Ab dem 2. Juli 2011 geht's bei
Lancia um die Wurst. Dann hat der neue
Ypsilon Marktstart und soll mit seinen Vorzügen die Kunden in rauen Mengen zu den Händlern locken. Jetzt verraten die Italiener die Preise.
Den Einstieg macht mit 12.500 Euro der 1,2 Liter-Benziner mit 69 PS in der Silver-Ausstattung. Das obere Ende markiert der 95 PS starke 1.3 MultiJet Platinum für 18.400 Euro.
Man kann Lancia nur die Daumen drücken: Vom Ypsilon wurden im April 2011 gerade drei Fahrzeuge verkauft. DREI STÜCK – Ladenhüter Nummer eins unter den Kleinwagen.
Die vierte Ypsilon-Generation ist komplett neu und basiert auf der Plattform des nächsten
Panda (kommt Anfang 2012). Erstmals kommt der kleine Lancia mit fünf Türen, gebaut wird er – wie der
Fiat 500 – im polnischen Vorzeigewerk Tychy.
Wem bei all den kleinen Vernunfts-Dosen dieser Welt die Füße einschlafen, der wird den Ypsilon mit seinem funkelnden Chrom-Grill und dem stylischen Popöchen mögen. Ein charmantes Comeback.
Lancia setzt voll auf die Luxuskarte: ESP, Start-Stopp und sechs Airbags sind Standard. Einparkautomat, Xenon-Licht, Klimaautomatik und Zweifarblackierung gibt's gegen Aufpreis.
Er soll eben eine kleine Schmuckschatulle sein, sagt Lancia, eine hübsche Handtasche mit edlem Inhalt. Premium im Mini-Format. Was sich – mit Verlaub – viel zu schnell als Marketing-Blabla entpuppt.
Zwar haben sie den kleinen Italiener auch innen nett dekoriert, mit zentralen Armaturen und einer Mittelkonsole in funkelndem Klavierlack. Doch wer das Ganze mit den Fingerkuppen abklopft, merkt: Nee, sooo doll ist das nicht.
Die mit dünnem Stoff bespannten Tür- und Armaturentafeln dürften sich schnell ins Speckige verabschieden, das flatterige Dach über dem Cockpit knistert bereits.
Während hinten Personen ab 1,80 Metern eine feste Verbindung mit dem Wagenhimmel eingehen, ...
... sitzen vorn auch Größere mit Luftreserven überm Scheitel. Allerdings hocken die Passagiere (auf zu kurzen Sitzflächen) ähnlich aufrecht wie im Fiat 500, das muss man mögen.
Mögen muss man auch den stets präsenten Rumpelstilzchen-Ton des Zweizylinder-Turbos namens TwinAir (85 PS). Den werden die meisten Kunden wählen, glaubt Lancia. Was Sinn ergibt, denn der Zwergen-Benziner hat großes Potenzial.
Er schwingt sich unter fleißigem Stockeinsatz des mäßig schaltbaren Getriebes ratzfatz die Tourenleiter hoch und überrascht mit ungeahntem Temperament. Zumindest, solange man die Eco-Taste rechts liegen lässt.
Wer auf "Eco" drückt, würgt den Spieltrieb des Turbo-Motörchens ab. Was bleibt, ist ein recht fußfauler Geselle mit blitzsauberen Argumenten: Über fünf Liter steigt der Durst dann kaum noch.
Als City-Car macht der Ypsilon seine Sache ordentlich. Komfort geht ihm klar über Fahrdynamik, ...
... wobei das Fahrwerkpoltern bei Schlaglöchern nicht unbedingt auf den feinen Stammbaum hinweist.
Das alles kann ein
Polo viel besser. Natürlich, möchte man sagen. Aber der ist auch kein Lancia, hätte der Autor früher entgegnet. Heute nicht mehr.
Wir haben nicht nachgezählt, doch laut Lancia soll der italienische Mode-Mini in über 600 unterschiedlichen Varianten bestellbar sein. Diese errechnen sich aus den drei Ausstattungslevels Silver, Gold und Platinum, einer Vielzahl von Karosseriefarben (darunter vier Zweiton-Lackierungen) ...
... sechs Polstervarianten sowie drei unterschiedlichen Leichtmetallrädern. Drei Motoren stehen zur Wahl.
Fazit von AUTO BILD-Redakteur Tomas Hirschberger: "Optisch gefällt mir der neue Ypsilon richtig gut. Vor allem im Zweifarb-Look. Da flammt wieder Lancias Leidenschaft für Formen und Stil auf. Das Versprechen, eine kleine Luxus-Handtasche zu bauen, ...
... halten sie aber nicht ein. Dafür reichen weder Material-Qualität noch Technik."
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