Die neue Kia-Mittelklasse
Optima steht in den Startlöchern. Im Dezember 2011 kam sie in Europa auf den Markt, in Deutschland müssen wir uns noch bis März 2012 gedulden. Kia hat den Verkauf sogar um einen Monat vorgezogen. Es dürfte durchaus spannend werden zu beobachten, ...
... ... wie die Limousine gegen
VW Passat,
Toyota Avensis und Co ins Feld ziehen. Denn dass sie dabei mit harten Bandagen kämpfen wird, ist schon jetzt klar.
Schon optisch bringt der von Kia-Chefdesigner Peter Schreyer gestylte Optima mehr als nur eine frische Brise mit.
Der 4,85 Meter lange, coupéartig gestylte Viertürer ist mit seinen fließenden Linien und dem stämmigen Heck voll auf der Höhe der Zeit. Die Biederkeit des Vorgängers Magentis ist definitiv Geschichte.
Auch der Einstiegspreis ist ein Knüller: Ab 24.490 Euro ist der Koreaner mit einem 170 PS starkem Zweiliter-Benziner zu haben. Dieses Aggregat wird allerdings erst ab Juli zur Verfügung stehen.
Zum Marktstart tritt der Optima mit einem 1,7-Liter-Turbodiesel an. Er leistet 136 PS und bietet ein maximales Drehmoment von 325 Nm. Und Preise gibt es jetzt auch: 26.990 kostet der Koreaner mit 136 Diesel-PS.
Kombiniert mit dem serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe soll der 1.7 CRDi durchschnittlich 5,1 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen und 133 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren. Ist das optionale Start-Stopp-System an Bord, ...
... sinkt der Verbrauch auf 4,9 Liter auf 100 Kilometer, die CO2-Emission auf 128 Gramm pro Kilometer.
Für höhere Varianten wird optional auch eine Sechsstufen-Automatik zur Verfügung stehen.
Im Herbst 2012 wird das Motoren-Duo dann noch durch eine Hybridversion unter Beteiligung eines Zweiliter-Benziners ergänzt. Wie sich der Hybrid fährt, hat AUTO BILD bereits getestet. Das Ergebnis sehen Sie ab Bild 19.
In Sachen Ausstattung hat der Kunde die Wahl zwischen den Linien Attract, Edition 7 und Spirit.
In der Topversion Spirit wirft sich der Optima in extrascharfe Klamotten. Dazu gehören Sportstoßfänger vorn und hinten, ein neuer Frontgrill, Schwellerschürzen und schwarz lackierte Bremssättel. Doch minderwertig müssen sich auch die bescheideneren Ableger nicht fühlen.
Schon bei der Basisausstattungslinie Attract lässt sich
Kia nicht lumpen und bepackt den Optima unter anderem mit Zwei-Zonen-Klimaautomatik, ...
... Geschwindigkeits-Regelanlage, Audiosystem mit sechs Lautsprechern, Multifunktions-Lederlenkrad, höhenverstellbarem Fahrersitz mit elektrischer Lendenwirbelstütze, klimatisiertem Handschuhfach und Bordcomputer.
Das knackige Heck kaschiert elegant die üppige 505 Liter Kofferraum. Dazu gibt es einen Innenraum, ...
... mit dem Kia nicht nur der asiatischen, sondern auch der europäischen Konkurrenz den Kampf ansagt. Liebevoll und nobel, ...
... dazu geräumig und gut ausgestattet. Und dann lockt Kia auch noch mit seiner fahrzeugebundenen Herstellergarantie von sieben Jahren bzw. 150.000 Kilometern.
Dass es der Optima es versteht, Käufer für sich zu begeistern, hat er bereits bewiesen. Mittlerweile ist er auf verschiedenen Märkten gestartet. Und das offenbar mit großem Erfolg: Von Januar bis September 2011 gingen monatlich etwa 16.500 Stück weg, der Großteil davon in den USA.
Von diesen Zahlen wagte der Vorgänger Magentis nicht einmal zu träumen. Richtig spannend wird es Mitte 2012, wenn
Kia auch noch die Hybrid-Variante auf den deutschen Markt bringt. In Genf 2011 ...
... stand sie zum ersten Mal im Rampenlicht, AUTO BILD konnte die US-Version des sparsamen Viertürers schon jetzt fahren.
Das neue Markengesicht trägt der Optima mit viel Selbstbewusstsein in die Welt. Wie erwartet, schnurrt der Kia ...
... lautlos und rein elektrisch aus der Parklücke – um beim ersten ernst gemeinten Tritt aufs Gaspedal sofort den 2,4-Liter-Benziner zur Hilfe zu rufen.
Laut Kia schafft der
Optima mit seinem 30 kW starken Elektromotor knapp einen Kilometer als Stromer – wenn die Geschwindigkeit nicht über 24 km/h steigt. Das sogenannte Segeln, bei dem der Verbrenner ...
... vom Antriebsstrang abgekoppelt wird (Kupplung zwischen Benziner und E-Motor), funktioniert allerdings auch noch bei deutlich höheren Geschwindigkeiten. Der Kofferraum schrumpft durch die dort beheimatete Batterie auf geradezu lächerliche 280 Liter.
So rollt dieser Hybrid oft wie ein ganz normaler Optima durchs Land, nur das Energiefluss-Diagramm zwischen den beiden zentralen Anzeigen erinnert den Fahrer immer wieder an den Doppelherz-Antrieb.
Das Hybrid-Kraftwerk soll insgesamt 209 PS mobilisieren, von denen wir aber bestenfalls drei Viertel spüren. Die versprochene Beschleunigung von 9,2 Sekunden auf Tempo 100 scheint gefühlt jedenfalls wenig realistisch, die Spitze von 195 km/h schon eher.
Der Optima geht jedenfalls eher gemütlich denn gewaltig zur Sache – aber das ist im Sinne des Spritsparens womöglich sogar gewollt. Im US-Mix reichen dem Optima denn auch bescheidene 6,4 l/100 km – was immerhin gut 1000 Kilometer Reichweite ergibt.
Innen zeigt Kia, dass die Zeiten billiger Koreaner vorbei sind. Ausstattung und Materialanmutung entsprechen europäischen Mittelklasse-Standards.
Auch im Fond lässt es sich kommod reisen, zweifarbiges Leder dürfte der kommenden Top-Ausstattung vorbehalten sein.
Der sogenannte Eco-Guide informiert den Fahrer über die Kraftflüsse zwischen Verbrennungs- und Elektromotor.
Unauffällig benimmt sich die Sechsstufenautomatik. Sie verzichtet auf einen Wandler und dockt über den Elektromotor mitsamt seiner Kupplung an den Vierzylinder an.
Ein großer Bildschirm weist den Weg über das Navi, gestartet wird per Knopfdruck.
Das zweiteilige Schiebedach lässt viel Licht in den Optima, schränkt aber auch die Kopffreiheit insbesondere im Fond ein.
Der grüne Schriftzug am Heck weist den Optima als Hybiden aus. Noch an den europäischen Geschmack anzupassen wären dagegen die teigige Lenkung und die etwas mitteilsame Federung.
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