30.01.2012
Bilder: Taxifahrer packen aus
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"Bequem, sicher, auf nun 428.000 km keine Probleme und kein Rost. So wünscht man sich ein Auto!" Walter Freiberger (54), Taxifahrer aus Kaltenkirchen (Schleswig-Holstein), Mercedes E 200 CDI (11/2006, 428.000 km).
"Der 211er ist das beste Auto, das ich je gefahren habe. Problemloser als die Vorgängerbaureihen W 124 und W 210." Gerd Klawien (54), Vorstandsmitglied des Landesverbandes der Hamburger Taxiunternehmer, Mercedes E 200 CDI (4/2008, 189.000 km).
Mercedes und Taxi, das gehört einfach zusam- men. Die Schwaben dominieren noch immer den Taxi-Markt, wenn auch nicht mehr so deutlich wie vor 20 Jahren. Wichtigstes Modell ist die E-Klasse. Lange galt sie als eine felsenfeste Bastion für Qualität, bis der Rost-Teufel beim W 210 (1995–2002) zuschlug. Beim Nachfolger W 211 (2002–2009) gab sich Mercedes mehr Mühe.
Ein E 320 T CDI von 2003 spulte den AUTO BILD-Dauertest über 100.000 km klaglos ab. Den besten Kauf machen Gebrauchtwagenkäufer jedoch mit einer E-Klasse ab Juni 2006. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Baureihe gründlich überarbeitet. Unter 10.000 Euro gibt es allerdings nur ausrangierte Taxis, Kilometer-Könige und Erstserien-Exemplare – Finger weg!
Zwei Motoren sind besonders empfehlenswert: für Vielfahrer der E 220 CDI mit 170 PS, für Normalfahrer der Basisbenziner E 200 Kompressor mit 184 PS. Facelift-Limousinen unter 100.000 km gibt es ab rund 14.000 Euro, T-Modelle unter 100.000 km ab 16.000 Euro.
Diesel-Einspritzung: Im August 2005 wurden einige CDI wegen defekter Hochdruckpumpen zurückgerufen. Im Alter werden die Injektoren undicht.
Typischer Verschleiß von Kilometerfressern: ausgeschlagene Spurstangenköpfe, Traggelenke, Stabi-Buchsen und Hardy-Scheiben. Hier im Bild die Achsgelenke vorn, bei denen spätestens bei 200.000 km Spurstangenköpfe und Traggelenke verschlissen sind. Kosten mit Vermessen: 700 Euro.
Rost an Fahrwerkteilen: Unschön, aber technisch unbedenklich ist Rost an Antriebswellen, Achsschenkeln, Differenzialgehäuse oder Radbolzen. Rost an Türkanten und Radläufen gibt es nur bei frühen Exemplaren.
Das größte Problem betraf die elektrohydraulische Bremsanlage SBC. In einigen Fällen schaltete das System unvermittelt in den Notlauf. Entladene Batterien waren eine Folge von defekten Batteriesteuergeräten und Spannungsreglern. Mercedes startete im April 2005 eine große Rückrufaktion, bei der die Mängel an SBC und an der elektrischen Anlage behoben wurden.
Unabhängig vom Baujahr sollten Interessenten alle Funktionen des Entertainment- und Navigationssystems Comand (Extra) genau prüfen. Die CDI-Motoren kranken im Alter an undichten Injektoren, bei V6- und V8-Benzinern bis 9/2006 verschleißt ein Zahnrad des Steuertriebs frühzeitig.
Sitzflanke: Bei sehr hohen Laufleistungen reißt die Wange von Sitzlehne und Sitzkissen schon mal ein. Ein Mangel, der hauptsächlich bei Taxen vorkommt.
Mercedes E 200 CDI (6/2006-3/2009) • Hubraum 2148 ccm • 100 kW (136 PS) bei 3800 U • Testverbrauch: 6,4 l Diesel • CO2: 167 g • Seit Juni 2006 wird die E-Klasse dem hohen Markenanspruch gerecht. Taxiunternehmen bescheinigen dem W211 sehr hohe Langzeitqualität. • Urteil: 4 von 5 Sternen.
Zu seinem VW Touran 1.9 TDI (4/2009, 165.000 km) sagt Rudi Savic (64), Taxifahrer aus Kaltenkirchen: "Der Innenraum eignet sich gut für den Taxibetrieb. Ärgerlich: der verstopfte Partikelfilter nach 150.000 km. Der Austausch hat knapp 2000 Euro gekostet! Das DSG macht Geräusche beim Anfahren."
"Der Touran hat ein taxifreundliches Innenraumkonzept, doch nach vier Jahren und über 300.000 km ist der durch. Die E-Klasse W 211 hält länger und ist nicht so reparaturanfällig." Oliver Süfke (40), Taxiunternehmer aus Kaltenkirchen.
"Ein praktisches Konzept, wegen der Sitzhöhe vor allem für ältere Fahrgäste. Bei 260.000 km wurden Kupplung und Getriebe für 3000 Euro getauscht." Peter Postoluk (63), Taxifahrer aus Kaltenkirchen, VW Touran 1.6 EcoFuel (11/2006, 305.000 km).
"Der Touran ist wendig und hat viel Platz. Ein Problem sind die ständigen Reparaturen und die Dauerhaltbarkeit." Rainer Cords (50), Taxiunternehmer aus Hamburg, VW Touran 1.9 TDI (11/2008, 335.000 km).
Beim VW-Kompaktvan sind Freud und Leid miteinander verbunden. Vom Konzept ist der seit 2003 gebaute Touran das ideale Familienauto: erhöhte Sitzposition, viel Platz, gegen Aufpreis auch mit zweiter, im Kofferraumboden versenkbarer Sitzbank. Dazu sichere Fahreigenschaften, fünf Sterne im Crashtest und sparsame Dieselmotoren.
Den beliebten 2.0 TDI mit 140 PS gibt es als Sechs- jährigen mit maximal 100.000 km ab rund 11.000 Euro. Gar nicht familienfreundlich ist die Zuverlässigkeit. Während unseres Dauertests stand der Touran 2.0 TDI 2.0 TDI 18 Tage in der Werkstatt: Zylinderkopf gerissen, Turbolader getauscht, zwei Radlager gewechselt, ein Seitenairbag erneuert, nicht einmal die Hupe hat durchgehalten.
Der Touran kassierte dafür eine glatte Sechs – das schlechteste AUTO BILD-Dauertest-Ergebnis aller Zeiten. Diese Erfahrungen bestätigen auch Taxiunternehmer: "Alle acht Wochen muss ich mit meinem Touran 1.9 TDI turnusmäßig zum Ölwechsel, doch dazwischen ist meist noch irgendein Reparaturtermin", sagt Rainer Cords, der fünf VW Touran im Fuhrpark hat.
TDI-Zweimassen- schwungrad: Die Federn schlagen durch, oft zerstören sie das ganze Getriebe. Taxler tauschen es alle 100.000 km. Kosten: 1000 Euro.
Turbolader: Oft sind die Turbolader-Leitschaufeln des 1.9 TDI defekt. Dann muss der komplette Turbolader getauscht werden. Kosten: 1200 Euro.
DSG-Kupplung: Ruckelt es beim Anfahren und bei Gangwechseln, liegt es oft an verschlissenen Kupplungsscheiben. Der Austausch kostet rund 1500 Euro.
TDI-Nockenwelle: Bei 1.9 TDI und 2.0 TDI laufen ab 120.000 km Nockenwellen und Tassenstößel ein. Die Reparatur kostet circa 2000 Euro.
Achsmanschetten: Im Taxibetrieb halten sie beim Touran oft keine 100.000 km. Der Austausch der radseitigen Manschetten auf beiden Seiten kostet rund 280 Euro.
DSG: Es macht Spaß – wenn es funktioniert. Sowohl Sechsgang- als auch Siebengang-DSG sind störanfällig. Ein Austauschgetriebe kostet 5000 bis 6000 Euro.
Dieselpartikelfilter: Viele Touran-TDI-Fahrer klagen über verstopfte Dieselpartikelfilter ab circa 120.000 km. Mit Einbau kostet ein neuer Filter rund 2000 Euro.
VW Touran 1.9 TDI • Hubraum 1896 ccm • 77 kW (105 PS) bei 4000 U • Testverbrauch: 6,5 l Diesel • CO2: 173 g • Verstopfte Partikelfilter, zerfetztes Zweimassenschwungrad, defektes DSG: Im Alter wird der Touran zum Problem-Auto. Schade, denn das Konzept stimmt. • Urteil: 2,5 von 5 Sternen.
"Den Logan werde ich mir in jedem Fall wieder kaufen! Auf fast 300.000 km bis auf zwei undichte Kühler keine Probleme – und das bei einem Neupreis von 14.000 Euro! Meine Wünsche: bessere Sitze, ein Automatikgetriebe." Günter Pfeiffer (53), Taxiunternehmer aus Bad Bramstedt (Schleswig-Holstein), Dacia Logan MCV 1.5 dCi (10/2008, 298.000 km).
Ölverlust: Der Dauertest-Logan war nach 100.000 km undicht. Auch der TÜV beanstandet bei Drei- und Fünfjährigen überdurchschnittlich häufig Ölverlust.
Achs- und Lenkgelenke vorn: Die Spurstangenköpfe schlagen aus, dann beanstandet der TÜV erhöhtes Lenkungsspiel und verweigert die Plakette.
Endschalldämpfer: Die Abgasanlage gammelt im Zeitraffer, vor allem bei überwiegendem Kurzstreckenbetrieb. Ein neuer Endtopf kostet 200 Euro.
Dacia Logan MCV 1.5 dCi • Hubraum 1461 ccm • 50 kW (68 PS) bei 4000 U • Testverbrauch: 6,1 l Diesel • CO2: 162 g • Günstig, simpel und gut. Das ist der Dacia Logan auch im Alter. Für schmales Budget gibt es hier viel Auto – da bleibt noch Geld für Verschleißreparaturen. • Urteil: 3 von 5 Sternen.
Er ist Vorreiter der Hybridtechnik, meistverkauftes Hybridauto der Welt, zweifacher Sieger des AUTO BILD TÜV-Reports und Note-Eins-Absolvent des AUTO BILD-Dauertests über 100.000 Kilometer. Beinahe unheimlich, was Toyota mit dem Prius auf die Räder gestellt hat.
"Mit dem Prius hebe ich mich ab. Umweltfreundlich, viel Beinfreiheit, auf 202.000 km kaum Probleme. Ein tolles Auto!" Jürgen Starck (51), Taxiunternehmer aus Hamburg, Toyota Prius II (8/2007, 202.000 km).
"Ich bin seit 28 Jahren Taxiunternehmer. Ich hatte noch nie ein so wartungsarmes, zuverlässiges und sparsames Auto wie den Prius. Verbrauch auf 297.000 km: 5,8 Liter. Ich stelle meine gesamte Flotte um auf den Toyota Prius!" Peter Köhl (54), Taxiunternehmer aus München, im Fuhrpark: sieben Prius II, 23 Prius III.
Ein komplexes Auto mit innovativer Spritspartechnik, das sich im Alltag vorbildlich bewährt. Taxiunternehmer Peter Köhl aus München schwört auf den Prius, nicht nur wegen seines niedrigen Verbrauchs von durchschnittlich 5,8 Litern. Die Zuverlässigkeit ist überragend: Der Kilometer-König der Prius-Flotte hat bereits 297.000 km gelaufen.
Warum ist der Prius als Taxi so wenig verbreitet? Jürgen Starck aus Hamburg: "Toyota bietet keinen speziellen Service für Taxikunden, viele haben Angst vor der Hybridtechnik." Den Prius II gibt es ab rund 8000 Euro, Vierjährige mit 60.000 km kosten etwa 14.000 Euro.
Toyota liefert mit dem Prius astreine Langzeit-Qualität, die Hybridtechnik arbeitet dauerhaft zuverlässig. Auch der 48 Kilo schwere Batterieblock funktioniert nach Jahren noch problemlos. Ein Tausch würde 2500 Euro kosten, doch Toyota gewährt ohnehin acht Jahre Garantie.
Radlager sind Verschleißteile. Ein Defekt kündigt sich durch laute Mahlgeräusche bei Kurvenfahrt an. Ein neues Lager vorn kostet 220 Euro.
Die Antriebseinheit des Prius (links Benzinmotor, rechts Elektronik-Einheit) arbeitet auch nach Jahren zuverlässig. Bekannt sind defekte Wasserpumpen und Klimakompressoren.
Toyota Prius II • Hubraum 1498 ccm • 82 kW (113 PS) • Testverbrauch: 5,9 l Super • CO2: 140 g • Mit dem Prius macht Toyota vor, wie perfekt Hybridtechnik funktionieren kann. Und auch, wie man haltbare und äußerst zuverlässige Autos baut. • Urteil: 4,5 von 5 Sternen.
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