Der
VW Passat Variant ist bei den Familien-Kombis eine feste Größe. Hyundai kontert mit dem auffällig gestylten
i40. Steckt unter dem hübschen Blechkleid auch ein Sieger?
"Wer sagt, dass Mittelklasse nicht Spitzenklasse sein kann?", so provokant bewirbt Hyundai den i40. Doch ist das große Selbstbewusstsein gerechtfertigt? Kann der Korea-Kombi gegen den Passat bestehen? Klare Antwort: nein!
Er macht zwar auf den ersten Blick einen hochmodernen Eindruck und schmeichelt im Cockpit mit edler Materialanmutung, ...
... doch dann geht es los: Der Hyundai hat mit 553 bis 1719 den kleineren Laderaum, kann mit 516 Kilogramm auch deutlich weniger zuladen ...
... als der Passat, der 604 Kilogramm schleppen kann. Das Gepäckabteil des VW schluckt zwischen 603 und 1731 Liter ...
... und gefällt mit schönen Detaillösungen wie der Fernentriegelung der Rücksitzlehnen.
Auch beim Verbrauch liegt der Koreaner hinten: Der i40 genehmigte sich im Testdurchschnitt glatte sechs Liter Diesel auf 100 Kilometer, ...
... während der Passat Variant sich auf der gleichen Distanz mit 5,5 Litern zufrieden gab.
Aber immerhin kann der i40 mit der viel umfangreicheren Serienausstattung und den besseren Bremsen punkten. Beim Antriebs- und Abrollkomfort fehlt ihm jedoch ein ganzes Stück Feinschliff zum Passat.
Weil sein hubraumschwächerer Motor (1,7 Liter, 136 PS, 330 Nm) den Drehmomentgipfel erst bei 2000 Touren erreicht, ...
... zeigt der i40 im Stadtbetrieb stets eine kleine Anfahrschwäche (0–100 km/h: 10,8 s). Auf der Autobahn (Vmax: 200 km/h) produzieren die A-Säulen deutlich vernehmbare Windgeräusche. Und auf schlechten Straßen ...
... federt er spürbar rustikaler als der Volkswagen, der das alles gelassener und souveräner absolviert.
Kein Wunder also, dass der Hyundai dem Fahrer ein trägeres Fahrgefühl vermittelt. Schnelle Landstraßentouren bereiten jedenfalls keinen uneingeschränkten Spaß. Zumal die gefühllose Lenkung zu wenig Rückstellkräfte überträgt.
Im Passat sorgt ein zwei Liter großer Vierzylinder für Vortrieb. Die 140 PS und 320 Nm Drehmoment reichen, ...
... um den VW in glatten elf Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und bis auf maximal 210 km/h zu beschleunigen.
Seine Nachteile kann der Hyundai 1.7 CRDi Premium mit günstigerem Preis und den deutlich besseren Garantien nicht ausgleichen. Jeder seiner 347 Zähler im Testergebnis muss mit 93,89 Euro bezahlt werden, ...
... und damit liegt am Ende der VW deutlich vorn. Da der Passat Variant 2.0 TDI BMT Comfortline mit 33.356 Euro nur 776 Euro teurer ist als sein Konkurrent, er aber 375 Zähler holt, kostet hier jeder Punkt nur 88,97 Euro.
Das Fazit: "Wer einen großen Diesel-Kombi kauft, will viel Platz, praktische Detaillösungen und einen sparsamen Antrieb. Das alles bietet der Passat in einem Maß, das überzeugt. Besonders bei Thema Komfort und Fahrerlebnis ...
... kann er sich deutlich fühlbar vom Newcomer aus Korea absetzen. Der i40 ist alles andere als ein schlechtes Auto, doch angesichts der relativ kleinen Preisdifferenz zum VW, heißt der klare Sieger Passat Variant."
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