Selten ist irgendwie anders: Im Gegensatz zu seinem Namensvetter aus den Bergen trifft man den
Skoda Yeti (Mitte) mittlerweile an jeder Ecke. Von seinem Erfolg wollen
Mitsubishi ASX (links) und
Suzuki Grand Vitara (rechts) ein Stück abhaben. Wie stehen die Chancen?
Auf den dritten Platz fährt mit 316 von 500 Punkten der
Suzuki Grand Vitara – ein Geländewagen im Kompaktformat. Wer das mag, wird die ruppigen Umgangsformen ...
... und den müden Motor gern in Kauf nehmen. Nicht zu entschuldigen aber sind die miesen Bremsen.
Nicht umsonst trägt der 4,58 Meter lange Suzuki den Zusatz Grand im Namen, mit knapp 30 Zentimeter Abstand zum Mitsubishi ist er der Größte im Vergleich.
Er tritt wuchtiger und bulliger auf als ASX und Yeti, im Gelände kann er am meisten, ...
... mit dem manuell sperrbaren Zentraldifferenzial, ...
... der größeren Bodenfreiheit und der Untersetzung kommt er abseits befestigter Pisten viel weiter als die beiden anderen.
Einen entscheidenden Platzvorteil bringt ihm seine Größe jedoch nicht: Im Vitara sitzt der Fahrer etwas zu hoch ...
... und zu weit weg von den Armaturen, das Lenkrad lässt sich nur in der Höhe verstellen. Der Arbeitsplatz ist schnörkellos.
Gemütlicher geht es dafür im geräumigen Fond zu, die Passagiere ruhen hier ganz locker auf weichen Polstern
Rückbank und Lehne lassen sich geteilt umlegen und komplett nach vorn klappen. Fassungsvermögen: 398 bis 1386 Liter.
Der brummige 1,9-Liter-Diesel (von Renault) müht sich mit seinen 129 PS und 300 Nm Drehmoment nach Kräften, Yeti und ASX zu folgen – allerdings vergeblich. Kein Wunder, ...
... der Vitara trägt knapp 130 Kilo mehr auf der Hüfte als der Mitsubishi. So geht es in 12,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und bis auf maximal 170 km/h.
Auf so etwas wie Handlichkeit legt der Suzuki keinen gesteigerten Wert. Der Grand Vitara ist als Geländewagen ausgelegt, ...
... und genau so benimmt er sich auch: bedächtig. Die träge Lenkung und das hakelige Fünfganggetriebe passen in dieses Bild.
Übertrieben freundlich federt er auch nicht, nimmt Querfugen und Bodenwellen poltrig. Alles halb so schlimm, ...
... abgesehen von den Bremswerten: Der Suzuki steht mit warmen Stoppen aus Tempo 100 erst nach 42,1 Metern – viel zu spät für ein modernes Auto.
27.990 Euro kostet der Grand Vitara 1.9 DDiS in der Ausstattungslinie Comfort. Das ist in diesem Vergleich der günstigste Preis – dabei ist schon echte Gelände-Technik mit drin.
Platz zwei geht mit 325 von 500 möglichen Punkten an den
Mitsubishi ASX. Mit seinem temperamentvollen und sparsamen Motor kann der Japaner ...
... durchaus eine Alternative zum Yeti sein. Aber er hat wenig Platz im Fond und einen vergleichsweise kleinen Kofferraum.
Hübsch gemacht: Das Cockpit des ASX bietet ansehnliche Armaturen, die Ausstattung Instyle kommt mit Navi und Soundsystem. Im schlank und vor allem flach geschnittenen Mitsubishi ...
... können die Passagiere nicht so gut entspannen wie im Suzuki – sie sitzen wesentlich beengter. Der Raum ist hier knapp, und jeder, der auch nur in die Nähe des europäischen Größendurchschnitts kommt, muss den Kopf einziehen.
Vorn passt die Sitzposition dafür umso besser. Auch für Große, die auf bequemen Sitzen untergebracht sind – allerdings mit etwas zu kurzer Lehne.
419 bis maximal nur 1219 Liter passen in den Gepäckraum, das ist nicht übermäßig viel. Die Lehne ist geteilt klappbar, die Ladekante unpraktisch hoch.
Stolz sind die Japaner auf den neuen Diesel, eine Eigenentwicklung. Der 1,8-Liter (150 PS, 300 Nm) arbeitet mit variabler Ventilsteuerung, noch eine Seltenheit bei Selbstzündern. Der Aufwand hat sich gelohnt, ...
... der Vierzylinder zieht ab 1500 Touren kräftig an und dreht bissig, ...
... lärmt und rasselt dabei allerdings vernehmlich. Für den Sprint auf Tempo 100 braucht der ASX 10,8 Sekunden, er schafft 198 km/h Spitze.
Der ASX ist erstaunlich flott und zügig unterwegs, fährt sich mit seiner indirekten Lenkung aber nicht so agil wie der Skoda, ...
... er liegt bei gemäßigtem Tempo ruhig, wird bei höherer Geschwindigkeit aber schaukelig.
Kann man machen, muss man aber nicht unbedingt: Für Ausflüge in gröberes Gelände ...
... hat Mitsubishi dem ASX ein sperrbares Zentraldifferenzial und eine Untersetzung mitgegeben.
Mehr geht in diesem Test nicht: Stolze 31.690 Euro verlangt Mitsubishi für den ASX 1.8 DI-D+ 4WD Instyle – hier gehören aber auch Feinheiten wie das Festplatten-Navi und das Panorama-Dach dazu.
Der
Skoda Yeti schafft es mit 376 von 500 Punkten auf den ersten Platz: Flink und wendig, geräumig und variabel, sparsam und nicht zu teuer ...
... lässt der Yeti lmal wieder nichts anbrennen. Wenn wir uns etwas wünschen dürften, dann wäre das eine komfortablere Federung.
Immer wieder überraschend, wie intelligent der Skoda seinen Innenraum nutzt: außen knuffig und kompakt, innen fast schon riesig. Die kastenförmige Karosserie macht das möglich, ...
... sie bringt den Vorteil eines großzügigen Raumgefühls und der durchweg höchsten Kopffreiheit. Die Athmosphäre im Passagierabteil ist wohnlich.
Vorn sitzen Fahrer und Beifahrer angenehm aufrecht auf straff gepolsterten Sitzen mit viel Seitenhalt.
In der zweiten Reihe bietet der Yeti zwar auch nicht mehr Platz als der Vitara, ...
... er ist aber wandlungsfähiger. Seine drei Einzelsitze im Fond lassen sich verschieben, klappen und – mit ein paar Handgriffen – sogar ausbauen, ...
... sodass ein Laderaum mit 1760 Litern Fassungsvermögen entsteht. In fünfsitziger Konfiguration stößt der Skoda bei 405 Litern an seine Grenzen.
Angetrieben wird der Yeti vom Zweiliter-TDI mit 140 PS und 320 Nm aus dem VW-Bestand. Der Diesel läuft lebhaft und geschmeidig, ...
... wenn auch nicht so leise wie in manchem Auto aus Wolfsburg. Hier hat Skoda offenbar an der Dämmung gespart. In Sachen Sprintvermögen kann er aber durchaus den Lauten machen: 10,4 Sekunden von 0 auf Tempo 100 schlägt in diesem Vergleich keiner. Spitze: 190 km/h.
Der TDI verbrauchte im Test gerade mal 6,6 Liter – sparsam, doch der Mitsubishi lag mit knauserigen 6,1 Litern noch einen halben Liter drunter. Respekt. Vor allem, weil sich der Suzuki 7,3 Liter auf 100 Kilometer genehmigt.
Gerade im direkten Vergleich fährt sich der Skoda ausgesprochen agil, zuckt um die Kurven wie der Yeti auf der Flucht vor Messner. Die Kehrseite seines Sporttalents ...
... ist die straffe bis strenge Federung. Gar nicht mal unangenehm, potenzielle Käufer sollten sich aber darauf einstellen.
Geländegängig auf Knopfdruck: Mit der Offraod-Taste macht sich der Yeti ...
... für einen Ausflug abseits befestigter Asphaltpisten bereit. Das funktioniert schon, so weit wie der Grand Vitara kommt aber auch er nicht.
Der Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4 liegt mit den 29.990 Euro für die Experience-Ausstattung preislich zwischen seinen beiden Konkurrenten, günstige Versicherungstarife senken die Kosten. Damit ist er mal wieder nicht zu packen, wird am Ende auch Preis-Leistungs-Sieger.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Dirk Branke: "Nein, der Yeti ist nicht zu fassen. Der Skoda interpretiert das Thema Kompakt-SUV einfach am besten, wirkt putzmunter und ...
... ist dabei so geräumig und variabel wie ein Van. Die Konkurrenz kann da nur hinterherschauen. Doch auch die beiden anderen SUV sind sympathisch. Am schlanken Mitsubishi gefällt vor allem der sparsame Diesel, ...
... und der Suzuki ist als ehrlicher Offroader eine Empfehlung. Die hier getesteten, jeweils teuersten Ausstattungen braucht man dabei nicht unbedingt."
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