Bison, dieser Name ist Programm: Fast zehn Meter lang, knapp drei Meter breit und über drei Meter hoch ist der Koloss, der Seit Ende 2011 den Bundeswehr-Fuhrpark verstärkt. "Bereits ab Januar soll das Fahrzeug bei den Ausbildungs- und Schutzbataillonen in Kunduz und Mazar-e-Sharif eingesetzt werden", so
Brigadegeneral Klaus von Heimendahl.
Die Aufgabe der Stahl-Monster: Bergen und Abschleppen von beschädigten Radfahrzeugen aller Art und dabei die Soldaten vor Angriffen schützen. Im typischen Abkürzungswahn der Armee heißt der Bison entsprechend seiner Bestimmung "sGeBAF", was nichts anderes als "schweres Geschütztes Berge- und AbschleppFahrzeug" bedeutet.
Der Bison basiert auf dem Actros 4151 AK 8×8. Er verfügt über ein zulässiges Gesamtgewicht von 48 Tonnen. Der Dieselmotor leistet 503 PS bei 1800 Umdrehungen pro Minute.
Seine vollsynchronisierten16 Gänge, ausgelegt als Schnellganggetriebe, verhelfen dem Bison zu einer Maximalgeschwindigkeit von 85 km/h, im Abschleppbetrieb sind bis zu 80 km/h drin. Allradgetrieben sollen die zwölf grobstolligen Reifen auf vier Achsen auch schwierigstes Gelände bewältigen.
Bei einer Vorführung zeigte die Bundeswehr einen Ausschnitt aus dem Berge-Programm des Bison. Einen "umgekippten" Lkw ziehen die Spezialisten mit Hilfe der vorderen Selbstbergewinde an einem Stahlseil hoch und ...
... stellten ihn wieder auf die eigenen Räder.
Die Winde kann dabei geschützt vom Fahrerhaus aus gesteuert werden. Sie wird auch im Extremfall zur Selbstbergung in schwierigem Gelände eingesetzt. Das Fahrerhaus bietet der Besatzung Schutz vor Geschossen und improvisierten Sprengfallen (IEDs). Die schweren Türen werden hydraulisch geöffnet und verschlossen.
Mit der am Heck des Bisons befindlichen Bergewinde wird der beschädigte Lkw dann nahe genug an den Bison herangezogen, um das Abschleppen zu ermöglichen. Der hydraulische Unterfahrlift wird per Fernsteuerung exakt unter das beschädigte Fahrzeug platziert.
Der Lift stemmt eine Last von bis zu 16 Tonnen. Für jedes Radfahrzeug der Bundeswehr bietet der Bison entsprechende Adapter, um den Lift sicher zu befestigen.
Um unter Gefechtsbedingungen schnellstmöglich ein Fahrzeug abzuschleppen, kann auch ein so genanntes Kettenbergegeschirr verwendet werden. Damit wird das beschädigte Fahrzeug am Lift und der Abschleppvorrichtung befestigt, hydraulisch angehoben und abgeschleppt.
Zusätzlich ist auf dem Büffel ein Hydraulik-Kran montiert, der weitere Bergemöglichkeiten bietet. Einen Bison in freier Wildbahn werden allerdings die wenigstens Zivilisten zu Gesicht bekommen. Es sei denn, die olivgrünen ...
... Fahrzeuge mit dem Y auf dem Kennzeichen sind im Konvoi auf der Autobahn unterwegs. Lust auf mehr Militärfahrzeuge? Hier kommen die Radfahrzeuge der Bundeswehr.
Der Klassiker ist die
Mercedes G-Klasse, bei der Bundeswehr Wolf genannt. Rund 10.000 leichte Lkw vom Typ Wolf hat die Bundeswehr zwischen 1989 und 1994 angeschafft, ...
... und zwar in den Versionen "kurz offen", "kurz offen LL (luftlandefähig)", "lang offen", "Fahrgestell mit Kofferaufbau Sanität" und "Kastenwagen lang LL Sanität".
Eingesetzt werden die 250 GD, 290 GD und G 270 CDI z. B. zum Transport von Personen, beim Feldkabeltrupp, als Beobachter, Aufklärer, Konvoi-Begleiter, Kommandeurs- und Arztwagen, ...
... bei den Feldjägern in Deutschland und im Ausland, und beispielsweise beim Fm-Trupp Vorkommando im Auslandseinsatz (Foto). Das hat die Aufgabe, vor Ort möglichst schnell sicheren Funkverkehr zu ermöglichen. Problem: Die Mehrheit der Wölfe ist bisher nicht gepanzert!
Und das kann lebensgefährlich werden, weshalb
Mercedes den Enok (Bild) für die Truppe entwickelt hat. In Stuttgart heißt der Wolf mit Panzerung
LAPV 5.4, ...
... die Bundeswehr hat ihn Enok (Marderhund) getauft. Nach Tests und dem Okay aus Berlin ist die Produktion inzwischen angelaufen.
Mercedes wird eine Vollkarosse aus Panzerstahl und einen Viertürer mit Heckaufbau anbieten. Für Vortrieb sorgt der aus dem zivilen
G bekannte 280 CDI mit 184 PS.
Der treibt auch den fünftürigen G an, den der BwFuhrparkservice im Angebot hat. Der Fuhrparkservice versorgt unsere Streitkräfte seit 2002 mit Serienfahrzeugen mit und ohne militärische Sonderausstattung.
Zum Beispiel die Feldjäger: Die fahren u.a. den Widder, einen
VW T5 4Motion.
T4 und sogar Exemplare des guten alten
T3-Bulli sind ebenfalls noch im Einsatz, letztere werden allerdings mehr und mehr ausgemustert.
Der Aufreger 2009: Als der BwFuhrparkservice
Nissan Patrol für die Feldjäger anschafft, löst das bundesweit Proteste aus. Viele fordern deutsche Autos für die Bundeswehr und vergessen: Der Patrol ist ein gutes Auto für wenig Geld!
Für die Offiziere hat der Fuhrparkservice u.a.
Mercedes E 220 CDI im Programm. Silber sind diese Autos, damit sie nach ihrer Dienstzeit leichter verkauft werden können.
Jetzt geht's zu den Spezialfahrzeugen: Der Mungo wird von Krauss Maffei Wegmann auf Basis des Kleinlasters Multicar aufgebaut.
Er dient verschiedenen Spezialkräften als Einsatzfahrzeug. Zwei plus acht Mann fasst der Mungo, zwei Tonnen darf er zuladen. Angetrieben wird der Kleine von einem 2,7-Liter-Turbodiesel mit 105 PS.
Allrad, eine elektronische Traktionskontrolle, Differenzialsperre, Kriechgang und Notlaufreifen machen den Mungo fast überall einsetzbar. Die Reichweite liegt laut Bundeswehr bei rund 500 Kilometern.
Ein Transport-Hubschrauber CH-53 kann einen Mungo mit abgeklappten Seitenteilen einladen, eine Transall C 160 schafft das Doppelte.
Direkt aus der Luft absetzen lässt sich der KMW Mungo natürlich auch.
Der flache Spähwagen Fennek (Wüstenfuchs) gehört seit 2003 zum Fuhrpark der Bundeswehr.
Seine Aufgabe besteht darin, sich nahezu geräuschlos in unbekanntem Terrain zu bewegen und die Artillerie per Radar zu unterstützen.
Drei Mann bewegen einen Fennek: der Kommandant, der Fahrer und der Systembediener. Der Fahrer nimmt mittig im Auto Platz, die beiden anderen sitzen rechts und links hinter ihm.
Der Fennek ist schwer gepanzert und bietet Schutz vor allen erdenklichen Schusswaffen, Minen und Sprengstoff.
115 km/h fährt er vorwärts Spitze, rückwärts sind es 23 km/h. Ca. 860 Kilometer Reichweite kann er mit einer Tankfüllung schaffen.
Die Wattiefe des Flachmanns liegt bei einem Meter. 5,58 Meter ist er lang und 2,55 Meter breit.
Allschutz-Transportfahrzeug ist die offizielle Bezeichnung für den Dingo 2 von KMW. Unter der gepanzerten Haut steckt ein Unimog U 1550 L. Entsprechend geländegängig ist der Dingo. Schutz bietet er vor Schusswaffen und Minen.
Ein 240 PS starker Diesel treibt den Riesen an. Fünf voll ausgerüstete Soldatinnen und Soldaten passen in die Kabine. Das 7,62-Millimeter-MG auf dem Dach dient der Selbstverteidigung.
Eingesetzt wird der Dingo 2 z. B. in Mazedonien. Bewährt hat er sich aber vor allem im Einsatz als Patrouillenfahrzeug in Afghanistan.
Da schätzen die Soldaten seine Geländegängigkeit und Wendigkeit, in der Ebene wie in den Bergen. Nur mit seinem Gesamtgewicht von 8,8 Tonnen scheitert der Dingo hier und da an einer afghanischen Brückenkonstruktion.
Noch mehr Platz und noch mehr Schutz bietet der Boxer von KMW. Der imposante Transportpanzer hat Platz für bis zu acht Soldaten und ihre Ausrüstung. Dazu kommen drei Mann Besatzung.
720 PS sorgen beim Vierachser für eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 100 km/h. Bis zu 33 Tonnen Gefechtsgewicht gibt KMW für den Boxer an.
Seine Außenhaut nimmt es im Grundschutz-Level mit Panzerabwehrminen, schwerem MG-Feuer und Artilleriesplittern auf. Dem Boxer mit Zusatzschutz können selbst Mittelkaliber und Bombletts wenig anhaben.
Mit zwei MG und einer Granatmaschinenwaffe Kaliber 40 mm verteidigt sich die Besatzung des Boxer. Im September 2009 hat die Lieferung von Boxern an die Bundeswehr begonnen. Der Boxer ist der Jüngste unter den Transportpanzern der Bundeswehr, ...
... der Fuchs ist zwei Generationen älter. 1979 hat die Truppe den ursprünglich als reinen Transporter konzipierten Panzer in Dienst gestellt.
320 PS und sechs riesige Räder lassen den Fuchs fast überall durchkommen. 440 mm Bodenfreiheit und eine Grabenüberschreitfähigkeit von mehr als einem Meter tun ihr Übriges. Zu Lande kommt der Fuchs auf eine Höchstgeschwindigkeit von 105 km/h, ...
... im Wasser schafft er zehn (ca. 5,4 Knoten). Dort sorgen die beiden am Heck montierten Schrauben für Vortrieb.
Bis zu einer Tonne Nutzlast kann der Fuchs mit sich führen. Zwei Mann fahren, bis zu zehn Mann finden im Laderaum Platz.
Diese Zahlen variieren allerdings je nach Einsatzgebiet. Heute ist er nämlich nur noch selten als reiner Transporter unterwegs, er wird stattdessen hauptsächlich als Funk-, Radar- und Spürpanzer zur Bekämpfung von chemischen Kampfstoffen gebraucht.
800 Kilometer Reichweite gibt die Bundeswehr für den Fuchs mit einer Tankfüllung Diesel an. Gar nicht schlecht für 12,7 Liter Hubraum, oder?
Achtzylinder-Diesel, 255 PS, eine fünf Meter mal 2,38 Meter große Ladefläche, fünf Tonnen Zuladung und fünf Tonnen Zugkraft. Den luftgekühlten Fünftonner von MAN setzt die Bundeswehr zum Beispiel bei der Versorgung ein.
Ähnlich wie den dreiachsigen Siebentonner und den Zehntonner (Bild) mit vier Achsen: Der 320 PS starke Allrad-Lkw kann zehn Tonnen zuladen, hat einen Eintonnen-Ladekran und bringt z. B. den Verbänden im Feld ihren Sprit.
König unter den olivgrünen MAN-Transportern ist der Fünfzehntonner. 400 PS holt der aus seinem turbogeladenen Diesel-Aggregat. Die haben mit einem Mini-Panzer wie dem Wiesel (2,6 Tonnen) natürlich leichtes Spiel.
MULTI (Mechanisierte Umschlag-, Lager- und Transport-Integration) heißt das System von Wechselladerpritschen, mit dem der große MAN seit einigen Jahren arbeitet. Vorteil: Der Lkw steht beim Be- und Entladen der Pritsche nicht mehr nutzlos herum.
Das steigende Sicherheitsrisiko für unsere Jungs und Mädels in Flecktarn betrifft auch die Besatzungen der Lkw. Deshalb bietet beispielweise KMW geschützte Kabinen zum Nachrüsten an.
Eine spannendere Aufgabe für den MAN-Fünfzehntonner als der Transport, ist sein Einsatz als Faltstraßengerät. Ein Faltstraßengerät legt zum Beispiel im Wasser robuste Aluminiumteile aus, auf denen die Fahrzeuge der Bundeswehr leichter fahren können als im schlammigen Flussboden.
Nachfahre des MAN ist der Iveco Trakker. Dieser hier ist ein 8x8 mit gepanzertem Führerhaus und Dekontaminationsaufbau.
Die Bundeswehr setzt den Trakker u. a. als reinen Transporter ein, als mobile Kommandostelle ...
Und nicht nur die taktischen Teile der Truppe werden vom italienischen Lkw-Spezialisten mit Fahrzeugen versorgt, auch der Verpflegungsservice fährt Iveco.
MAN raus aus dem Bundeswehr-Fuhrpark? Auf keinen Fall. Auf den Parkplätzen des BwFuhrparkservice steht selbstverständlich auch die neue Lkw-Generation aus München.
Genau wie die aus Stuttgart: Transportaufgaben aller Art erledigt auch der Mercedes Axor, hier im Dienst bei der Deutsch-Französischen Brigade.
Der Unimog, intern als Lkw 2t bezeichnet, kann vor allem eins besonders gut: Menschen und Material an die ganz ...
... unwegsamen Ziele transportieren. Dieses Exemplar ist ein U 5000 der neuesten Generation und gehört zum Angebot des BwFuhrparkservice.
Und zum Schluss noch diese drei: Das Feldumschlaggerät der Firma Steinbock wird von Logistikbataillonen eingesetzt und hilft beispielsweise dabei, die Post zuzustellen.
Der "Erdarbeitsgerät" genannte Ahlmann AS 90 verrichtet bei Pionier-Einheiten alle möglichen Arten von Bauarbeiten.
Halt, der ist aber nicht grün! Richtig, dieses Ziegler Z8 gehört nicht in den Fuhrpark der Bundeswehr, sondern in den des Hamburger Flughafens. Die Flugfelder der Luftwaffe benutzen aber das gleiche Fahrzeug. Hier geht es zu den
Kettenfahrzeuge der Bundeswehr.
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