Auf der
IAA 2011 feierte die
Roadster-Version des
SLS AMG ihre offizielle Premiere. Zu diesem Anlass arrangierte AUTO BILD ein Familienreffen: Der Debütant trifft auf seinen Ahnen aus den 50er Jahren.
Trotz mehrerer Retro-Elemente des Neuen hat er mit dem 54 Jahre alten Klassiker 300 SLS allerdings nur den Namen gemein. Die Namensfindung für den neuen
Mercedes Flügeltürer soll ein hartes Stück Arbeit gewesen sein. Schließlich buddelte man den Namen SLS aus dem Archiv aus. Dass der 300 SLS ein Roadster war, ...
... war kein Problem. Schließlich stand zu diesem Zeitpunkt bereits fest, dass dem Flügeltürer mit zwei Jahren Abstand die offene Version des C 197 folgen sollte. Jetzt ist es so weit.
Anders als das Hochleistungs-Sport-Edel-Cabrio von AMG handelt es sich beim 300 SLS ...
... um ein straßenzugelassenes Wettbewerbsauto. Und das hört man sofort.
Heiser, brutal und völlig ungefiltert bellt der 300 SLS seinen Enkel aus zwei Sidepipes an. Der kontert ...
... mit dunklem V8-Bass, geht aber soundmäßig gegen den Oldie trotzdem unter. Kein Wunder: Hier konkurrieren eine fett eingestellte Mechanik-Einspritzung gegen EU-5-Elektronik, dunkle Abgaswolken gegen Vierfach-Hochleistungs-Kat.
Während sich die Herrenfahrer einst am Holz-Volant die Hände blutig scheuerten und den Dreck der Piste von den Lippen leckten, ...
... verwöhnen den SLS-Piloten heute Sitzkühlung und Nackenföhn.
Mit 571 PS ist der SLS AMG Roadster mehr als doppelt so stark wie das SLS-Unikat.
Die Proportionen sind nicht geblieben. Hinten wirkt der Oldie länger
und runder. Der Neue ...
... versteckt einen E-Spoiler im Heck.
Eine Ewigkeit liegt zwischen ihnen, trotzdem zeigen die beiden SLS Gemeinsamkeiten wie zum Beispiel die seitlichen Kiemen.
Der offene SLS gleicht innen fast komplett dem Coupé. Eingebettet in Leder, öffnet ein großer Schalter ...
... das Stoffverdeck. Nach ...
... nur elf Sekunden ...
... sitzt der Fahrer an der frischen Luft.
Feuermelderrot holt der Startknopf im SLS Roadster den 571-PS-V8 aus dem Schlaf. Davor wartet das Getriebe-Programm auf Befehle. Die ESP-Taste sollte mit Bedacht gedrückt werden.
Riesige Aluräder und LED-Beleuchtung sind für einen Supersportwagen der Neuzeit natürlich selbstverständlich. Das Mehrgewicht gegenüber dem Flügeltürer beträgt 40 Kilo.
Der 300 SLS im Detail: Typiches SL-Flair bleibt auch im Rennwagen erhalten. Die Armaturen sind mit denen des Serienautos identisch. Nachgerüstete Neuzeit-Feuerlöscher dienen der Sicherheit des Unikats.
Das abnehmbare Lenkrad machte es den Herrenfahrern anno 1957 einfacher, auf die Rennsitze des 300 SLS zu schlüpfen.
Bakelit anstelle von Carbon. Der Pilot des 300 SLS sortierte die vier Gänge von Hand.
Rennscheibe und Bügel zeugen vom harten Einsatz gegen Maserati und Aston Martin. Mit 970 Kilo ist der SLS viel leichter als der Serien-SL.
Nur zwei Exemplare des 300 SLS hat die Rennabteilung einst für den Amerikaner Paul O'Shea gebaut, der sie 1957 in der US-Sportwagenmeisterschaft erfolgreich einsetzte.
Dank Karosserie und Motor aus Aluminium, Verzicht auf Verdeck, Seitenfenster und Windschutzscheibe sank das Gewicht um satte 337 Kilo.
Außerdem stieg die Leistung des Reihensechszylinders dank Einbau einer Sportnockenwelle von 215 auf 235 PS.
Da beide 300 SLS verschollen sind, haben die Museumstechniker einen der 29 Serien-Roadster aus Alu nach Unterlagen von Ex-Rennleiter Rudolf Uhlenhaut zur Werks-Replica umgebaut – sogar mit Originalmotor. Für das Rennauto-Duo hatte Mercedes nämlich vorsichtshalber drei Ersatztriebwerke produziert.
Eines dieser Aluaggregate landete später im 300 SL Roadster, den Ex-Daimler-Entwicklungschef Hans Scherenberg fuhr. Als Mercedes ihn bei einer Inventur entdeckte, war die Basis für die 300-SLS-Replica gefunden. Genau diese ...
... historischen Fußnoten sind es, die einen Sportwagenmythos ausmachen und von dem auch der neue SLS profitiert.
Und weil man sich an den beiden Schönen kaum sattsehen kann, folgen hier weitere Fotos. SLS Der AMG Roadster macht den Anfang ...
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