Suzuki Swift Sport,
Citroën DS3 und
Ford Fiesta S (von links) versprechen reichlich Fahrspaß. Bei welchem der drei kräftigen Minis geht das bekannte Konzept "Kleines Auto, viel Wumms" am besten auf?
Platz drei mit 313 von 500 möglichen Punkten: Kaum weniger dynamisch als der Swift, werfen den
Ford Fiesta seine herbe Federung und hohe Kosten zurück. Das können selbst das hervorragende Fahrwerk und die bissigen Bremsen nicht wettmachen. Unter der Fiesta-Haube schlägt ein ...
... 1,6 Liter großes Vierzylinder-Herz, das den kleinen Kölner Sportler mit 134 PS und 160 Nm Drehmoment versorgt, und den Wagen in neun Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt. Mit maximal 195 km/h liegt der Fiesta mit dem Swift gleichauf, bei 7,1 Litern Testverbrauch auf 100 Kilometer ist er Spitze in diesem Vergleich.
Auch als S bleibt der Ford vor allem ein Fiesta. Und damit ein solider, praktischer und geräumiger, wenn auch schlecht überschaubarer Kleinwagen. Die ersten paar Kilometer denkst du dir, mit dem könnte deine Oma zum Tanztee zuckeln. Könnte sie auch, so brav wie er durch die Stadt öddelt.
Aber dann probierst du, ob er dreht, und merkst, wie er über 4000 Touren loslegt und einfach immer weiter hochtourt. Erst am Ende der Drehzahlmesserskala rät ein blinkender Pfeil zum Hochschalten, ...
... dann mit dem hoch positionierten Hebel den nächsten der fünf kurz übersetzten, leierig schaltbaren Gänge nachlegen – und wieder hochjubeln bis zum Pfeilblitzen. Je heftiger du den Fiesta ran nimmst, desto besser wird er, ...
... mit seinem hervorragend abgestimmten, agilen Fahrwerk, der präzisen, rückmeldungsintensiven Lenkung. Auch der Fiesta schwenkt bei Lastwechseln mit dem Heck, ...
... aber etwas sachter und leichter kontrollierbar als der Swift. Federte er zumindest ein wenig, krakelte er nicht so übertrieben und böte er bei seinem ohnehin hohen Preis mehr Ausstattung, dann könnte er dem Swift gefährlich werden.
Der Fiesta glänzt mit einer perfekte Position für den Schalthebel. Die Bedienung ist an sich gut, ...
... das tastenwirre Radio trübt allerdings den Eindruck.
Die Fiesta-Sitze sind nicht ganz so gut ausgeformt wie die im Swift.
Kostbarer Kölner: Mit einem Grundpreis von 19.500 Euro ist der Ford Fiesta S das teuerste Auto in diesem Vergleich.
Platz zwei geht mit 317 von 500 Punkten nach Frankreich an einen eher kompetenten Allrounder als an einen wilden Sportler. Der gut verarbeitete, geräumige und günstige
Citroën DS3 überzeugt in Alltags- und Kostenfragen deutlich mehr als bei Dynamik und Handling.
Im Gegensatz zu Ford und Suzuki toupiert Citroën den Motor des DS3 nicht auf. Hier arbeitet wie im
Berlingo ein 1,6-Liter-Vierzylinder mit 120 PS und 160 Nm Drehmoment, .....
... der am Ende nur für Platz drei in Sachen Fahrleistungen reicht: In 10,2 Sekunden ist der Citroën auf Tempo 100, er erreicht maximal 190 km/h. Sein Verbrauch: 7,4 l/100 km im Testdurchschnitt.
Schnell zeigt sich, dass der DS3 anders ist als die beiden wütenden, harten und etwas halbstark auftretenden Kleinwagen. Fiesta S und Swift Sport geht es um ein wildes Leben, dem DS3 VTi 120 um Lifestyle.
Zu bemüht versucht sich der 1,6-Liter- Motor um Temperament, seine Drehfreude und die kurze Übersetzung des hakeligen Fünfganggetriebes garantieren zwar gute Elastizität, ...
... dennoch wirkt der VTi 120 subjektiv kaum energischer als die Variante mit 95 PS – dass der DS3 richtig sportlich kann, zeigt er erst mit Turbobenzinern. Als SoChic federt er noch schlechter als seine Rivalen, ohne das durch gesteigerte Agilität auszugleichen.
Brav und unbeteiligt kurvt der DS3 um den Handlingkurs, vom ESP strikt und früh eingebremst, von der rückmeldungsarmen Lenkung wenig präzise geleitet. Sorgenfrei, aber nicht das, was man von einem starken Kleinwagen erwartet.
Licht und Schatten: Die DS3-Innenarchitekten können wirklich feinen Stil, ...
... bei der Ergonomie besteht aber durchaus noch Nachholbedarf.
Französisch weich: Die Sitze des nett eingerichteten DS3 zeigen sich nachgiebig.
Der Sportlichste ist der DS3 nicht, wohl aber der Günstigste: Citroën verlangt für den VTi 120 in der Ausstattung SoChic einen Grundpreis von 17.700 Euro.
Mit 327 von 500 Punkten fährt der Suzuki auf Platz eins. So baut man Sportwagen – na ja, sportliche Kleinwagen. Der
Swift begeistert mit seinem energischen Antrieb und seinem agilen Handling. Dazu bietet er viel Ausstattung zum fairen Preis.
Der 1,6-Liter-Vierventiler mit zwei obenliegenden Nockenwellen und variabler Ventilsteuerung leistet jetzt elf PS mehr als bisher, weil die Suzuki-Techniker Zylinderfüllung und Luftdurchsatz verbesserten. 136 PS und 160 Nm kommen so zusammen.
In Sachen Längsdynamik ganz vorne: Von 0 bis Tempo 100 braucht der Swift Sport nur 8,5 Sekunden, maximal schafft er 195 km/h. Allerdings muss man hier auch den mit 7,5 Litern auf 100 Kilometer höchsten Verbrauch in Kauf nehmen.
Der Swift Sport hat in seiner zweiten Generation den wilden Charakter nur geglättet, kaum gezähmt. Das zeigt er auf dem abgesperrten Handlingkurs. Der Motor quirlt bis 7000 Touren, ...
... zerrt mit seiner Kraft an den Vorderrädern, die zackige, auf der Autobahn zu zappelige Lenkung führt ihn präzise um Kurven. Wobei sich zur Richtungsänderung auch seine Lastwechsel nutzen lassen. Fuß vom Gas, ...
... und der Swift kickt mit dem Heck. Weil das ESP erst spät, dann aber resolut eingreift, bietet sich Könnern die Möglichkeit, das Übersteuern in ihre Ideallinie einzuplanen, und allen, die es übertreiben, schnell die Chance, das Grün neben der Strecke abzurupfen. Geglätteter Charakter? Ja, nee, is' klar.
Voll ins Schwarze: Der Umgang im Swift ist einfach. Die Materialauswahl auch, ...
... aber dafür können die Sportsitze mit viel Seitenhalt überzeugen.
Preislich platziert sich der Japaner zwischen seinen beiden Konkurrenten: Für einen Suzuki Swift 1.6 Sport werden 18.490 Euro fällig.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Sebastian Renz: "Wenn doch alles nur Spaß war, dann fällt die Wahl wohl auf Swift Sport oder Fiesta S. Wobei der Suzuki in seiner aktuellen Generation dramatischeres Temperament ...
... mit besserem Komfort und höherer Solidität verbindet. Das sind eigentlich Kerntugenden des Fiesta, der es aber mit der Härte und beim Preis übertreibt. Der Citroën DS3 ist verbindlicher, ...
... weniger krawallig. Er profitiert von seinem geringeren Preis. Aber es ging hier ja um den Fahrspaß und nicht um den Sparspaß."
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