Was bringt die Kombination von Benzin- und Elektromotor wirklich? In der großen Marktübersicht testet AUTO BILD
Honda CR-Z,
Infiniti M35h,
Toyota Prius,
Audi Q5 Hybrid,
Honda Insight,
Lexus CT 200h,
Toyota Auris Hybrid,
Lexus RX 450h und
Honda Jazz Hybrid.
Er ist nicht für uns gedacht. Das dürfen wir nicht vergessen, wenn es um die Einordnung dieses Q5 geht, Audis erstem Hybriden seit dem A4 Duo Ende der 90er.
So mag der 53.700 Euro teure Q5 nach China oder in die USA passen, hier bleibt der 4500 Euro günstigere 3.0 TDI die Empfehlung.
Dabei mangelt es beim Hybriden nicht an hochwertiger Technik: Der Vierzylinder-Turbobenziner mit 211 PS sitzt unter der Haube, ...
... das 40 kW starke Elektrotriebwerk anstelle des Drehmomentwandlers an der Achtstufenautomatik. Klingt clever, ...
... klappt aber nicht so gut: Der Q5 fährt erst träge an, ...
... hüpft dann bei mehr Druck aufs Pedal hektisch voran – bei allen anderen Hybriden gelingt das harmonischer.
Unter dem Kofferraumboden sitzt eine 37 Kilogramm schwere Lithium-Ionen-Batterie. Ihre 1,3 kWh Kapazität sollen laut Audi ...
... für bis zu drei Kilometer rein elektrisches Fahren genügen. Tun sie in der Praxis nicht. Da fährt der Q5 selten elektrisch, ...
... in der Stadt fließt nur wenig Energie in den Akku zurück. Das führt zu Verbrauchswerten, die allenfalls in China oder den USA jemanden beeindrucken.
Das Fazit: "Wenn Q5, dann als Diesel. Der Hybrid ist teurer, verbraucht zu viel und hat noch Schwächen beim Antriebskomfort." • Testverbrauch (Normal-/Sparfahrt): 10,3/7,5 l/100 km • Wertung: drei Sterne.
Die Zukunft sah bei Honda schon mal futuristischer aus als der aktuelle Insight. 1999 war ein Zweisitzer-Coupé selben Namens ...
... der zweite Serienhybrid neben dem Toyota Prius. Heute bleiben die Ambitionen des Honda bescheiden.
Ein Verbrenner mit 88 PS und ein Eelktromotor mit 14 PS bringen den Honda in Fahrt. Derselbe Antrieb wie in Jazz und CR-Z wirkt im Insight schwächer gedämmt, ...
... beschleunigt etwas träger, verbraucht aber minimal weniger als seine Brüder.
Wie im Jazz kann die kleine Batterie den durchzugsschwachen 1,3-Liter-Benziner nur kurzzeitig unterstützen, ...
... danach drängt die stufenlose Automatik dem plärrigen Verbrenner hohe Drehzahlen auf.
Trotz des – bis auf die knappe Kopffreiheit im Fond – ausreichenden Platzangebots für vier Passagiere ...
... und des großen Kofferraums erweist sich der Insight so nicht gerade als ideales Langstreckenauto.
Für den kurzstreckenbetonten Einsatz eignet sich der Jazz aber besser, der Insight stört mit schlechter Rundumsicht, ...
... zudem bleibt der Verbrauchsvorteil des Insight (ab 19.990) zu gering, um die 1000 Euro Aufpreis gegenüber dem praktischeren Jazz zu rechtfertigen.
Das Fazit: "Er wäre gern so brillant wie der Prius, doch der einfachere Antrieb taugt nur zum Sparen. Wenig Platz, wenig Kraft." • Testverbrauch (Normal-/Sparfahrt): 5,6/4,7 l/100 km • Wertung: dreieinhalb Sterne.
Sie fragen, warum Sie einen CT 200h statt eines identisch motorisierten, 5950 Euro günstigeren Toyota Auris Hybrid ...
... oder eines 3150 Euro günstigeren Prius kaufen sollten? Also: Der Lexus versteht sich als Premium-Produkt, ...
... zeigt das innen durch reichhaltige Ausstattung, stilvollere Materialien.
Dazu findet er sich sportlich, was er mit einer harten Fahrwerkabstimmung beweisen will. Neben dem knappen Raumangebot ...
... stört die schlechte Rundumsicht am CT, den es wie seinen Cousin, den Prius, nur als Hybrid gibt.
Das Wechselspiel der beiden Motoren (Benziner: 99 PS; E-Motor: 82 PS) funktioniert hervorragend, ...
... ein kleines Stück fährt der CT bei Bedarf rein elektrisch. Mit seiner direkteren und rückmeldungsintensiveren Lenkung gelingen ihm Landtouren besser als den Toyota-Modellen, ...
... Autobahnfahrten gestalten sich wenig erquicklich – auch hier wegen der hohen Drehzahlen, die das stufenlos wirkende Getriebe vorgibt. Das kann der CT nicht besser als Auris und Prius, ...
... dazu verbraucht er mehr als die beiden. Warum Sie ihn zum Preis von mindestens 28.900 Euro also kaufen sollten? Ja, warum eigentlich?
Das Fazit: " Teurer, aber nicht sparsamer als der Prius, härter, aber kaum sportlicher: Der CT 200h funktioniert gut, überzeugt wenig." • Testverbrauch (Normal-/Sparfahrt): 5,7/4,9 l/100 km • Wertung: dreieinhalb Sterne.
Es gibt den RX auch als reinen Benziner, den 350 AWD. Nur mal so zum Wissen, wobei so ein Lexus ohne Hybridantrieb bei den Kunden etwa so viel Begeisterung hervorrufen dürfte ...
... wie für "Playboy"-Leser eine Ausgabe ohne Damen. Der 450h also, der erneut beweist, wie weit Toyota/Lexus den Hybrid perfektioniert hat.
Die Übergänge zwischen den Antriebsarten gelingen fast unmerklich, dazu durchstromert der RX ganze Dörfer mit der stämmigen Kraft seiner Elektromotoren (vorne: 86 PS, hinten: 167 PS).
Versteckt unter reichlich Plastik: Die sanfte Laufkultur des V6 (249 PS) entschärft die hohen Drehzahlen, die das Automatikgetriebe beim Beschleunigen vorgibt. Wie effizient der Antrieb funktioniert, ...
... zeigt der Vergleich mit dem Audi Q5 Hybrid, der bei ähnlichem Temperament 1,8 l/100 km mehr verbraucht, obwohl er nur einen Vierzylinder und keinen V6 als Verbrenner nutzt.
Ansonsten setzt der RX wenige Glanzlichter. Der Bedienung mangelt es an Übersichtlichkeit, ...
... dem Kofferraum an Volumen, ...
... den Bremsen an Durchsetzugskraft. So bleibt Hybrid das Highlight und einziger Kaufgrund für den mindestens 59.950 Euro teuren RX.
Das Fazit: "So weit wie Lexus im 450h hat kaum einer ein Hybridsystem perfektioniert. Antrieb: top. Der Rest des RX ist Durchschnitt." • Testverbrauch (Normal-/Sparfahrt): 8,5/7,1 l/100 km • Wertung: dreieinhalb Sterne.
So ein Hybrid hilft beim Sparen, beim korrekten Vorfahren vorm Bio-Supermarkt – aber freudiges Kurvenkratzen ist nicht seine Sache? Auftritt Honda CR-Z, ...
... der beweist, dass ein Hybrid mehr befriedigen kann als die reine Vernunft. Unter diesen Gutautos ist er der verwegene Kerl, ...
... mit seinem straffen, komfortfreien, kurvengierigen Fahrwerk, der direkten Lenkung, aber absurd schlechter Rundumsicht ...
... und dem minimalen Raumangebot. Wir bewundern an dieser Stelle Hondas Optimismus, den klaustrophobischen Fond mit Isofix-Haltepunkten für Kindersitze auszurüsten.
Nur beim CR-Z verkuppeln Techniker den Hybridantrieb mit einem manuellen Sechsganggetriebe.
Einstellungssache: Je nach Fahrmodus (Eco, Normal, Sport) ...
... arbeitet ein 14 PS starker Elektromotor dem 1,5-Liter-Benziner (114 PS) müde bis vehement zu.
Bei milder Fahrweise beweist der CR-Z das hohe Einsparpotenzial des Antriebs, und selbst flott gefahren ...
... bleiben die Verbrauchswerte auf korrektem Niveau. Dieser Hybrid ist einzigartig, sparsam und mit seinem Preis ab 21.990 Euro noch bezahlbar.
Das Fazit: "Ein Hybrid mit Humor. Mehr als andere nutzt der CR-Z die E-Kraft nicht nur zum Sparspaß, sondern auch für Fahrspaß." • Testverbrauch (Normal-/Sparfahrt): 6,1/4,8 l/100 km • Wertung: vier Sterne.
Im Gegensatz zu Insight und CR-Z gibt es den Jazz auch als konventionellen Benziner. Schon da überzeugt der Honda als talentierter Kleinwagen mit cleverer Variabilität, ...
... guter Rundumsicht, einem für die Größe üppigen Platzangebot, ...
... nervt aber mit einer herben Federung. All das blieb erhalten, als Honda den Jazz hybridisierte. Prinzipiell identisch mit dem Insight, ...
... unterstützt auch hier ein 14 PS starker Elektromotor das Treiben eines durchzugsschwachen und dröhnigen 1,3-Liter-Benziners (88 PS).
Bei Stadttempo und sachtem Gasfuß rollt der Jazz mitunter nur von der Kraft des Akkus getrieben, ...
... ansonsten beschränkt sich der Elektroantrieb aufs Anschieben, Boosten genannt.
Während der Insight nur in der Topversion Schaltwippen am Lenkrad hat, bekommt sie der Jazz in jeder Version. So kann der Fahrer durch sieben fest programmierte Übersetzungen des stufenlosen Getriebes zappen, ...
... was die Antriebsharmonie deutlich steigert. Den niedrigen Verbrauch des mit 18.900 Euro günstigsten Hybridautos in Deutschland mindert wie in CR-Z/Insight das Eco-Fahrprogramm weiter.
Das Fazit: "Der günstigste Hybrid auf dem Markt. Dem cleveren, variablen Jazz hilft der Antrieb zu zeitgemäßem Konsumverzicht." • Testverbrauch (Normal-/Sparfahrt): 5,7/5,0 l/100 km • Wertung: vier Sterne.
Überambitioniertheit ist eine Charaktereigenschaft unbekannter Nobelmarken. So suchte Lexus lang nach einer Nische im Premium-Segment. Infiniti hat sie auf Anhieb gefunden, der M35h (ab 56.600 Euro) verzichtet auf Pseudo-Sportlichkeit, ...
... bevorzugt Komfort mit niedrigem Geräuschniveau, ...
... feiner Federung und hoher Antriebsgüte, ...
... für die die Nissan-Edelmarke großen Aufwand betreibt: Der 68 PS starke Elektromotor sitzt zwischen V6 (306 PS) und Achtstufenautomatik, ...
... zwei Kupplungen regeln den Kraftfluss und können den Antriebsstrang bei Bedarf komplett abkoppeln, zudem braucht es keinen Drehmomentwandler.
Bei sensiblem Druck aufs Gaspedal fährt der M35h ausgiebig elektrisch, nicht nur in der Stadt, ...
... sondern maximal bis zu einem Tempo von 100 km/h. Das senkt den Verbrauch auf das Niveau von Mittelklassebenzinern.
Andererseits genügt die Systemleistung jederzeit für energische Beschleunigung und hohes Tempo. Mit diesem Auto könnte Infiniti durchaus die Ambition hegen, Lexus als Hybrid-Premiummarke zu überflügeln.
Das Fazit: "Die Newcomer-Überraschung. Infiniti schafft auf Anhieb einen komfortablen, sparsamen, stimmigen Luxushybriden." • Testverbrauch (Normal-/Sparfahrt): 8,5/7,3 l/100 km • Wertung: vier Sterne.
Mit Hybridantrieb passiert dem Auris etwas, womit keiner gerechnet hat: Er wird interessant. Toyotas bis zur Charakterlosigkeit unauffälliger Kompakter ...
... bekommt das System des Prius. So kooperieren ...
... ein 1,8-Liter-Benziner mit 99 PS und ein 82 PS starker E-Motor. Die sperrige Technik ...
... mindert den Kofferraum von 354 auf zerklüftete 310 Liter.
Über vier Fahrmodi lässt sich der Toyota nur mit Elektrokraft (rund zwei Kilometer bis etwa 50 km/h), im sparsamen, aber müden Eco-Programm, ...
... im umgänglichen Normal-Modus oder in der kräftigen Sportkennlinie fahren. Wobei Dynamik des Auris Sache nicht ist, ...
... da stören das Jaulen des Benziners, dem das Getriebe hohe Drehzahlen aufbürdet, und die rückmeldungsarme Lenkung. Besonnene Touren passen besser ...
... zum ordentlich gefederten und geräumigen Auris. Zu den weiteren Vorzügen zählen der im Vergleich zum Prius 2800 Euro niedrigere Preis (ab 22.950 Euro) und die gute Ausstattung, ...
... die den den geringen Mehrverbrauch des Auris relativiert, nicht aber die Tatsache, dass der Prius noch viel interessanter ist.
Das Fazit: "Größtes Plus des Auris: Er hat das Hybridsystem des Prius und ist 2800 Euro billiger. Ein Auto, das begeistert? Sicher nicht." • Testverbrauch (Normal-/Sparfahrt): 5,6/4,6 l/100 km • Wertung: vier Sterne.
Vielleicht ist der Toyota Prius ja gar kein Auto, sondern ein Prozess. Es braucht Zeit und den Willen, um dieses Fahrzeug zu verstehen, ...
... nichts fährt wie ein Prius. Selbst Auris und CT 200h, die ja dieselbe Technik nutzen, wirken da konventionell.
Seine aerodynamisch optimierte Karosserie (cW-Wert 0,25) bleibt bis auf Schwächen bei der Rundumsicht ohne Nachteile, ...
... innen genügt der Platz für vier Erwachsene und viel Gepäck.
Futuristisch wird es bei der Bedienung des Wählhebel-Joysticks ...
... und der vielen Lenkradtasten sowie bei den großen, zentralen Digitalanzeigen.
Es fühlt sich sehr zeitgemäß an, voll elektrisch anzufahren und ein kleines Stück des Wegs nur mit der Kraft des 82 PS starken Elektromotors zu bewältigen. Hohes Tempo ...
... verleidet dagegen die Freude am Prius, da brüllt der 1,8-Liter-Benziner (99 PS), der wenig kultiviert arbeitet.
Auf Landstraßen fällt der völlige Mangel an etwas auf, das Handling auch nur ähnelt. Egal, der ab 25.750 Euro erhältliche Prius ist ein enorm sparsames, cleveres Vollwertauto. Und zu Recht die absolute Hybrid-Ikone.
Das Fazit: "Der Erste, der Entschlossenste, der Sparsamste: Zu Recht gilt der Prius als Held unter den Hybriden. Bald auch als Plug-in." • Testverbrauch (Normal-/Sparfahrt): 5,2/4,3 l/100 km • Wertung: viereinhalb Sterne.
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