Auch von hinten ganz dezent: Die beiden süddeutschen Power-Limousinen Audi A6 und BMW M5 tragen optisch nicht dick auf – der Hammer steckt ...
... unter der Haube. Hier arbeiten zwei Maschinen mit reichlich PS und ordentlich Drehmoment. Während die Formel 1 auf Achtzylinder abgerüstet hat, ...
... lassen sich Audi und BMW ganz unbescheiden von mächtigen Zehnzylindern unter Dampf halten. Das Ergebnis der Mastkur ...
... sieht bei beiden Autos ganz ähnlich aus: reichlich Fahrspaß – einmal hart, einmal etwas zarter.
Als Sieger aus dem Vergleich geht der neue S6 hervor, weil er ausgewogener und im Detail etwas besser verarbeitet ist.
Im Audi-Bug tobt ein 5,2-Liter-V10 mit 435 PS und 540 Nm Drehmoment. Besonderheit ist die FSI-Benzindirekteinspritzung.
Anders als der M5 stimmt der Audi-V10 eine tiefere Tonlage an. Er klingt grollender und fauchender.
Wer dem Ingolstädter die Sporen gibt, schießt in 5,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht nach glatten 18 Sekunden 200 km/h. Danach kommt ...
... leider nicht mehr viel, denn wie alle anderen deutschen Autobauer bremst auch Audi seine Sportler bei 250 km/h elektronisch ein.
Serienmäßig steht der Audi auf 19-Zöllern im Doppelspeichen-Design. Dahinter ...
... zeigt sich die Bremsanlage, die der wilden Beschleunigung bei Bedarf Einhalt gebietet. Allerdings zeigen die Bremsen eine leichte Fading-Tendenz.
Neuer Trick in Sachen Überholprestige: Mit den LED-Tagfahrleuchten in der Frontschürze signalisiert der S6 seinen Anspruch recht deutlich. Die linke Spur gehört ihm.
Bis auf die gut konturierten Sportsitze ...
... gibt es im Innenraum kaum Hinweise auf das Biest im Bug. Hier herrscht die typische Sachlichkeit mit einem kleinen Spritzer Sportambition.
Audi bleibt bescheiden: Die Tachoskala endet bei 300 km/h.
Die schnelle Sechsgang-Tiptronic läßt sich mit Paddeln hinterm Lenkrad schalten – es muß aber nicht unbedingt sein.
Durchaus familienfreundlich: Der S6-Kofferraum schluckt 546 Liter.
Traktionsprobleme kennt der S6 nicht einmal vom Hörensagen: Dank des leicht hecklastig ausgelegten quattro-Antriebs gibt es Vortrieb in allen Fahrsituationen. Das Fahrwerk ...
... ist eher komfortabel als kompromißlos abgestimmt. Auf Querfugen ist eine leichte Stuckerneigung zu spüren.
Äußerlich unterscheidet sich der S6 von seinen schwächeren Brüdern durch die doppelten Alu-Streben im Grill, ...
... einen zusätzlichen Lufteinlaß und eine kleine Spoilerlippe unter der Frontschürze. Sehr viel deutlicher ...
... wird der Unterschied beim Preis: Unter 79.800 Euro ist der S6 nicht zu bekommen, und ...
... wer den zeitgleich ab Juni 2006 erhältlichen S6 Avant bevorzugt, muß sogar noch 2200 Euro drauflegen. Dafür gibt es dann aber auch ...
... einen rasenden Transporter mit reichlich Platz im Kombiheck.
Auf Platz zwei des Zehnzylinder-Vergleichs landet der BMW M5 – vor allem wegen des mit 88.600 Euro deutlich höheren Grundpreises.
Bei der Motorleistung ist der BMW dem Audi überlegen: Der fünf Liter große V10 leistet 507 PS und wuchtet 520 Nm auf die Kurbelwelle. Belüftet wird der explosionsartig hochdrehende Motor ...
... über die BMW-typischen seitlichen Kiemen.
Charakteristischer Klang: Der M5 klingt sehr metallisch, sehr hart – ganz anders als ein bollernder V8 oder ein hell singender V12.
Bei der Beschleunigung kann schon mal Gummi auf der Straße bleiben, wenn der M5 in 4,7 Sekunden auf Tempo 100 schießt. Maximal ...
... sind 250 km/h drin, dann wird der M5 von der elektronischen Barriere gebremst. Man hat aber das Gefühl, daß locker 300 Sachen drin wären.
Bildschöne 19-Zoll-Alus gehören zur Serie. Ebenso wie die bissigen Zweikolben-Festsattelbremsen vorne.
Perfekt: Die Sportsitze im M5 passen noch besser als die im S6.
Edles Ambiente: Auf Wunsch gibt es den potenten Fünfer mit heller Leder-Ausstattung.
Drehzahlmonster: Wenn der Motor warm ist, dreht er geschmeidig bis zu 8250 Touren hoch. Dabei ...
... hat es der Fahrer mit dem "Power"-Knopf selbst in der Hand, ob er lieber mit 400 PS oder der vollen Leistung von 507 Pferdchen durch die Landschaft galoppieren will.
Das etwas ruckelige SMG-Getriebe kann alternativ über Schaltwippen bedient werden – von Hand funktioniert es am besten.
Immer wieder ein Kritikpunkt: Das iDrive des BMW sorgt für Abzüge – das MMI bei Audi funktioniert einfacher.
Nicht ganz so geräumig wie der Konkurrent: Ins Heck des M5 passen 500 Liter.
Das Fahrwerk ist über jeden Zweifel erhaben: Der BMW liegt auf der Straße wie ein reinrassiger Sportwagen, ...
... die Lenkung ist direkt und präzise. Zudem lassen sich die Dämpfer verstellen.
Bei BMW müssen sich die Sportfans noch ein bißchen gedulden, bis der Über-Lastesel zu haben ist. Vermutlich ...
... Ende 2006 kommt die Touring-Variante auf den Markt – der erste M5 mit Kombi-Heck.
AUTO BILD-Redakteur Dirk Branke zieht Bilanz: "Vitamin 10 wirkt. Diese beiden V10 sind ein einzigartiges Erlebnis, jeder für sich. Der Audi liegt am Ende nach Punkten vorn – er verlangt weniger Kompromisse von Fahrer und Passagieren."
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