Schüsse fallen, eine Explosion ist zu hören – die Lage vor der Bank eskaliert. Jetzt können nur noch die gepanzerten Trucks der Special-Weapons-And-Tactics-Einheiten (SWAT) in die "heiße Zone" vordringen, um die Gefahr einzudämmen
Gebaut, um die Spezialisten der Polizei vor Kugelhagel und Handgranaten zu schützen. "Rollende Bunker" nennen die vermummten Cops ihre bis zu zwölf Tonnen schwere mobile Lebensversicherung. Hier der
BATT von Armored Group LLC.
Neben der Fledermaus sind bei den SWAT-Teams auch noch BearCat und Pit-Bull im Einsatz. Namen, die für ein kompromissloses Äußeres stehen. "Wenn die bösen Jungs unseren Truck vorfahren sehen, sollten sie kapieren, dass sie einen Fehler gemacht haben", sagt Axel Weisse von
Alpine Armorinc Inc., dem Hersteller des Pit-Bull VX.
Wie die meisten seiner "Kollegen" basiert auch der Acht-Tonnen-Pit-Bull auf einem
Ford F-550. Der ist unter den dicken Stahl jedoch nur noch zu erahnen.
Ein 6,7 Liter großer V8-Turbodiesel mit 300 PS macht dem Panzer ordentlich Dampf. Im Ernstfall zählt jede Sekunde.
In der Fahrerkabine ist Platz für zwei Beamte. Im hinteren Bereich können nach Bedarf bis zu acht Cops transportiert werden.
Die Panzerung wird mit Level A9/B6+ angegeben. Anders ausgedrückt: Militärwaffen wie AK-47 oder G3 von Heckler und Koch können den Pit-Bull nicht beeindrucken.
Die Geschosse werden durch unterschiedliche Schichten aus Stahl und Verbundstoffen aufgehalten.
Notlauf-Reifen und verstärkte Achsen sind Standard bei den Trucks.
Besonders an Übergängen von Türen und Fenstern muss darauf geachtet werden, dass keine Schwachstellen entstehen.
Der Motor ist durch eine kugelsichere Ummantellung geschützt. Vor dem Kühler befindet sich ein weiterer Schutzschild.
Die vier Zentimeter dicken Fenster sind nicht zu öffnen. Eine Klimanlage ist daher notwendig. Der Pit-Bull hat für vorne und hinten je eine eigene Anlage.
Die Auspuffanlage ist verdeckt und vor Sabotage geschützt.
Tritt-Gitter und Haltegriffe ziehen sich rund ums Fahrzeug. So kommen die SWAT-Teams noch schneller in die "heiße Zone".
Jeweils vorne links und rechts: Suchscheinwerfer.
Nur die blauen und roten Blinklichter erinnern an ein klassisches Polizeiauto.
Was sich hinter der massiven Stahl-Tür eines SWAT-Trucks verbirgt ist geheim. Nur wenige Hersteller erlauben einen Blick ins Innere.
Die Luken auf dem Dach sind nicht nur Notausstiege. Hauptsächlich dienen sie den Scharfschützen der Spezialkräfte.
Die Scharniere der schweren Türen wurden verstärkt, um sogar der Sprengkraft einer Granate zu widerstehen.
Als der Pit-Bull im Oktober 2011 in Chicago präsentiert wurde, waren Polizisten aus aller Welt begeistert. "Nur die Deutschen fanden ihn zu aggressiv", so Axel Weisse von Alpine Armoring.
Die bei uns undenkbare militarisierung der Polizei ist in den USA, Süd-Afrika, Mexiko und Brasilien scheinbar die Antwort auf die wachsende Brutalität, mit der Kriminelle dort vorgehen. Bis zur Jahrtausendwende gab es keine ausreichend gepanzerten Einsatzfahrzeuge für die US-Polizei.
Erst nach dem Amoklauf an der Columbine High School am 20. April 1999 begann der heute größte Hersteller von SWAT-Fahrzeugen,
Lenco Armored Vehicles, mit der Produktion des BearCat.
Der BearCat wurde in enger Zusammenarbeit mit Polizisten immer weiter verbesser. Bislang sind 70 Einsätze bekannt, in denen der BearCat tatsächlich beschossen wurde. Zuletzt versuchte ein Krimineller in Texas mit 35 gezielten Schüssen aus einer AK-47 die Insassen eines BearCat zu treffen. Ohne Erfolg, die Panzerung hielt.
"Der BearCat hat das taktische Vorgehen der Spezialkräfte deutlich verändert", sagt Lenco-Chef Lenny Light. Die Einsatzkräfte kommen viel schneller an den Einsatzort, können Gangster früher stoppen, Verletzte und Geiseln besser schützen.
Mit New York (NYPD) und Los Angeles (LAPD) gehören die zwei größten Polizeieinheiten zu den Hauptabnehmern. Die US-Luftwaffe sicherte während des Irak-Kriegs ihre heimischen Kasernen mit dem BearCat, da ihre
Humvees fast alle im Einsatz waren.
Nach dem Tod von Osama bin Laden galt in den USA die höchste Terrorwarnstufe. Die US-Park-Police in Washington nutzte in dieser Zeit den BearCat, um das Regierungsviertel zu sichern.
Der große Bruder der Katze heißt schlicht Bear (Bär). Das Bild zeigt das "New Hampshire State Police SWAT-Team" bei einer Geiselnahme in Manchester. Nach drei Tagen zäher Verhandlung rückte der Bear vor und evakuierte rund 15 Zivilisten.
Das "South Suburban Emergency Response Team (SSERT)" mit dem BarCat im Einsatz.
Der BearCat bietet Schutz gegen Scharfschützengewehre mit Kaliber 50.
Das Taktische Schutzfahrzeug (TPV) von Oshkosh basiert ebenfalls auf einem Ford F-550. Allerdings wurde der Radstand verkürzt, um den Koloss wendiger zu machen
40mm-Granaten sind für das TPV keine Bedrohung. Die Antwort auf Beschuss erfolgt überlicherweise aus einer der zahlreichen versteckten Schießscharten.
Im TPV kann sich ein Scharfschütze in den Fußraum des Fonds legen und durch ein vergrößertes Loch im unteren Türbereich zielen.
In der Langform heißt dieser Truck der
Armored Group LLC "Ballistic Armored Tactical Transport". Das Zeichen der Fledermaus auf dem Kühler nimmt bereits die Abkürzung vorweg: BATT.
Sollte ein Gangster keine Lust haben, Bat-Man und Co die Tür zu öffnen, helfen die zwei Rammsporne weiter.
Der BATT demonstriert eindrucksvoll, hinter welch dicker Panzerung der Motor liegt.
Hier nun endlich die Einblicke ins Innere. Der Scharfschütze steht auf einer hydraulischen Plattform in der Mitte.
Unter den Fenstern: Schießscharten, die nur von der Besatzung zu bedienen sind.
Großer Bruder von Bat-Man: BATT XL.
Sämtliche Zugänge dieser Trucks sind vor Sabotage geschützt.
Die gepanzerten Fenster sind hier besonders gut zu erkennen.
Die Fahrerkabine des Ford Super Duty hat sich kaum verändert. So müssen die Fahrer nicht lange geschult werden.
Die Öffnungen sind groß genug für Gewehre.
Platz für acht Männer der Sondereinheit, plus Fahrer und Beifahrer.
Die gerippte Folie sorgt für besseren Halt, falls die Cops aufs Dach müssen.
Geldtransporter sehen von Innen nicht anders aus und werden in der Regel von den gleichen Herstellern angeboten.
Die Lampen sind von Weiß- auf Rotlicht umstellbar. Letzteres wird bei Nacht genutzt.
Texas Armoring panzert bei Bedarf auch Pkw wie diesen Chevrolet Camaro.
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