Die Chinesen zeigen auf der
Auto Shanghai 2011 durchaus eigene Ideen. Doch was wäre eine China-Messe ohne bemerkenswert freche Kopien? Eines der dreistesten Plagiate der Messe ist der Wingle-5, ein 1:1-Abklatsch des
VW Amarok. 150 Benzin-PS und 2,0 Liter Hubraum inklusive. Der Preis: vermutlich halb so teuer wie das Original. Fahrbereit und schon beim Händler.
Ganz anders als der nachgemachte
Audi Q5 von Zotye. In Serie gehen wird er wohl nie. Die Klonstudie hat nur einen Zweck: Zeigen, wozu man theoretisch imstande ist. Schaut man dem SUV auf die Räder, ...
... entdeckt man Liebe zum Detail: Sogar die Felgen sind geklaut. Im Original kommen sie von Dotz und tragen den Namen Hanzo.
Traditionell wollen die Chinesen mit einer Kopie das Original ehren. In diesem Sinne: Glückwunsch auch an
Mercedes. Bereits im Vorfeld der Messe sorgte die Kopie der Mercedes
B-Klasse für Aufsehen, weil ausgerechnet ...
... Daimlers chinesischer Partner BAIC den Stuttgartern die Idee klaute. Trotz des Wirbels stand das Plagiat bei BAIC – wenn auch in etwas unauffälligem Mattlack.
Auch Porsches Hausjuristen müssen wohl in die Spur: Hawtai Motor ...
... baut jetzt seinen eigenen
Cayenne mit 1,8-Liter-Benziner und 160 PS.
BAW interessiert sich fürs Rustikale und ist mit Klonen von Land-Rover ...
... und
Jeep Grand Cherokee auf der Messe vertreten.
BYD hätte das Kopieren eigentlich gar nicht nötig. Der Hersteller aus Shenzhen ist bei Hybrid- und Elektroautos führend in China und will 2012 in Deutschland mit dem preiswerten Elektrovan E6 angreifen. Dennoch hat sich auch BYD mit dem F-0 eine Kopie geleistet, die bereits auf der Straße ist: die des
Toyota Aygo.
Auch den
Mini hat es erwischt. Die Geely-Tochter Emgrand lässt auf der Messe den EC6-RV vorrollen, der dem
Countryman erstaunlich ähnlich sieht.
Wer sich die Dachlinie und die Formgebung zu Gemüte führt, erkennt eindeutig das bayuwarische Vorbild. Die Chinesen packen zusätzlich noch einen Schuss
Citroën DS3 dazu, dessen Front sich im chinesischen Mini-Duplikat wiederfindet.
Im Vorfeld der
Auto Shanghai 2011 hatte
Brilliance bereits das Kompakt-SUV A3 vorgestellt. Dass das Modell mit dem Audi-Namen aussieht ...
... wie der
BMW X1 ist natürlich kein Zufall. Deutsches Design verkauft sich gut in China. Deshalb wird im Reich der Mitte gerne mal ...
... die Klonmaschine angeworfen. In der Seitenansicht ist das Abpausen besonders gut gelungen: Dachverlauf, Fenster-Optik und Radkästen wirken wie vom BMW-Band gelaufen.
Die Front ist den Chinesen zwar nicht ganz so trefflich gelungen; wer die Augen zusammenkneift, sieht sich aber ebenfalls einem BMW X1 gegenüber. Und selbst die Farbgebung des in China aufgetauchten Erlkönigs ...
... könnte glatt als BMWs "Marrakeschbraun" durchgehen.
Bei den Scheinwerfern verließ die Chinesen das Kopier-Glück etwas. Zwar hat auch der A3 zwei Einzelscheinwerfer hinter Glas und eine kleine "Augenbraue", den so markanten Unterschwung der BMW-Scheinwerfer sucht man aber vergebens.
Beim Heck entschloss man sich, dem A3 eine etwas elegantere Linienführung zu gönnen.
Wirkt der X1 hinten eher bullig, sorgen die schmalen, ...
... weit nach vorne umlaufenden Rückleuchten des Brilliance für mehr Dynamik. Bei der Gestaltung der Schürze geht Brilliance aber wieder mit dem BMW-Ansatz konform. Doch die Chinesen haben sich nicht nur bei BMW bedient. Auch die Kollegen aus Ingolstadt...
... ... mussten ein wenig von ihrer Kreativität ungewollt nach Asien transferieren. Und so kommt dem Betrachter nun auch das Cockpit des Kompakt-SUVs irgendwie bekannt vor. Speziell der Armaturenträger zeigt deutliche
Audi-Anleihen. Von der Typbezeichnung des neuen China-Stars mal ganz zu schweigen.
Angesichts des freiliegenden Automatik-Wahlhebels drängt sich die Frage auf: Wollte oder konnte Brilliance hier nicht besser kopieren?
Glaubt man den Kollegen von
Auto Sohu, dann kommen beim Brilliance A3 lediglich Benziner mit 1,6 und 1,8 Litern Hubraum zum Einsatz. Speziell der 1,6er würde das Asia-Potpourri perfekt machen, handelt es sich bei diesem Aggregat doch angeblich um eine Leihgabe von
Mitsubishi.
Der Geely Gleagle CC mixt sich seinen Stil aus optischen Leihgaben von
Peugeot 308 CC,
Lexus SC 430 und
Infiniti G37 zusammen. Dazu hat Geely einen Kühlergrill verbaut, der mit seinen Löchern an einen Schweizer Käse erinnert.
Ob der Entwurf gelungen ist, darüber kann man trefflich streiten. Neben dem merkwürdigen Grill hat Geely dem Gleagle zahlreiche Sicken verpasst und vor den Hinterrädern große Lufteinlässe platziert, die auf einen starken Motor im Heck hindeuten.
In Wahrheit ist das Vierzylinder-Aggregat aber vorn platziert und holt aus 1,3-Litern Hubraum dank Turboaufladung 129 PS. Das Heck wirkt wegen der Dachkonstruktion recht voluminös.
Innen kombinieren die Chinesen rotes und schwarzes Leder mit roten Applikationen aus Plastik.
Auf der Mittelkonsole sitzt ein Drehregler, der stark an das MMI von Audi erinnert, Schalter und Instrumente sind in Türkis illuminiert. Weitere Details oder Informationen zu den Fahrleistungen bleibt Geely noch schuldig.
Alt und neu gemixt: Der Besturn B30 sieht aus wie ein moderner
Mazda. Unter dem Blech steckt aber die fast 30 Jahre alte Technik des
VW Jetta 2. Inklusive eines 1,6-Liter-Motors aus dem Regal von FWA-VW.
Historisches leisteten die Kopier-Freunde auf der Auto China 2006 in Peking. Sie schufen einen Mercedes mit BMW-Emblem. Das Symbol der neuen Brüderlichkeit hörte auf den Namen BYD F8. Sehen Sie weitere Highlights aus dem chinesischen Copy-Shop von der
Auto China 2006!
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