Zwei Kombis, die mit vielen Alltagstugenden überzeugen:
Golf Variant (rechts) und
i30 cw. Aber hat der Hyundai auch schon VW-Niveau?
Verkehrte Welt: Wer glaubt, mit dem Golf Variant ein in Deutschland gebautes Auto zu kaufen, irrt. Er wird in Mexiko produziert, ...
... Herausforderer Hyundai fertigt den i30 im tschechischen Nošovice – und baut damit das europäischere Auto.
Der Fiesta-Siesta-Golf macht einen ordentlichen, aber keinen überragenden Eindruck. In Trendline-Ausstattung tritt er gegen den i30 als Classic an – zwei Basismodelle also. Erstaunlich: Den Ausstattungsvorteil – eigentlich die Domäne der Koreaner – bringt hier der Golf mit.
Auch beim Blick aufs Cockpit fällt der leicht ergraute i30cw ab – viel Hartplastik. Das hat noch kein VW-Niveau. Ob höhenverstellbares Lenkrad, Zentralverriegelung mit Fernbedienung oder elektrisch einstellbare Außenspiegel (im Paket 690 Euro) – das alles kostet Aufpreis.
Lademeister: In den Variant-Kofferraum passen 505 bis 1495 Liter Ladegut, wenn die Lehnen umgelegt werden. Das ist ideal für Familie und Hobby.
Die straff gepolsterten Rücksitze des Golf bieten guten Komfort auch auf Langstrecken. Kopf- und Kniefreiheit sind üppig bemessen.
Kombi auf Koreanisch: Die Tiefe des i30-Kofferraums ist sichtbar knapper als im Golf. Zwei weitere Kürbisse würden nicht passen. Das Ladevolumen ist mit 415 bis 1395 Liter kleiner als im VW, ...
... dafür ist der Hyundai aber höher und bietet im Innenraum noch mehr Kopffreiheit.
Nach dem Motorstart (1,6 Liter, 116 PS, 255 Nm) wirkt der Koreaner etwas rustikaler, der Vierzylinder klingt dieseliger als der VW, ...
... beschleunigt dank elf Mehr-PS aber flotter. In 11,4 Sekunden geht es aus dem Stand auf Tempo 100, maximal sind 188 km/h drin. Testverbrauch: 5,1 Liter Diesel aus 100 Kilometer.
In Kurven fehlt der Lenkung des i30 die Rückmeldung, und er schiebt stur über die Vorderräder. Außerdem sind seine Bremswege nicht die kürzesten. Mit kalten Ankern steht der Koreaner aus Tempo 100 erst nach 38,8 Metern.
All das kann der Golf besser. Der VW (1,6 Liter, 105 PS, 250 Nm) läuft ruhiger ...
... und vermittelt auf schnellen Autobahntouren stets ein äußerst sicheres Fahrgefühl. Den Sprint auf Tempo 100 erledigt der Wolfsburger in 12,1 Sekunden, er schafft maximal 190 km/h. Sein Testverbrauch fällt mit 4,8 Litern auf 100 Kilometer geringer als der des i30cw aus.
Der Abrollkomfort auf schlechten Straßen lässt zu wünschen übrig – da muss Papi mit nörgelnden Kindern rechnen. Besonders bei langsamer Fahrt wirkt der VW zu straff abgestimmt. Dennoch holt der Golf deutlich mehr Eigenschafts-Punkte (352) als der i30 (312), ...
... muss sich unterm Strich aber geschlagen geben. Denn der Hyundai ist 2755 Euro günstiger. Was deutlich mehr ist als eine Kleinigkeit. Hier kostet jeder Punkt in der Gesamtwertung 66,25 Euro, ...
... beim Golf sind es allerdings auch nur 66,55 Euro. Trotzdem: Preis-Leistungs-Sieger wird der Koreaner.
Das Fazit: "Natürlich hat der Golf Variant viele Fans. Und das auch zu recht. Denn was man von einem Vielzweck-Auto erwartet, erfüllt der VW besser als sein koreanischer Konkurrent. Ob Platzangebot, Motor oder Fahrdynamik – der VW hat seinen Herausforderer gut im Griff, ...
... bis es ans Bezahlen geht. Hier hat der Hyundai leichte Vorteile. Selbst der viel geringere Wertverlust des VW kann den Golf nicht retten. Der Grundpreis ist zu hoch und verliert darum dieses Duell."
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