Ist der neue
Porsche 911 ein würdiger Elfer? Er ist kompakt. Schmal. Ein Auto, mit dem man nicht nur tempobolzen, sondern vor allem auf engen Landstraßen Spaß haben kann. Als Global Player hat
Porsche jedoch Rücksicht auf die Bedürfnisse der Chinesen und die Vorschriften der Amerikaner nehmen müssen, ....
... findet AUTO-BILD-Redakteur Stefan Voswinkel. Der Elfer hat einen Wohlstandsbauch angesetzt: zehn Zentimeter mehr Radstand für mehr Platz. So ist er einige Zentimeter länger als ein 928 geworden. Und viel schlimmer: genauso breit.
Das heißt in Zahlen: Der Radstand wächst um 100 Millimeter. Vorn (32 Millimeter) und hinten (zwölf Millimeter) haben die Ingenieure die Überhänge verkürzt und den Elfer elf Millimeter tiefergelegt. Er wirkt dadurch kompakter, obwohl er in Wahrheit ...
... 56 Millimeter länger wird. Trotzdem soll der neue 911er auch eine verbesserte Querdynamik bieten. "Höchste Performance auf bisher unerreichtem Niveau" verspricht der Sportwagenhersteller. Vor allem die breitere Spur an der Vorderachse, die neue Hinterachse und die neue elektromagnetische Servolenkung sollen zu dieser Performance beitragen.
Der bisherige Einstiegsmotor beim 911 mit 3,6 Litern Hubraum wird durch einen kleinen Bruder mit 3,4 Litern ersetzt. Der "kleine" Boxer leistet 350 PS und soll nur 8,2 Liter im Schnitt verbrauchen – immerhin 1,6 Liter weniger als der etwas schwächere Vorgänger mit 345 PS.
Der Carrera S wird auch weiterhin von einem 3,8-Liter-Boxer angetrieben, doch bringt es das überarbeitete Aggregat nun auf 400 PS. Trotz der 15 Zusatz-PS soll sich der Motor nun mit 1,5 Liter weniger Sprit begnügen (8,7 Liter).
Erreicht wird die Einsparung unter anderem durch eine Auto-Start-Stopp-Automatik, Bordnetzrekuperation, ein Siebengang-Schaltgetriebe oder das "Segeln" in Verbindung mit dem Doppelkupplungsgetriebe. Ab 2015 soll es noch grüner werden, für diesen Termin gilt ein Plugin-Hybrid als gesetzt.
Trotz der verbesserten Verbrauchswerte gehen Carrera und Carrera S nun nochmals sportlicher zur Sache. Das 350-PS-Coupé soll in Kombination mit dem Siebengang-PDK in 4,6 Sekunden ...
... bis auf Landstraßentempo beschleunigen (vorher 4,7 Sekunden). Wer das Sport-Plus-Paket ordert braucht gar nur 4,4 Sekunden.
Im 50 PS stärkeren Carrera S ist diese Disziplin in 4,3 respektive 4,1 Sekunden erledigt. Zur Höchstgeschwindigkeit der beiden Coupés äußert sich Porsche bislang nicht. Dafür geben die Zuffenhausener nun endlich Preise bekannt: Der Carrera schlägt mit 88.039 Euro, der Carrera S mit 102.436 Euro zu Buche.
Da erwartet den Kunden dann eine bekannte und doch stark modifizierte Optik. Sofort fällt der Blick auf die kräftig ausgestellten Radhäuser, die veränderten Schürzen und die Außenspiegel, die nun auf den Türen sitzen. Die Front wirkt jetzt gedrungener, markanter und macht den neuen 911 damit tatsächlich besser unterscheidbar von
Boxster/
Cayman.
Dank seiner neuen Aluminium-Stahl-Karosserie speckt der 911er 45 Kilo ab und erreicht jetzt eine höhere Steifigkeit als das noch aktuelle Modell. Doch nicht nur das Gewicht, auch der cW-Wert des Sportlers wurde gesenkt. Dazu trägt unter anderem der verbreiterte, variabel ausfahrenden Heckspoiler bei.
Innen müssen sich Elfer-Fans ebenfalls umgewöhnen. Das neue Cockpit orientiert sich am Carrera GT. Die nach vorne ansteigende Mittelkonsole mit dem nah am Lenkrad liegenden Schalt- oder Wählhebel soll den Fahrer nun noch stärker Fahrer integrieren.
Statt der mechanischen gibt es nun eine elektrische Parkbremse. Den freigeräumten Platz nehmen neue Schalter im Panamera-Stil sowie Becherhalter ein.
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