Seat scheint selbst nicht so recht dran zu glauben, sich ernsthaft in das Thema E-Mobilität einmischen zu können. Ab 2012 will die spanische VW-Tochter im Flottenversuch mit ein paar
Altea XL Electric Ecomotive und Leon TwinDrive ausführliche Erfahrungen sammeln.
Seat-Chef James Muir ließ auf einer internationalen Pressekonferenz nach und nach durchblicken, wie wenig er tatsächlich davon hält, dass Wolfsburg nun auch der kränkelnden iberischen Tochter einen Stromanschluss verpasst. Keine 200 E-Autos seien in Spanien derzeit zugelassen, ...
... dozierte Muir eher entmutigt. Das Land und sein einziger Autohersteller haben andere Sorgen, klang da durch.
Entwicklungschef Matthias Rabe, vor einem Jahr aus der Konzernzentrale ans Mittelmeer versetzt, gab dann auch zu, dass der Leon TwinDrive, ein Plug-in-Hybrid mit rund 50 Kilometer rein elektrischer Reichweite, auf dem
Golf Twin Drive von – Achtung! – 2008 basiere. Und der elektrisch angetriebene ...
... Altea XL auf der Technik des ebenfalls nicht taufrischen Golf blue e-motion. Die Feldversuche sollen bis 2015 laufen, dann seien beide Modelle marktreif, erklärte Rabe.
Als sein Chef Muir dann noch das Ziel nannte, in vier Jahren E-Modelle zu Preisen anzubieten, die kaum 3000 Euro über Diesel-Modellen liegen sollen, musste Rabe noch auf der Bühne intervenieren: Das sei so sicher nicht machbar.
Über die Studien IBE (E-Auto; Foto) und IBX (Plug-in-Hybrid) verloren beide Männer kein Wort. Auf AUTO BILD-Nachfrage hieß es nur: "Abwarten."
Bevor mit Altea XL Electric und Leon Twin Drive kurze Testfahrten ermöglicht wurden (die VW-Technik ist in der Praxis erwartungsgemäß recht ordentlich), erklärte James Muir noch: "Wir wissen doch, wer wir sind. Seat steht für pragmatische, bezahlbare Autos."
Offiziell sind die Technologie-Konzepte Leon TwinDrive Ecomotive und Altea XL Electric Ecomotive die grüne Hoffnung Seats.
Der Altea XL Electric Ecomotive ist ein rein elektrisches Fahrzeug. Mit einer Leistung von 115 PS und einem Drehmoment von 270 Newtonmeter soll der grüne Spanier 135 km/h schnell werden.
Die Kapazität des Altea liegt bei 26,5 Kilowattstunden. Das ermöglicht ihm eine Reichweite von bis zu 135 Kilometern.
Optimiert wird die Energiebilanz durch ein Rekuperationssystem mit einstellbarer Bremswirkung und Photovoltaik-Zellen auf dem Dach, die bei der Lüftung des Fahrzeuginnenraums helfen.
Das Platzangebot des Altea XL Electric Ecomotive soll sowohl den Ansprüchen von Familien entsprechen als auch eine kommerzielle Nutzung möglich machen. Damit kein Platz verloren geht, ist der Batteriepack im Wesentlichen unter den Rücksitzen und dem Gepäckraumboden untergebracht, die Antriebstechnik und die Leistungselektronik sind unter der Fronthaube konzentriert.
Über die Aktivitäten des
Altea wird der Fahrer von neu entwickelten Instrumenten auf dem Laufenden gehalten. Mittels einer App kann er das Auto per Handy-Fernbedienung vorklimatisieren, solange es noch an der Steckdose hängt. Das soll die Ressourcen der Batterie schonen. Auch der komplette Ladezyklus der Batterie lässt sich über die Handy-App fernsteuern und programmieren.
Hoffnungsträger Nummer zwei ist der Plug-in-Hybrid Leon TwinDrive Ecomotive. Die elektrische Reichweite soll 52 Kilometer betragen. Stellt zusätzlich der 1.4 TSI seine 115 PS zur Verfügung, erhöht sich die Reichweite auf bis zu 900 Kilometer.
1,7 Liter Kraftstoff soll der Leon TwinDrive Ecomotive auf 100 Kilometer verbrauchen. Das entspricht einem CO2-Wert von 39 Gramm pro Kilometer.
Mit seinen 163 PS Systemleistung peilt der Leon TwinDrive eine Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h an, im rein elektrischen Betrieb sind es 120 km/h. Die Batterie mit einer Kapazität von zwölf Kilowattstunden hat ihren Platz unter dem Gepäckraumboden.
Ein Display klärt darüber auf, was beim Leon gerade so los ist.
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