SUV-Stelldichein zum Vergleichstest auf dem Ewald-Pauli-Ring des MSC Schlüchtern: Wohl nur äußerst selten dort anzutreffen, hat sich das Test-Trio
Ford Kuga,
Nissan Juke und
Mini Countryman (von links) abseits befestigter Wege dennoch wacker geschlagen.
Ansichtssache: Insbesondere am Frontdesign des neuen Nissan Juke scheiden sich die Geister. Fords Kuga legt optisch den üblichen SUV-Auftritt hin, der Countryman wirkt so schlicht wie ein in jeder Hinsicht aufgepumpter Mini.
Beginnen wir unseren Vergleich mal mit dem Kuga: Trotz seiner großen Räder in Kombination mit flachen Reifen macht der Ford auf dem Parcours eine gute Figur, ...
... auch die SUV-typisch hohe Sitzposition – der Seitenhalt passt und hält den Fahrer dort, wo er hingehört – schmälert die Fahrfreude keineswegs, nicht zuletzt dank der präzise arbeitenden Lenkung ...
... und des mit gutem Durchzug gesegneten und zugleich kernig knurrenden Fünfzylindermotors, der aus 2,5 Litern Hubraum dank Turboaufladung 200 PS und 320 Nm Drehmoment holt.
Mit der Fünfstufenautomatik im S-Modus liefert der Kuga auch aus den Ecken heraus ausreichend Kraft, ...
... das Fahrwerk ist deutlich weicher abgestimmt als bei der Testkonkurrenz und schluckt so auch schlimme Unebenheiten, nur selten schlagen die Dämpfer auf der buckeligen Strecke durch.
Mit abgeschaltetem Stabilitätsprogramm lässt sich der Kuga vor Kurven gut kontrolliert querstellen, die Kraft des Fünfzylinders zieht den 1,7-Tonner anschließend behände durch den Drift, ...
... was am Ende mit 50,02 Sekunden in die zweitschnellste Rundenzeit mündet. 95,2 km/h Topspeed auf der Geraden bedeutet ebenfalls das Mittelfeld im Testtrio.
Den letzten Platz belegt der Kölner Geländegänger beim Preis: Mit 32.550 Euro verlangt er an der Kasse den mit Abstand höchsten finanziellen Einsatz.
Der Countryman fühlt sich von allen drei Testwagen subjektiv am sportlichsten an. Leider ist beim Herausbeschleunigen aus Kurven das im Vergleich zum Standard-Mini deutlich gestiegene Leergewicht zu spüren, ...
... der aufgeladene Vierzylinder (1,6 Liter, 184 PS, 240 Nm) ist deshalb nicht mehr die Ausgeburt an Spontaneität, die wir vom Dreitürer kennen, und hinterlässt teils einen leicht überforderten Eindruck, wird erst jenseits der 3000 Touren munter.
Hinzu kommen die teils hakelige und schwergängige Schaltung sowie die für den Offroadparcours zu geringen Federwege, ...
... die Dämpfer schlagen bei großen Wellen durch, und der Countryman verliert so an Grip. Auf dem Asphalt hingegen überzeugt der große Mini dank seines sportlich-straff abgestimmten Fahrwerks mit hohen Kurvengeschwindigkeiten.
Als ärgerlich erwies sich die Tatsache, dass das elektronische Stabilitätsprogramm des Mini zwar offiziell abgeschaltet war, der Allradler aber dennoch – etwa bei langen Drifts – weiterhin elektronisch eingebremst wurde. Das kostete Zeit und Fahrspaß, ...
... zumal man Letzteren dank der angenehm direkten Lenkung, dem guten Pedalgefühl und dem überzeugenden Seitenhalt der Sitze durchaus noch ausgeprägter erleben könnte.
Mit 97,6 km/h Spitzengeschwindigkeit ist der Mini zwar deutlich schneller auf der Start-Ziel-Geraden als der Kuga, aufgrund der ungewollten Elektronikeingriffe und der teils durchschlagenden Dämpfer aber fällt er in Sachen Rundenzeit mit 50,35 Sekunden auf den dritten Rang des Trios zurück.
Preislich im Mittelfeld: Mini verlangt für den Contryman Cooper S mindestens 27.900 Euro.
Nissans Neuling Juke ist letztlich das schnellste SUV auf dem hessischen Testtrack. Mit 1425 Kilogramm Leergewicht ist der Japaner der Leichteste im Testwagen-Bunde (Mini: 1452, Kuga: 1732 Kilogramm), ...
... doch macht ihn das nicht allein zum Sieger unseres Vergleichs: Der kompakte Japaner vereint die positiven Eigenschaften von Kuga und Countryman und entpuppt sich so als gelungener Kompromiss aus beiden.
Die Sitzposition im Japaner ist, bezogen auf unsere Fahrten auf dem Offroad-Parcours, sehr gut – nicht so fernab der Erde wie im Ford, nicht so gefühlt zu nah über dem Schlamm wie beim Mini.
Das stufenlose Automatikgetriebe arbeitet im manuellen Modus flink, im S-Modus wie eine Fliehkraftkupplung. Im Straßenalltag überzeugt es durch seine butterweiche Arbeitsweise, ...
... auf der Offroadstrecke lässt sich der Allradler nicht aus der Ruhe bringen; zwingt man ihn in den Drift, ...
... liefert der 1,6-Liter-Turbo genügend Power (190 PS, 240 Nm), um den instabilen Fahrzustand in eine gute Rundenzeit umzumünzen.
In Sachen Fahrwerk hat der Juke ebenfalls die (zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftig gestylte) Nase vorn, ...
... er besitzt die größten Federwege, und seine Dämpfer schlagen nicht durch. Letzteres wiederum bedeutet unter anderem ...
... ein hohes Gripniveau auf der während des Testzeitraums feuchten Strecke. So verwundert es letztlich nicht, dass der Nissan mit 49,51 Sekunden die beste Zeit auf das Messgerät-Display bringt.
Sozusagen das Sonderangebot: Für den Nissan Juke 1.6 DIG-T werden 25.140 Euro fällig.
Das Fazit: "Dem Nissan Juke gelingt abseits des Asphalts ein Start-Ziel-Sieg: Zugegeben, sein Design polarisiert und scheidet geschmacklich die Geister. Unter dem Blech aber ist er der ausgewogenste Vertreter in diesem Testtrio, bereitet den größten Fahrspaß, ...
... ist dazu noch am günstigsten in der Anschaffung. Der Countryman belegt den zweiten Platz; obwohl Motor und Getriebe eher enttäuschen, ist er immerhin noch günstiger und weckt mehr Emotionen als der Kuga. So bleibt dem sportlichen Ford-SUV lediglich Rang drei in diesem Test. "
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