Kunst oder Klamauk? Auffälligste Erscheinung im Coupé-Trio ist mit Abstand der
Hyundai Veloster (rechts). Der
Renault Mégane (links) wirkt bullig, der
Honda CR-Z (Mitte) zierlicher. Wer hat neben einem wilden Auftritt am Ende nach Punkten am meisten zu bieten?
Platz drei mit 304 von 500 Punkten: Spannendes Konzept, gelungene Umsetzung – der schlanke, schnittige Hybride
Honda CR-Z bewegt sich leicht und mühelos, ...
... auf Wunsch besonders sparsam. Feine Verarbeitung. Größtes Manko: wenig Platz.
In Sachen Antrieb geht Honda einen Sonderweg: Der CR-Z wird von einem 1,5 Liter großen Benziner (115 PS) in Gang gesetzt, der bei Bedarf Unterstützung von einem 14 PS starken E-Motor erhält. Im Schiebebetrieb und beim Bremsen wird die Batterie geladen.
Auf Tastendruck lassen sich drei Fahrprofile wählen: Sport, Normal und Econ. Das Honda-System funktioniert einwandfrei, ...
... je nach Stimmung kann der Fahrer entweder flott unterwegs sein oder ernsthaft sparen. Im Test verbrauchte der Honda mit 6,0 Litern knapp 1,5 Liter weniger auf 100 Kilometer als Hyundai und Renault, ...
... und der Spaß kommt trotzdem nicht zu kurz: Der CR-Z fährt sich leichtfüßig, mit der zackigen Lenkung fast nervös.
In Sachen Fahrleistungen muss sich der Japaner nicht hinter der Konkurrenz verstecken: Er sprintet in 9,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht 200 km/h Spitze.
Der CR-Z hat ein Raumschiff-Cockpit mit grün, rot oder blau funkelnden 3-D-Instrumenten. Das lässt sich nach etwas Gewöhnung sogar ganz gut bedienen.
Das geht gar nicht: Im winzigen Fond hält es beim besten Willen niemand aus, ...
... mal abgesehen vom Gepäck, das sich auf der umgeklappten Rückbank unterbringen lässt. Der Honda ist zierlicher gebaut als die beiden anderen, entsprechend sparsamer das Raumangebot: Ins Gepäckabteil passen zwischen 225 und 595 Liter.
Die Preise für den Honda CR-Z beginnen bei 21.990 Euro. Damit ist er – wenn auch knapp – das teuerste Auto dieses Vergleichs.
Platz zwei geht mit 320 von 500 Punkten nach Korea: Toller Auftritt, schickes Interieur, kreatives Türkonzept – der
Hyundai Veloster wird seinen Weg gehen. Er fährt sich brav ...
... und handlich, aber alles andere als aufregend. Vorbildlich ist seine komplette Fünf-Jahres-Garantie.
Der 1,6-Liter-Direkteinspritzer mit 140 PS entpuppt sich als brummig, nervt um 4000 Touren mit kräftigen Dröhnfrequenzen. Außerdem kommt er schwerer in die Gänge, ...
... wirkt erst ab mittleren Touren kraftvoll. Das Ergebnis sind ordentliche Fahrleistungen: Auf Tempo 100 geht es in 9,7 Sekunden, maximal sind 201 km/h drin.
Bei der Querdynamik kommt der Hyundai nicht ganz mit dem Renault mit. Er lenkt zögerlicher ein, untersteuert kräftiger. Ganz brav, ...
... aber alles andere als betont agil. Wobei daran sicherlich die Nexen-Reifen des Testwagens ihren Anteil haben, ...
... aber immerhin ist der Veloster in diesem Trio noch am komfortabelsten abgestimmt.
Der Veloster hat drei Türen – eine auf der Fahrerseite, zwei rechts. Bringt das was? Durchaus, schließlich kann ein Mitfahrer so relativ bequem in den Fond klettern, ...
... und dort geht es vergleichsweise üppig zu. Der Hyundai bietet hinten klar den meisten Platz. Lange Beine lassen sich problemlos unterbringen, nur die Kopffreiheit ist eingeschränkt. Zudem stoßen größere Menschen mit dem Kopf nicht an das Dach, ...
... sondern an die weit nach oben gezogene Heckklappe. Das könnte schmerzhafte Folgen haben, falls die mal schwungvoll zugeschlagen wird. In den Kofferraum passen 320 bis 1015 Liter.
Chic und eigenständig: das Hyundai–Cockpit. Der Starterknopf unten in der Mitte vor dem Schalthebel ist eine gute Idee.
Gutes Angebot: Für den Veloster 1.6 als Style verlangt Hyundai 21.600 Euro – inklusive der vorbildlichen Fünf-Jahres-Garantie einschließlich Wartungskosten.
Das
Renault Mégane Coupé sichert sich routiniert Platz eins mit 325 von 500 Punkten – mit einem ordentlichen Platzangebot, ...
... dem lebhaften Motor und einem ehrlichen Fahrwerk. Doch die Lenkung könnte mehr Gefühl vermitteln, und der Verbrauch liegt etwas zu hoch.
Der Mégane wird von einem 1,4-Liter mit 130 PS angetrieben und ist bei mittleren Touren fröhlich unterwegs. Doch Vorsicht, ...
... bei höheren Drehzahlen steigen Lärm und Durst beträchtlich: Im Testdurchschnitt genehmigte sich der Mégane 7,6 Liter auf 100 Kilometer. Die Fahrleistungen liegen mit 9,7 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und 205 km/h Spitze auf dem Niveau der Konkurrenz.
Renault stattet das Coupé grundsätzlich mit einem Sportfahrwerk aus der Abteilung hart, aber gerecht aus. Der Mégane liegt damit ...
... satter als Veloster und CR-Z, er wirkt beim Fahren dadurch ernsthafter und entschlossener.
Das Mégane-Cockpit gehört zu den ansehnlicheren der Kompaktklasse, ...
... doch die komplett absurde Bedienung des Navis (490 Euro) ist ein permanenter Grund für Wutausbrüche.
Im großzügiger geschnittenen Renault gibt es vorn sogar noch einen Hauch mehr Platz als im Hyundai, ...
... im Fond sind Menschen bis etwa 1,75 Meter bequem untergebracht, alles darüber muss den Kopf einziehen.
Beim Kofferraum liegt der Renault sogar vorn: Das Gepäckabteil ist mit 377 bis 1024 Litern Fassungsvermögen das größte in diesem Vergleich.
Überraschend am günstigsten und damit Preis-Leitungs-Sieger ist der Mégane. Für ihn berechnet Renault als Dynamique 21.190 Euro.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Dirk Branke: "Was für ein Fortschritt, den Hyundai mit dem Veloster gemacht hat. Doch das Versprechen, das sein spektakulärer Auftritt gibt, ...
... kann das bestenfalls brave Temperament nicht einlösen. Hyundai kündigt übrigens für 2012 eine Turbo-Version an – wir sind gespannt. Diesen Vergleich gewinnt der Renault ...
... mit seinem routiniert abgestimmten Fahrwerk. Der Hybrid-Honda ist ein Sonderfall, ein sympathisches Auto für Technik–Liebhaber, aber vergleichsweise eng geschnitten."
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.