Ein
Volkswagen für Amerika: Der US-
Passat fährt als 2.0 TDI mit DSG für rund 20.000 Dollar vor. AUTO BILD war im Übersee-Ableger auf Amerika-Tour.
Mit 140 PS unter der Haube ist die stattliche Limousine (Länge: 4,86 Meter) zwar kein Energiebündel, beschleunigt – handgestoppt – aber in knapp zehn Sekunden von null auf 100 km/h ...
... und verbraucht über die gesamte Strecke nur 4,8 Liter. Macht rund 1250 Kilometer Reichweite. Das ist ordentlich.
Völlig entspannt schnürt der US-Passat im großen Gang den Highway 119 in Richtung neue Heimat Chattanooga. Die erlaubten knapp 130 km/h schafft der TDI mit leicht erhöhter Leerlaufdrehzahl und damit leise genug, ...
... um die tolle Fender-Musikanlage voll zur Geltung kommen zu lassen. US-Kunden müssen auf kaum ein Komfortextra verzichten. Nur Assistenzsysteme sind Mangelware – da spielt wohl auch die Produkthaftung eine Rolle. Was ebenfalls fehlt, ...
... sind Rückfahrkamera, Xenonlicht und Allradantrieb. Dafür gibt es Leder und Musik zum Sondertarif.
Der Passat absolviert das stete Auf und Ab, die plötzlichen Richtungsänderungen und das dauernde Wechselspiel der Beläge als Null-Fehler-Ritt innerhalb der Sollzeit. Schwächen? Dem Fahrwerk fehlt das letzte Quäntchen Geschmeidigkeit, ...
... die Servolenkung ist nicht ganz so gefühlsecht wie das Gegenstück europäischer Prägung, ...
... die US-Reifen sind mehr der Lebensdauer verpflichtet als Grip und Straßenlage, die Türen klingen beim Schließen eher nach
Polo als nach
Phaeton. Trotzdem wird der US-Passat seinen Weg machen, ...
... denn er bietet vor allem im Fond mehr Platz als die Konkurrenz, ...
... hat mit 529 Litern einen riesigen Kofferraum, ...
... ist im SE-Trimm fast schon luxuriös eingerichtet, lässt sich problemlos bedienen ...
... und gibt sich keine einzige fahrdynamische Blöße. Ein idealer Kandidat für den Graumarkt-Import ist er dennoch nicht wirklich, ...
... denn neben einigen Umrüstungen muss noch mal über ein Drittel des Rechnungsbetrags an Steuern und Zoll nachgezahlt werden.
Zum anderen sind wichtige Extras wie beispielsweis eine EU-taugliche Navigation gar nicht lieferbar.
Und zum Dritten erweist sich die Stufenhecklimousine für viele Kunden eben als weniger sinnvoll als ein Kombi. Die Amerikaner können sich freilich nicht beschweren, denn sie zahlen für den neuen Passat zwischen 7000 und 10.000 Dollar weniger als für den alten, ...
... bekommen gleichzeitig aber mehr Auto fürs Geld. Im Gegensatz zum Rabbit, der nicht einmal dem Käfer das Wasser reichen konnte, handelt es sich beim Passat um einen echten Volkswagen zum Volkstarif.
Zwischen diesen beiden Autos liegen 33 Jahre. Der Rabbit stand für Sparzwang und Verzicht, der Passat bietet erschwinglichen Luxus und Premium-Qualität. Auch deshalb sind die VW-Verantwortlichen überzeugt, ...
... dass es diesmal kein Ende mit Schrecken geben wird wie 1988, als das 350 Millionen Dollar teure Unternehmen Westmoreland mit der größten Firmenpleite des Staates Pennsylvania in die Geschichte einging. Hinter diesem Zaun um das ehemalige VW-Werk hat Sony bis vor Kurzem TV-Geräte hergestellt.
Noch laufen die Bänder in Chattanooga, wo Deutsche und Amerikaner je 500 Millionen Dollar investiert haben, nicht mit voller Kraft. Doch ab Januar sollen die 2000 Werker im Zweischicht-Betrieb 150.000 Autos pro Jahr produzieren, ...
... die Kunden können als Motorisierung zwischen dem Fünfzylinder-Basistriebwerk, dem TDI oder einem kommoden V6 wählen.
Das Fazit von AUTO BILD-Autor Georg Kacher: "Der US-Passat ist kein Grauimport-Geheimtipp, denn für Europa ist er etwas zu groß. Daneben fehlen ihm wichtige Extras. Doch die Amerikaner werden dieses Auto lieben, ...
... denn es bietet viel Platz, ist günstig und gediegen. Spätestens zur Modellpflege will VW einen Kombi nachschieben, und auch der Passat SUV gilt als beschlossene Sache – dieser Typ vielleicht dann sogar mit Export-Perspektive."
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