns wieder.
Und hier unser Fazit: Fünf AUTO BILD-Redakteure geben Hinweise, um im IAA-Dschungel den richtigen Weg zu finden. Der Öko-Pfad: Wird sich das Warten auf den VW E-up lohnen? Bis 2013 wird es dauern, bis aus der Studie ein Serienauto wird. VW will auf Nummer sicher gehen und warten, bis der 3+1-Sitzer mit 54-PS-Motor bezahlbar ist.
Die Preisliste des VW up! wird wahrscheinlich bei rund 8500 Euro beginnen – dafür gibt es dann den dreitürigen Basis-Benziner mit drei Zylindern.
VW plant auf Basis des up! einen ganze Modellfamilie – mit längerem Fünftürer, als Cabrio oder mit einem Elektromotor wie die Studie auf der IAA 2009.
Trotz der kompakten Abmessungen (Länge rund 3,20 Meter) soll der VW up! ausreichend Platz für vier Personen bieten. Das Cockpit der Studie wirkt hoch technisiert – der Basis-up! dürfte deutlich schlichter ausfallen.
Mercedes Blue Zero E-Cell Plus: Nach Vorbild des Opel Ampera setzt nun auch Mercedes auf die Kombination von E-Antrieb mit Benziner als Reichweitenverlängerer (treibt die Räder nicht an). Ergebnis: eine Reichweite von 600 Kilometern, davon 100 rein elektrisch.
Hinter dem "Concept Blue Zero" steckt die nächste Mercedes B-Klasse. Den Mercedes Blue Zero E-Cell gibt es mit rein elektrischem Antrieb (rechts im Bild) und als E-Cell Plus (links) mit separatem Verbrennungsmotor, der als Generator arbeitet und bei Bedarf die Akkus lädt.
Sind die 100 Kilometer Reichweite nicht genug, startet der Benziner des E-Cell Plus und lädt die Lithium-Ionen-Batterien wieder auf. Der Benziner hat einen Liter Hubraum, einen Turbolader, drei Zylinder und leistet 69 PS. Beide Systeme ermöglichen eine Reichweite von 600 km.
Im Mercedes Blue Zero E-Cell, dem reinen Elektroautokonzept, schafft der Akku eine Reichweite von 200 Kilometern. Einmal volltanken macht ca. 2,70 Euro bei einer Kapazität von 15,3 Kilowattstunden (kWh). Drei bis vier Stunden hängt die leere Batterie am Netz.
Wie schon in der aktuellen A- und B-Klasse sitzen die Passagiere rund zehn Zentimeter höher als in konventionellen Fahrzeugen. Der Sandwichboden nimmt platzsparend Bauteile des Antriebs auf und erhöht den Aufbau.
BMW 320d Efficient Dynamics Edition: Satte 163 PS, aber nur 4,1 Liter Diesel auf 100 Kilometer (109 Gramm CO2/km) – dieser 320d ist der Super- Sparer von BMW. Optimierte Aerodynamik, längere Hinterachsübersetzung – und trotzdem Fahrspaß.
Smart Electric Drive: Auf der IAA 2007 saß der E-Antrieb noch in einem Smart der ersten Generation. An Bord: alte Zebra-Akkus. Nun soll ein aktueller Smart mit Lithium-Ionen-Akkus von Tesla die Marktreife erreichen. Erste Autos laufen im November vom Band. Marktstart ab 2012.
Ford Focus Econetic: Anfang 2010 erreicht dieser Focus 99 Gramm CO2 pro Kilometer. Start-Stopp-System, Energie-Rückgewinnung durch die Lichtmaschine und Eco-Mode machen es möglich. Auch auf der IAA: ein E-Focus, der ab 2010 erprobt wird.
Peugeot iON: Das Schwestermodell des Mitsubishi i-MiEV kommt Ende 2010 auf den Markt. Anders als die schräge Peugeot-Elektrostudie BB1 ist der iON massentauglich. Reichweite 130 Kilometer, Ladezeit sechs Stunden, Motorleistung 64 PS.
Tesla Model S: Das zweite Modell der E-Auto-Pioniere soll 2011 auf den Markt kommen. Den Siebensitzer gibt es mit drei Akku-Paketen – für Reichweiten von 260, 360 oder 480 Kilometer: Preis: 45.000 Euro. Es gibt erste Reservierungen.
Trotz der coupéhaft gezogenen Dachlinie soll der Tesla Model S ein echtes Raumwunder abgeben: Bis zu sieben Personen finden in der Fließhecklimousine Platz – fünf Erwachsene und zwei Kinder.
PS-Ring: Leistung, Lust und Leidenschaft. Mit dem Mercedes SLS AMG ist der Flügeltürer zurück, fast so schön wie damals. Aber deutlich schneller. Mit V8-Frontmittelmotor und 571 PS sind locker 317 km/h drin! Anfang 2010 kommt er in den Handel, für 177.310 Euro.
Das Besondere am SLS: Er interpretiert das große Original von 1954, ist aber kein Retro-Auto. Er verschafft sich Respekt, ohne ihn zu fordern. Er wirkt nicht so fremd wie der Supersportler SLR mit seinen britischen Genen. Anders als das mit McLaren in England produzierte Kooperationsmodell ist der SLS ein AMG-Eigengewächs.
Technisch ziehen die Schwaben fast alle Register, die im modernen Sportwagenbau möglich sind. Nur vier Prozent des Spaceframe-Chassis bestehen aus Stahl, beim Rest – auch der Karosserie – kommt Aluminium zum Einsatz. AMG meint es also ernst mit dem Leichtbau.
Dicke Backen: neuer Porsche 911 Turbo mit 3,8-Liter-Boxer und 500 PS. Das reicht für 312 km/h Spitze.
Beim Anblick des VW Scirocco R jubelt der Fanclub am Wörthersee: Das stärkste Coupé hat den gleichen Zweiliter-TSI wie der Golf, aber mit 265 PS und reinem Front- statt Allradantrieb. Das wird die Diskussionen um den schnellsten Werks-VW anheizen. VW liefert ab Ende 2009.
Rolls-Royce Ghost: So sitzt es sich im "kleinen" Royce, dem 5,40 Meter langen Ghost. Der wird von einem 6,6-Liter-V12-Doppelturbo mit 570 PS angemessen fortbewegt. Alle Sorgen über zu wenig Platz sind übrigens unbegründet, es lebt sich fürstlich. Preis: rund 250.000 Euro.
Im Vergleich zum größeren Phantom kommt der Ghost sportlicher daher, ohne dabei die klassische britische Eleganz einzubüßen. Details wie die zweifarbige Lackierung oder den Windschutz-Scheibenrahmen aus gebürstetem Aluminium übernimmt der Ghost vom Phantom.
Lamborghini Reventón Roadster: Der neue Stealth-Bomber von Boeing? Nein, ein offener Lambo. Ein Geschoss mit 6,5-Liter-V12 und 670 PS. In 3,4 Sekunden auf 100, 330 km/h. 1,1 Millionen Euro – ohne Steuern natürlich.
Bentley Mulsanne: Im 5,57 Meter langen und 1,93 Meter breiten Bentley erwacht der generalüberholte 6,75-Liter-V8-Doppelturbo zu neuem Leben. 512 PS und sagen hafte 1020 Nm bei 1800 Touren, Achtstufenautomatik – da wird der Chauffeur Spaß bei der Arbeit haben.
Ferrari 458 Italia: Am Mittelmotor-Boliden, dem Nachfolger des F 430, hat Schumi mitentwickelt. 4,5-Liter-V8 mit 570 wilden Cavalli, dreht bis 9000 Touren. 3,4 Sekunden von 0 auf 100, 325 km/h Spitze, Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen.
Das Triebwerk röhrt unter Glas, damit der geneigte Betrachter wie beim Vorgänger F430 auch optisch eine Vorstellung wahrer Kraft geliefert bekommt.
Die Alltags-Straße: Mit dem neuen Astra trotzt Opel der Krise. Und dürfte VW zumindest ein bisschen ärgern. Der Fünftürer startet als 1,4-Liter mit 87 PS bei 15.900 Euro, bietet mit Optionen wie dem adaptiven Fahrlicht (Bi-Xenon mit neun automatischen Lichtverteilungen für 1250 Euro) oder dem integrierten Fahrradträger (590 Euro) interessante Lösungen.
Erste Aufgabe für den neuen Opel Astra: Den Konzern retten. Könnte klappen, bei Preisen ab 15.900 für die Basis mit 87 PS. Aufgabe Nummer zwei: Billiger sein als der VW Golf. Mission erfüllt.
Das Cockpit des neuen Astra ist geschmackvoll und hochwertig, die Instrumente sind gut ablesbar. Schönes Detail: der Opel leuchtet in unterschiedlichen Farb- und Lichtwelten.
Kia Venga: Chefdesigner Peter Schreyer führt die Koreaner in ein neues, modernes Zeitalter. So gesehen passt der Name des pfiffigen Mini-Vans (ab Mitte 2010) perfekt. Venga bedeutet so viel wie "Los" oder "Komm".
Citroën C3: Schön, wie der C3 mit seinem fröhlichen Design die Kleinwagenklasse belebt. Außerdem wird der frische Franzose breiter (1,71 Meter) und länger (3,94 Meter), sorgt so für entspanntes Reisen. Drei Diesel und vier Benziner zwischen 60 und 120 PS stehen zur Wahl.
Skoda Superb Combi: Große Klappe und viel dahinter. Mit dem riesigen Superb Combi werden VW Passat Variant und sogar Audi A6 Avant sicherlich heftig zu kämpfen haben. Im geräumigen Heck kann man es sich auch mit 1,97 Metern sehr bequem machen.
BMW X1: Die Bayern machen Diät und bringen unterhalb des erfolgreichen X3 den kompakten X1. Flacher (1,55 Meter) und kürzer (4,45 Meter) als der große Bruder, nimmt der X1 ab 24. Oktober 2009 Tiguan & Co. ins Visier. Mit reinem Heckantrieb geht es bei 27.200 Euro los.
Der X1 ist zwölf Zentimeter kürzer und zwölf Zentimeter flacher als der Bruder X3 – das ist in der kompakten SUV-Welt wie Harz gegen Himalaya. Erstaunlich, weil beide auf der Plattform des 3ers aufbauen.
Die Design-Allee: Das markante Gesicht eines Aston Martin taugt also auch für ein viertüriges Reise-Coupé – und wie! Weil der Aston Martin Rapide seine kantige Schärfe bis in die "Problemzone Heck" behält, wirkt er schon im Stand sportlicher als der leicht barock-breite Panamera.
Selbstredend, dass der Rapide nicht nur gut aussieht, sondern auch ein technischer Leckerbissen ist: Unter der langen Haube säuseln zwölf Zylinder, die den Briten bei Bedarf in 5,3 Sekunden auf 100 km/h schieben. Erst bei Tempo 303 endet die Beschleunigungsorgie.
Die dicke Nase und die starken Schultern verraten: Der Renault Zoe spielt mit Anklängen an SUV und Coupé, vom nüchternen Bierernst der Öko-Studien keine Spur. Auf 4,10 Meter Länge passen auch Schmetterlingsfügel – bei Renault kehrt der Mut zurück.
Mini Roadster Concept: Warum sind die Engländer nicht eher auf den Zweisitzer gekommen? Sehr gierig das Ding, der Sommer 2011 muss gut werden. Bitte!
Klassische Roadster-Proportionen: Im Vergleich zum Mini-Cabrio ist der Mini Roadster Concept flacher und länger. Der Roadster ist zwei Zentimeter länger als das Cabrio und ganze sechs Zentimeter flacher.
Peugeot 308 RCZ: Das Coupé trägt zwei erotische Dachrundungen, bei Zagato früher "double bubbles" genannt. Mit Motoren von 140 bis 200 PS kommt der Franzosen-TT im Frühjahr 2010 zu uns – womöglich zu spät, um das Original von Audi ernsthaft zu bedrängen.
Ab Frühjahr 2010 geht das schicke Peugeot-Coupé auf Kundenfang und wildert dann im Revier von Audi TT, Porsche Cayman und Nissan 370Z. Schon ab 26.450 Euro steht der Basisbenziner Peugeot RCZ 155 THP (156 PS) vor der Haustür.
Maserati GranCabrio: Der stille Star der grünen Woche streckt sich so verführerisch über üppige 4,88 Meter Länge, dass Fakten zur Nebensache schrumpfen: 440 PS, 283 km/h Spitze. Das Dach öffnet in lasziv langen 28 Sekunden, gefühlt darf es gern länger dauern. Maseratis erster offener Viersitzer kommt Anfang 2010 ab 140.000 Euro.
Beim Stoff-Häubchen bleibt der Italiener klassisch, Spielereien wie ein elektrisch klappendes Blechverdeck gibt es nicht. Immerhin verschwindet auch der Stoff elektrisch unter der Abdeckung aus Verbundwerkstoff.
Der Holz-Weg: Brabus E V12. Bodo Ballermann hat wieder zugeschlagen. 800 PS, 370 Spitze, 498.000 Euro. Für eine E-Klasse! So zeitgemäß wie kalter Krieg. Und dann diese Optik. Dieser Mucki-Schlitten wäre selbst Batman peinlich ...
VW L1: Hinter vorgehaltener Hand geben die Entwickler zu: So kommt das Auto nie! Viel zu extravagant, nur ein Schaufenster für alles, was möglich wäre. Tolle Ingenieurleistung mit weniger als 1,5 Liter Verbrauch. Ein Fall fürs Guinnessbuch der Rekorde – und für die Asservatenkammer. Vorschlag: Bringt schnellstens den up, das passt!
Der VW L1 basiert auf dem millionenschweren Fahrzeug aus dem Jahr 2002, wird aber von einem Zweizylinder-Diesel angeschoben. Vor sieben Jahren schnaufte ein Zylinder weniger. 36 PS leistet der kleine Selbstzünder, der von elektrischen Komponenten unterstützt wird.
Das Lenkrad ist winzig und oben wie unten abgeflacht. Das sieht cool aus und spart Platz. Im Pralltopf versteckt: ein extrem klein gefalteter Airbag.
Mansory Vitesse Rosé: Dieser Bentley Continental GT Speed ist nur eine von vielen unschuldigen Edel-Karossen, die Mansory vergewaltigt hat. Auch ein Aston Martin DB9, Porsche Cayenne oder Bugatti Veyron kamen beim Tuner unters Messer. Schämt euch!
Audi e-tron: Ein Supersportwagen, der komplett unter Strom steht. 313 PS aus vier Elektromotoren. Und jetzt kommt's: 248 Kilometer Reichweite. Nie und nimmer. Zwei, drei Gasstöße, und die Batterien sind mausetot. Von Audi erwarten wir kleine, leichte Stromflitzer!
BMW ActiveHybrid X6: Fangen wir beim Positiven an – BMWs Hybrid für den X6 ist serienreif. Doch zu welchem Preis? 102.900 Euro. Viel zu teuer, viel zu aufwendig. Dieses Luxus-Konzept hat keine Zukunft. Warum nicht einen Hybrid-3er zum volksnahen Kurs?
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