Mit dem neuen 335i Coupé hat BMW ein ganz heißes Eisen auf die Straße gebracht. Der Münchner stellt sich dem Vergleich mit der Sportwagen-Ikone Porsche 911.
Bis aufs letzte Hemd? Wer einen dieser Sportler fahren will, muss schon tief in die Tasche greifen. Der BMW belastet das Budget aber um satte 34.723 Euro weniger als der Porsche. Der große finanzielle Unterschied macht das ...
... 335i Coupé zur vernünftigeren Wahl in diesem Vergleich. Es bietet einen guten Kompromiss und die Freude über eine Menge gespartes Geld.
Dynamik bis in die letzte Blechfalz: Das Dreier-Coupé wirkt gestreckt und elegant, horizontale Linien machen das Heck sportlich-breit.
Aufgeblasen: Mit zwei Turbos reißt der Reihensechser aus drei Litern Hubraum 306 PS und 400 Nm Drehmoment.
Nicht ganz typisch: Bissiges, aber verhaltenes Knurren untermalt die gleichmäßige Leistungsentfaltung des Motors.
Aus der Parkposition schießt das Coupé in 5,5 Sekunden auf Tempo 100 und beschleunigt ...
... geschmeidig weiter bis zur elektronischen Obergrenze von 250 km/h. Der 335i könnte schneller, wenn er nur dürfte.
Schlicht: Der Wagen steht auf 17-Zöllern im Zehnspeichen-Design.
Vorzüglich: Die Sportsitze bieten guten Seitenhalt und Langstreckenkomfort.
Gurtgeber: Die Plastikschiene fährt elektrisch betätigt nach vorn. Jedoch verpasst das Klapp-Ärmchen gelegentlich das Gurtband und legt auf dem Weg zum Fahrer eine Leerfahrt hin.
Im Fond mit Einzelsitzcharakter fehlt es wie bei fast allen Coupés an Kopfraum. Im Vergleich zum 911er ist das Platzangebot hinten im BMW aber geradezu großzügig.
Sportliches Ambiente ohne Schnickschnack: Das perfekt in der Hand liegende Multifunktionslenkrad gehört zur Serienausstattung.
Drehorgel: Bei 7000 Umdrehungen beginnt der rote Bereich, zwischen 1300 und 5000 Touren stehen 400 Nm Drehmoment an.
Showeffekt: Der Startknopf erweckt den Sechszylinder zum Leben.
Automatik kostet 2100 Euro, Schaltwippen am Lenkrad noch mal 100 Euro extra. Wer die Wippen nicht will, kann auch am Automatik-Hebel manuell schalten. Allerdings erledigt das der Computer viel schneller.
Der in der Länge erweiterbare Kofferraum ermöglicht den Transport sperriger (flacher) Teile. Mit hochgeklappter Lehne gehen 430 Liter ins Heck.
Ohne Extras und Automatik steht das 335i Coupé für 43.200 Euro in der BMW-Preisliste. Der Betrag reicht ...
... für den 911 Carrera noch lange nicht: Porsche lässt sich die Einstiegsversion des Klassikers mit mindestens 77.923 Euro bezahlen.
Ansichtssache: Jede Generation des Elfers variiert das Heck anders – der Wiedererkennungswert bleibt aber auch beim Typ 997 extrem hoch.
Sauger: Auch ohne Zwangsbeatmung schickt der 3,6 Liter große Sechszylinder-Boxer 325 PS und 370 Nm Drehmoment an die Hinterräder.
Entzückend: Aus den Endrohren dringt die charakteristische Komposition aus mechanischem Rasseln, tiefem Grollen und hellem Singen.
Den Prestigesprint absolviert der Einstiegs-Elfer mit 5,1 Sekunden 0,4 Sekunden schneller als das 335i Coupé. Bei der Höchstgeschwindigkeit ...
... ist der Unterschied deutlicher: 285 Sachen im Porsche sind immerhin 35 km/h mehr als der BMW schafft.
Auf großem Fuße: Der 911er steht auf 19-Zöllern.
Die Sitze sind straffer gefedert als im BMW, aber trotzdem bequem.
Das Elfer-Cockpit glänzt mit einer sportlich ausgerichteten Armaturensammlung mit zentralem Drehzahlmesser.
Die Stoppuhr gehört zum Sport-Chrono-Paket, das auch die Gaspedal-Kennlinie schärft.
Handarbeit: Die Motorkraft wird über ein manuelles Sechsgang-Getriebe verteilt.
Es geht auch ohne Knopf: Der Porsche startet nach guter alter Manier durch Drehen des Zündschlüssels – auf der linken Seite der Lenksäule.
Eine deutsche Institution: Unter sportlichen Aspekten bietet der 911er gegenüber dem 335i Coupé jenes Plus an Emotionalität und Begehrlichkeit, das ihn zur Legende gemacht hat.
Porsche oder BMW? Eine Frage, die sich puristische Sportwagenfans sicher nicht stellen werden – die geben für den Zuffenhauser ihr letztes Hemd. Und das zu Recht.
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