Ein wild verspoilerter Krawallbruder, ein Style-Objekt mit modisch abgesetztem Dach, ein praktischer Fünftürer und ein unauffälliger Bestseller. AUTO BILD SPORTSCARS schickt vier kleine Kraftbrüder in den Ring.
Anton Riegers Polo wirkt flink und agil, begeistert mit ungeheuer präzisem Einlenkverhalten, und auch das Fahrwerk gibt sich in den kritischen Ecken handzahm und jederzeit beherrschbar. So steht am Ende eine 1:47,05 auf der Uhr; 2,3 Sekunden schneller als die Serie und neun Zehntel vor dem AS 1.
Mit dem Fabia RS bringt Milotec den einzigen Fünftürer in diesen Wettbewerb. In engen Kurven schleift das linke Vorderrad bei starkem Lenkeinschlag im Radhaus – zwar nicht zeitenrelevant, aber unschön. Im Alltagsbetrieb bietet der Milotec dafür mit seiner nutzwertigen Karosserie und dem komfortabelsten Fahrwerk den besten Kompromiss.
In Sachen Vorwärtsdrang kann der AS 1 alles einen Tick besser als der Rest. Oder anders gesagt: Aus dem Stand ist der AS 1 eine Wucht: in glatten zehn Sekunden auf Autobahnrichtgeschwindigkeit, in 14,6 über die Viertelmeile. Ganz schön zackig! So ist es keine Überraschung, dass der schwer verspoilerte ...
... SST Ibiza Cupra die rote Laterne einheimst. Bis 50 km/h führt er das Sprintfeld zunächst an. Aufgrund seiner aufwendigen Verspoilerung aber kann er bei höheren Geschwindigkeiten nicht mehr mithalten.
Am Heck hat SST großflächig Karbonfolie verklebt. Durch ihre glänzende Oberfläche ist diese leider auf den ersten Blick als solche zu erkennen. Dafür ist die zweiflutige Auspuffanlage präzise eingepasst.
Die eigentlich aufgezogenen Semislicks waren im Test tabu, so trat SST mit der Serienbereifung an.
205 PS stark, verliert der Ibiza in hohen Tempobereichen an Effizienz.
Auf der Piste fiel beim SST nach einigen Runden das ABS aus – auch Nachbessern half nichts. Beste Rundenzeit: 1:49,21 min. Macht unterm Strich Platz vier in diesem Vergleich.
Den zweiten Platz teilen sich Abt und Milotec. Der Fabia (Rundenzeit: 1:49,50 min.) bietet sogar nach dem Tuning noch genug Restkomfort, um als Alltagsauto durchzugehen.
Auffällige 18-Zöller und ein 35er-Querschnitt machen Bordsteine zum natürlichen Feind des RS.
Ebenso mit 205 PS aber beständiger als der SST, zeigt sich der 1.4 TSI von Milotec.
An unserem Testwagen hat Milotec sein komplettes Karbonlook-Sortiment verbaut. Die strukturierte Folie macht einen hochwertigen Eindruck und ist auch großflächig – etwa auf dem Dach – einsetzbar.
Auch auf dem zweiten Platz ist der AS 1 von Abt (Rundenzeit: 1:47,97 min), der aus dem Stand schneller war als seine drei Kontrahenten.
Optisch macht Abt mit dem metallisch-kühl gehaltenen 18-Zoll-DR-Rad und farblich passenden Dachholmen auf gediegen. Auf der Strecke ist er jedoch der Einzige, der dem Rieger halbwegs folgen kann.
Tanz auf der Asphaltkante: Trotz seiner stämmigen Erscheinung lenkt der Abt sehr präzise ein.
Anders als die übrigen Teilnehmer hat Abt dem AS1 210 PS verpasst. Trotzdem schwächelt er etwas im Durchzug.
Der AS 1 entledigt sich seiner Abgase durch eine mittig mündende Doppelrohranlage.
Auf dem ersten Platz Steht der getunte VW von Rieger. Der Polo GTI gefällt und überzeugt mit dem souveränsten Durchzug.
Optisch gibt sich der Rieger-Polo überraschend zurückhaltend. Die unauffälligen schwarzen MoTec-Alus im 18-Zoll-Format fügen sich mit ihrem roten Felgenrand perfekt in das GTI-Thema ein.
Karbondiffusor und Sportauspuffanlage sorgen für markanten Auftritt und knackigen Sound.
Genau wie Abt und SST mit 205 PS verzichtet der Motor von Rieger auf Schwächen bei Tempo und Durchzug.
Auf dem Sachsenring bewegt sich der Polo in einer anderen Liga: 1:47,05 Minuten sind ein Wort.
Am Ende steht der Ibiza nur auf dem Foto ganz vorn. Die ausgewogensten Gesamtpakete bereiten Rieger und Abt, wobei allein der Polo preislich am Boden bleibt.
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