Er ist (fast) fertig. So sieht der neue Opel Astra GTC (ab Herbst im Handel) aus, wenn Irmscher den Sportler sportlicher gemacht hat. Bis zu 40 Zusatz-PS, 30 mm tieferes Fahrwerk, größere Räder (21 Zoll mit 245er Reifen) nebst Spoilerlippe und Seitenschweller werden für deutlich mehr Dynamik sorgen.
Am Heck fällt sofort der Dachspoiler auf. Das ist aber nicht die einzige Veränderung im hinteren Bereich.
Zusätzlich montiert Irmscher eine Diffusor-Heckschürzenblende, aus dem die elliptischen Doppelendrohre des Nachschalldämpfers herausgucken. Werfen wir noch einen Blick auf das Serienmodell. Fahren durften wir ihn ja bereits.
Ist der neue Opel
Astra GTC wirklich ein Sportler? Oder einfach nur ein stinknormaler Astra mit drei Türen? Erstes Ergebnis beim Elchtest: Der Opel GTC pfeift durch die versetzten Gassen, schwenkt beim dritten Spurwechsel zart mit dem Heck – und wirft keine Pylone um. Motorisiert ist der Test-GTC mit dem 1.6 Turbo mit 180 PS, dem stärksten zum Serienanlauf verfügbaren Triebwerk.
Im Vergleich zum ebenfalls sehr ruhig liegenden, jedoch auch sehr braven Astra-Fünftürer ist der GTC schön agil geworden. Das liegt vor allem an der neuen Vorderachse. Das entscheidende Teil heißt "HiPerStrut". Das englische Kürzel steht für Hochleistungsfederbein und kam bereits im
Insignia OPC sowie in den Insignia-Ablegern Buick LaCrosse und
Saab 9-5 zum Einsatz.
Es unterscheidet sich vom konventionellen McPherson-Federbein durch geänderte Drehpunkte und Befestigungen. Dadurch verringern sich die Störeinflüsse des Antriebs auf die Lenkung, die so mehr Rückmeldung und ein aktiveres Fahrgefühl vermittelt. Zeit für ein paar schnelle Runden auf dem Handling-Parcours: Der GTC lenkt hier sehr willig ein, ...
... vermittelt trotz der elektrischen Servounterstützung über die Lenkung viel Gefühl für Fahrzustände und Fahrbahn und lässt sich auch durch mutwillig provozierte Lastwechsel nicht aus der Ruhe bringen.
Aber Kritikpunkte gibt es auch: Die Sitzposition fällt wie auch im normalen Astra zu hoch aus. Und die Sicht nach hinten ist mangelhaft. Wer bis November einen GTC bestellt, erhält die hinteren Parkpiepser gratis. So, als wüssten die in Rüsselsheim selbst ganz genau, was sie den Fahrern da zumuten. Übrigens: Die Stockhandbremse des Prototyps wird noch verschwinden.
Geschaltet wird der GTC 1.6 Turbo (ab 23.250 Euro) über ein Sechsgang-Schaltgetriebe.
Das Gepäck kommt beim 4,47 Meter langen
Opel nicht zu kurz: Er schluckt mindestens 370 bis 1235 Liter.
Das gefällt uns: Das Handling, denn mit der neuen Vorderachse untersteuert der Astra nicht mehr. Das fehlt uns: Das Feuer, denn das großartige Fahrwerk verträgt deutlich mehr als die 180 PS des 1.6 Turbo. Das überrascht uns: Die Sitzposition ist viel zu hoch, das passt nicht zu einem sportlichen Coupé. Fazit von Redakteur Lingner: Der neue GTC ist ein Manta im Astra-Kleid. Das agile ...
... und neutrale Fahrverhalten macht aus dem Opel ein extrem sportliches Kompakt-Coupé. Der Scirocco bekommt auf einmal starke Konkurrenz aus Rüsselsheim. Wertung: vier von fünf möglichen Sternen. Es folgen weitere Infos und Eindrücke zum neuen GTC.
Mit ihren kompakten Coupés rangeln Opel und VW schon seit Jahrzehnten um Testsiege und Käufer. Der neue
Opel Astra GTC eröffnet eine neue Runde im Kampf
Opel gegen
VW.
Denn der Coupé-Ableger des
Opel Astra jagt ab Dezember 2011 natürlich den Meister seiner Klasse. Und das ist seit seinem Start 2008 der
VW Scirocco.
Der GTC basiert auf seinem Kompaktbruder, dem fünftürigen
Opel Astra. Was auch sichtbar ist, obwohl bis auf die Spiegelgehäuse und die Antenne kein Karosserieteil identisch sein soll.
Dem GTC hat
Opel mehr Spurweite und exklusiv eine verbesserte Vorderachse spendiert, die weniger Antriebseinflüsse im Lenkrad spüren lassen und die Traktion erhöhen soll.
Für weitere Sportlichkeit ist ein Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern bestellbar (FlexRide, 980 Euro), das die Wahl zwischen Sport und Komfort ermöglicht.
Familientauglich ist der der GTC auch. Denn hinten gibt es auch für Erwachsene genügend Platz.
Das weitaus wichtigere Argument für Coupé-Freunde befindet sich aber weiter vorn: der Fahrersitz. Der ist beim
Opel zwar sehr sportlich ausgeformt, verdient aber alles andere als schlechte Noten – wenn man von der bereits bemängelten Sitzhöhe absieht.
Das Cockpit ist für den Kenner nichts Neues: etwas überfrachtet und erst nach einiger Eingewöhnung blind zu bedienen.
Nicht unerwartet kommt im Astra auch neue Sicherheits-Technologie zum Einsatz. Etwa eine Frontkamera für Spurhalte-Assistenz, Abstandswarnung und die Erkennung von Tempolimits und Überholverboten (525 Euro).
Das Motorenangebot des Astra GTC reicht bei den Benzinern vom 1,4-Liter mit 100 PS bis zum 180 PS starken 1.6 Turbo. Auch ein 2-Liter-CDTI-Diesel mit 165 PS ist im Programm.
Das sieht nicht nur sportlich aus, es sorgt sicher auch für ein straffes Fahrgefühl: Auf Wunsch gibt es Räder im mächtigen 20-Zoll-Format.
Coupé bedeutet nicht automatisch flach: Der Astra GTC misst 1,48 Meter in der Höhe. Damit ist er neun Zentimeter höher als der VW Scirocco. Ab Dezember 2011 gibt es den Astra GTC mit vorerst maximal 180 PS. Der OPC, der in den 200-PS-Bereich des Scirocco vorstößt, lässt noch auf sich warten.
Fazit von AUTO BILD-Autor Michael Harnischfeger: Opel platziert den Astra GTC geschickt. In der Spitze (noch) nicht so stark wie der VW Scirocco 2.0 TSI mit 210 PS, dafür mit 100 Einsteiger-PS zum verlockenden Preis von unter 20.000 Euro. So wird er auch interessant für Menschen, die sonst eher preiswerte Import-Coupés kaufen.
Die Vorgänger des Opel Astra GTC: Von 1970 bis 1975 gab es den
Manta A. Ein Coupé vom alten Schlag mit Starrachs-Hinterradantrieb.
Gefolgt vom
Manta B. Ein Dauerläufer der von 1975 bis 1988 gebaut wurde. Als Stufen- oder Schrägheck-Variante (Foto) gab es das Sportcoupé.
Von 1990 bis 1997 gab es den Calibra: ein windschlüpfiger Torpedo, der auch als Allrad-Turbo mit 204 PS zur Verfügung stand.
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