Rund 25.000 Euro kostet ein fünftüriger
VW Golf 1.4 TSI Highline. Für so viel Geld gibt es spannende Alternativen. Zum Beispiel
Citroën DS4,
Ford Grand C-Max,
Mazda MX-5,
Mini Cooper S,
Opel Corsa OPC,
Toyota Auris Hybrid,
Skoda Superb Combi,
Skoda Yeti oder ein gebrauchtes
Porsche 911 Cabrio. Welcher ist die beste Wahl?
Auf dem neunten Rang landet mit 2,6 von 5 möglichen Sternen der
Opel Corsa OPC, für den sich AUTO BILD-Redakteur Jan Horn begeistern kann. 25.000 Euro für einen Golf? Nix da. Ich nehme für das Geld lieber zwei Autos, ...
... genauer den Corsa OPC. Das ist im Grunde ein Doppelpack-Opel für einmal bezahlen. Zunächst gibt’s den universalen Kleinwagen für montags bis freitags. Im Corsa habe ich ausreichend Platz, dennoch huscht der kleine Opel besser in Parklücken als der VW. Und beim Verbrauch ringe ich dem OPC sogar eine sechs vorm Komma ab.
Darüber hinaus bekomme ich aber noch einen handfesten Wochenendsportler. Ich stelle die Lehnen der strammen Sitzschalen einige Grad aufrechter, ...
... fasse den dicken Lederlenkradkranz strammer an und drücke den rechten Fuß weiter durch – und kitzele so den hemmungslosen Charakter des Opel heraus.
Dann kommen 192 wilde Turbo-PS zum Einsatz, dann verbeißt sich ein knackig-straffes Fahrwerk mit der Straße, ...
... dann faucht und rumort es herrlich ungestüm. Ich schiebe große TDIs vor mir her, sprinte Audi TT davon. Und ein Hingucker ist der OPC auch noch. Klasse, schon das dritte Auto.
Verhältnismäßig günstiger Sportler: Für den Opel Corsa OPC inklusive 17-Zoll-Bereifung für 750 Euro werden 24.850 Euro fällig.
Das Fazit: "Reichlich Fahrspaß, ausreichend auffällig, aber im Grunde doch noch ein brauchbarer Kleinwagen – so stelle ich mir die Alternative zum Golf vor."
Platz acht geht mit 2,9 Sternen an das
Porsche 911 Cabrio von 1989, das Redakteur Tomas Hirschberger favorisiert. Auch Milchmädchen fahren gern Elfer. Ein bisschen Naivität bei der Porsche- Rechnung schadet also nix. Streng addiert, auf eine Jahresleistung von 15.000 Kilometern, ...
... wird mein 911 Cabrio natürlich "ein paar Cent" teurer als ein Golf. Und kaputtgehen sollte möglichst auch nicht viel. Doch der Spaß ist ungleich größer. Gerade bei meinem 89er G-Modell, das noch völlig ohne Elektronik-Klimbim auskommt.
Kuppeln, lenken, bremsen – unverfälscht, noch richtig harte Arbeit.
Der Boxer im Heck (3,2 Liter, 231 PS) ein ewig drehzahlhungriger, heiser bellender Kettenhund, der obenrum bissig ist und beim Gassifahren erstaunliche Alltagsmanieren zeigt. Bei guter Pflege eine treue Seele.
Und: Das gute Stück (Preis 1989: 110.000 Mark; Wert aktuell: 25.000 Euro) verliert keinen Cent mehr. Die Steuern sind dank Nachrüst-Kat erträglich, die Versicherung niedriger als gedacht. Und: als Langzeitauto gut für die Umwelt.
Das Fazit: "Klar frisst dir der Elfer die Haare vom Kopf, wenn du ihn als Erstauto nutzt. Aber der Spaß, den du dabei hast, entschädigt mehrfach dafür."
Auf Platz sieben mit drei Sternen landet der
Mazda MX-5, die beste Golf-Alternative für AUTO BILD-Redakteur Joachim Staat. Sandra war 32, fuhr Golf, täglich im Trott zur Arbeit, und wollte unbedingt raus – was anderes fahren. Ich empfahl den MX-5.
Nach ein paar Wochen kam sie strahlender ins Büro, auch wenn mal kein Tag zum Offenfahren war. Sie hatte verstanden: Der Mazda macht Auto fahren zum Erlebnis, selbst altbekannte Wege werden wieder spannend, weil in dieser Preisklasse kein anderer Lenken, Gasgeben, Schalten oder Bremsen so hautnah vermittelt.
Der Zweisitzer reagiert so direkt, dass ich manchmal glaube, der fährt auch auf Augenzwinkern. Eine Fahrschule für die Sinne und ein tolles Mittel gegen Burn-out und das Gefühl: "Kriegt ja keiner mit, was ich hier tue!"
Der MX-5 ist ein Aufheller für die Seele – wer in seiner tiefen Sitzschale hockt, kommt der Erde näher und erlebt jedes Tempo intensiver. Für diesen Instant-Kick reichen 126 PS völlig aus, weil der Roadster mit nur 1112 Kilo eine moderne Gewichtsdiät einhält. Noch so ein schöner Zug.
Das Stoffdach muss sein – um das Wetter zu spüren. Es hält viel länger, als Einsteiger oft befürchten.
Der kleine japanische Roadster steht als Sondermodell Kaminari mit 1,8-Liter-Vierzylinder für 23.490 Euro in der Preisliste.
Das Fazit: "Ein Auto für das kleine Abenteuer zwischendurch – und das ohne Reue. So ein Mazda MX-5 hält ewig und frisst dir nicht die Haare vom Kopf."
3,1 Sterne bedeuten den geteilten fünften Platz für den
Citroën DS4, erste Wahl für Redakteur Sebastian Renz. Wie sich Funktionalitäts-Fanatiker aufregen über den DS4, ...
... weil hinten kaum Platz ist, er sich mies überschauen lässt, er für ein Coupé zu hoch, für ein SUV zu tief und zu frontgetrieben ist. Wisst ihr was, das sind lange nicht all seine Schwächen, ...
... aber keiner zwingt euch, ihn zu fahren. Folkloristen zetern, Citroën entwürdige den Namen DS. Die dürfen das, es ist ihre Historie. Und weiden andere Marken ihre Geschichte etwa nobler aus?
Alle anderen Autos dieser Runde lassen sich mit zwei Wörtern erklären: großer Kombi, heißer Kleinwagen, kleiner Roadster, praktischer SUV, Schiebetür-Van, Kompakt- Hybrid, gebrauchter Midlife-Traum. Citroën traut sich ein Auto, das in keine Klasse passt, das nicht jeder versteht. Dafür mag ich den DS4, wie für seinen bissigen Diesel, ...
... die Panorama-Scheibe, ...
... die erhöhte Sitzposition. Vor allem aber dafür, dass er voller Stolz ein Citroën ist – den es als HDi 110 in der Ausstattung SoChic ab 25.250 Euro gibt.
Das Fazit: "Es fällt leicht, den DS4 abzulehnen. Ihn genießen können nur wenige. Ich mag, dass er kein Golf-Imitat, sondern ein Charakterdarsteller ist."
Mit 3,1 Punkten zweiter Fünfter wird der
Toyota Auris Hybrid, bei dem Redakteur Jürgen von Gosen zugreifen würde. Ein Elektro-Golf – das wär’s doch. Aber der lautlose Stromer mit Saft und Kraft aus Batterien ist noch lange nicht in Sicht, ...
... also jahrelang warten? Nicht mit mir. Im Auris Hybrid sehe ich den idealen Ersatz. Ein abholbereiter Umweltengel ohne Allüren, dafür mit perfektionierter Spar-Technik.
Wie ein Golf ist der kompakte Toyota bestens für alle Alltags-Eventualitäten gerüstet. Er fährt darüber hinaus zwar langsamer, aber ebenso sicher, ...
... Platz habe ich ebenfalls genug.
Das Wichtigste: Sein Hybridantrieb, diese intelligente Mischung aus kleinem Benzinmotor und der Extradosis Elektrokraft aus E-Maschine und Nickel-Metallhydrid-Akkus, ...
... arbeitet perfekt, ist sauber und äußerst genügsam: Mit seichtem Gasfuß sind viereinhalb Liter machbar. Das grüne Versprechen löst der Auris Hybrid im Gegensatz zu anderen kompromisslos ein, ...
... und das alles zu einem Preis von 24.950 Euro.
Das Fazit: "Allen Elektro-Wunschträumen zum Trotz – für mich stellt ein Hybridmodell die Spitze der umweltfreundlichen Mobilität dar. Deshalb der Auris."
Auch der dritte Platz ist doppelt besetzt: Kandidat Nummer eins mit 3,5 Sternen ist der
Mini Cooper S, bei dem Redakteur Jörg Maltzan schwach wird. Marathonläufer und Weltumsegler machen sich angesichts eines knappen halben Meters nicht mal die Mühe, müde zu lächeln, ...
... als parkwilliger Großstädter sehe ich das etwas anders. Dass mein Mini exakt 48,5 Zentimeter kürzer ist als ein schnöder Golf, lässt mich jeden Tag aufs Neue vor Freude brüllen. Denn wenn ich schon Feierabend feiere, versucht mein ach so vernünftiger Nachbar aus der Generation Golf noch sein Auto halbwegs legal abzustellen.
Und das ist noch lange nicht alles, was Mini-Fahrer einfach zu glücklicheren Menschen macht. Fürs Golf-Geld gibt es bei der britischen BMW-Tochter nämlich 50 Prozent Leistungszuschlag, macht dann also fetzige 184 PS.
Damit fährt der Cooper S Kreise um den Golf, macht ihn dank superdirekter Lenkung und Gokart-Fahrwerk ruck, zuck schwindelig, ...
... und für feiste Alus reicht's auch noch – bei einem Preis von 23.650 Euro für den Cooper S. Wen stört da, ...
.. dass Platz und Komfort im Mini eher nicht so üppig bemessen sind?
Das Fazit: "Natürlich bewältigt der Golf den Alltag besser als ein Mini. Für den automobilen Spaß ist aber der Cooper S zuständig – klein, stark, frech."
Favorit von Redakteur Heinrich Lingner ist der der zweite Dritte
Skoda Superb Combi (3,5 Sterne). Skodas Problem ist das Image – nicht noch, sondern wieder. Mittlerweile weiß der letzte Schlaubauer, ...
... dass es bei den Tschechen VW-Technik zum günstigeren Preis gibt, dazu mit die beste Verarbeitung im Konzern. Doch dann reden sie sich den Skoda schön, sprechen von Premium zum Discount- Preis – als müsse man sich für den Erwerb eines Superb rechtfertigen. Muss man nicht.
64 Zentimeter länger als ein Golf, spielt der Combi (er hat es nicht nötig, sich Sports Tourer oder Grandtour zu nennen) beim Raumangebot ein paar Ligen über dem VW – und vielen anderen.
Beispiel? Kein aktueller BMW packt 1835 Liter Gepäck. Dazu kommen beim Skoda ...
... der sparsame, kräftige Motor, guter Komfort ...
... und ein Design, das nicht mit Effekten heischt, sondern Funktionalität favorisiert. So wie der Superb Combi (24.250 Euro, Ausstattung Active) wäre der Golf wahrscheinlich gern, wenn er groß ist.
Das Fazit: "Zum Golf-Preis gibt es bei Skoda fast Oberklasse. Auch wegen seines ausgefeilten Antriebs ist der Superb ein in jeder Hinsicht großes Auto."
Der zweite Platz geht mit 3,6 Sternen an den
Ford Grand C-Max – da steigt Redakteur Andreas Borchmann ein. Für Autofahrer mit Benzin im Blut ist der Ford Grand C-Max sicher kein Traumwagen, ...
... praktisch mit Schiebetüren (da können die Kinder keine Nachbarautos anrempeln), sieben Sitzen (für den Schul-Transport) und einem riesigen Kofferraum (für den Jahresvorrat an Einmalwindeln).
Wer dieses Auto erfunden hat, ist vielleicht Frauenversteher und Familienfreund, von Männerträumen hat er offensichtlich wenig Ahnung. Ja, der dicke Max von Ford ist vernünftig.
Aber unter seiner Haut steckt ein durchaus spaßiger Kern: Sein komfortables Fahrwerk bringt viel Talent zum Kurvenräubern mit, der 150-PS-Vierzylinder beschleunigt ihn samt Familie auf über 200 km/h Spitze.
Der Verbrauch liegt im Schnitt selten über 7,2 Liter – das passt dann auch wieder der ganzen Familie.
Und damit Papa sich den Spaß leisten kann, gibt es ihn zum fairen Golf-Tarif: Für den C-Max 1.6 EcoBoost Trend mit dritter Sitzreihe (700 Euro) verlangt Ford 24.700 Euro.
Das Fazit: "Großes Auto zum Golf- Preis? Hier ist eins. Der Ford Grand C-Max schafft Raum für die Familie und bietet Fahrspaß für Papa. Na bitte, es geht doch."
Die beste Golf-Alternative dieses Vergleichs ist mit 3,8 von fünf möglichen Sternen der
Skoda Yeti – auch für Redakteur Dirk Branke eine gute Wahl. Das kompakte SUV zeigt sich außen kompakt und knuffig, ...
... innen luftig und geräumig: Der Yeti verblüfft immer wieder mit seinem großzügigen Platzangebot, ...
... und seiner Wandlungsfähigkeit – die drei Sitze in der zweiten Reihe lassen sich ja verschieben, umklappen und ausbauen.
Der Yeti sticht souverän durch den Großstadt-Verkehr, wendig und mit viel besserer Übersicht als der Golf. Er macht, dank seiner angenehm aufrechten Sitzposition, auch längere Touren zu einem entspannten Vergnügen. Dabei fährt er sich erstaunlich straff – wenn ich mir an dieser Stelle etwas wünschen dürfte, wäre das eine sanftere Federung.
Das Temperament des 110-PS-TDI reicht völlig aus, der Zweiliter bleibt stets entspannt und sparsam dazu: Testverbrauch 6,4 Liter. Ach ja, und einen Allradantrieb – mit Haldex-Kupplung – hat er schließlich ja auch noch.
Und er sieht wirklich nicht schlecht aus, wirkt auf der Straße übrigens größer und stattlicher als manchmal auf den Fotos. Kurz gesagt, für die 26.350 Euro liefert Skoda den Yeti 2.0 TDI 4x4 Ambition, ein Auto, das alles kann. Na ja, fast.
Das Fazit: "Ein sympathisches Auto, der Yeti. Nicht zu groß und nicht zu klein, flott, praktisch und geräumig. Für mich die bessere Alternative zum Golf."
Und der VW? Mit 3,4 Sternen landet der Maßstab dieses Tests nur auf dem vierten Rang. Redakteur Martin Puthz kann sich trotzdem für den Wolfsburger Kompakten erwärmen. Er ist nicht der Stärkste, nicht der Größte, ...
... vielleicht auch nicht der Schönste – wer will das schon beurteilen? Fakt ist: Millionen Menschen kaufen
Golf. Weil er nichts nicht kann.
Der moderne Motor – hier ein 1.4 TSI mit 122 PS – ist sparsam, durchzugsstark und bleibt dabei stets dezent.
Platz gibt’s wie Leistung genug, und über die stramm gepolsterten Sitze musste sich noch nie jemand beschweren, ...
... beim Fahren ebenso wenig. Der Golf liegt satt auf der Straße und weicht trittsicher aus. So viel zum Technischen.
Vor allem aber ist der Golf authentisch. Dabei geschlechterneutral wie einst nur der Käfer. Und trotzdem kein Auto- Zwitter wie manch verwinkelte Crossover- Beaus. Ein hybrider Toyota ist grüner, ein Porsche fürs gleiche Geld spannender? Na und?
Das Fazit: "Der höhere Grundpreis (25.185 Euro, Ausstattung Highline) zieht das Kostenniveau runter, und der Fahrspaß hält sich beim 122-PS-TSI naturgemäß eher in Grenzen."
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