2013 soll mit dem Elektromobil
i3 von
BMW eines der spannendsten Autos der Zukunft auf den Markt kommen. Knapp zwei Jahre zuvor drehen derzeit in Berlin 30 BMW ActiveE im Rahmen eines Feldversuchs ihre elektrischen Runden. AUTO BILD-Redakteur Hauke Schrieber konnte den ActiveE in Berlin fahren und dabei schon mal den Vorläufer ...
... des i3-Antriebsstrangs testen. Der 125-kW-Motor im Heck des
1er wird wie auch die Lithium-Ionen-Akkus von SB LiMotive auch im neuen Modell zu finden sein: Motor und Einganggetriebe auf der neu konstruierten Hinterachse des i3, die Akkus kompakt verbaut und nicht wie beim ActiveE dreigeteilt und über das Auto verteilt.
Die Testfahrt in dem 1,8 Tonnen schweren ActiveE sorgte für Vorfreude auf den Kohlefaser-i3. Auffällig: Die Bremse wird fast gar nicht benutzt. Verzögern bis zum Stand funktioniert im Stadtverkehr, indem man einfach den Fuß vom Fahrpedal nimmt – und die Akkus dabei wieder lädt. Ein Eco-Pro-Modus verringert die Motorleistung zugunsten der Reichweite.
Das umgebaute 1er Coupé ist nach dem
Mini E das zweite rollende Labor der Abteilung der BMW-Entwicklung "project i". Beim i3 wird es auch eine Version mit Verbrennungsmotor als Reichweitenverlängerer geben.
BMW-Entwicklungschef Klaus Draeger (Foto: auf der IAA 2011) geht davon aus, dass 50 Prozent oder mehr i3-Kunden diesen Range Extender bestellen werden. Dabei betont BMW, dass der aus einem Zweirad stammende Verbrenner lediglich die Akkus lädt und – anders als etwa beim
Opel Ampera – nicht die Achse direkt antreibt.
Huckepack in die Zukunft: Die Tour auf einem Autotransporter hat dieser blau-weiße Elektro-Knubbel wirklich nicht verdient, lässt sich mit Blick aufs löchrige Stromtankstellen-Netz aber mitunter nicht vermeiden. Wenn beim
BMW i3 die Akkus leer sind, muss ...
... ein Helfer mit Ladefläche und im Vergleich altertümlichem Dieselmotor her. Schwer zu schleppen hat der gelbe Transporter zum Glück nicht. Um die 1200 Kilo wird das Serienmodell wiegen, wenn BMW den 2+2-Stromer 2013 in die freie Asphalt-Bahn ...
... entlässt – trotz schwerer Akkus und jeder Menge Sicherheitstechnik. Ein paar Kilo kommen noch dazu, wenn der
i3 mit Reichweitenverlängerer bestellt wird. Dann ...
... sorgt ein turboaufgeladener Dreizylinder-Benziner dafür, dass der Elektromotor auch nach den 160 Kilometern reiner Elektro-Reichweite ....
... immer noch genug Saft für den Antrieb der Hinterräder hat.
Neben dem Thema Leichtbau beschäftigen sich die BMW-Entwickler vor allem mit der Aerodynamik der Elektroautos. Je niedriger der cW-Wert, desto größer die Reichweite. So einfach ist das. Zumindest theoretisch. Praktisch heißt das: Wir müssen uns an einen neuen Felgen-Look gewöhnen (beim Erlkönig gut zu sehen) und ...
... an fast vollverkleidete Unterböden. Auch das ist beim Huckepack-i3 gut zu erkennen.
Auf der
IAA 2011 zeigte
BMW die seriennahe Studies des Elektroautos i3. Inzwischen gibt es auch die erste Preisansage.
"Der i3 (hier rechts) wird günstiger als ein 5er-BMW", sagte BMW-Vorstandschef Norbert Reithofer. Die Anschaffungskosten für den Kompaktwagen würden damit unter 40.000 Euro liegen, wenn der i3 im Jahr 2013 in den Handel kommt.
Das BMW i3 Concept ist die Weiterentwicklung der Studie "Megacity Vehicle". BMW bezeichnet den i3 als "erstes Premium-Elektrofahrzeug". Nachdem die Konkurrenz längst serienmäßige Elektroautos auf dem Markt hat, klingt das nach dem Versuch, wenigstens in dieser Sparte als Pionier vorzufahren.
Die BMW-Niere hat beim kleinen Stromer i3 keine Funktion, denn der 170-PS-Elektromotor ist im ...
... Heck platziert und treibt die Hinterräder an. Schmale Leichtlaufreifen und Carbonkarosserie erhöhen die Reichweite.
Die Türen des BMW i3 Concept öffnen gegenläufig, wie beim Opel Meriva. Die Studie verzichtet auf eine B-Säule – ob das auch in der Serie so sein wird, bleibt abzuwarten. Der E-Antrieb inklusive Leistungselektronik, ...
... Getriebe und Differenzial sitzt über der Hinterachse. Die Energieversorgung erfolgt über einen Lithium-Ionen-Akku. Gegen Aufpreis wird es einen zusätzlichen Benzinmotor geben, der die Batterie unabhängig von der Steckdose und während der Fahrt auflädt – und damit ...
... die Reichweite erhöht. Die gibt BMW mit 130 bis 160 Kilometern an (ohne Range Extender). Nach sechs Stunden an der Steckdose ist die Batterie wieder voll, per Schnellladevorrichtung sollen nach einer Stunde 80 Prozent der Kapazität erreicht sein. BMW verspricht ein "großzügiges Innenraumerlebnis":
Durch ausgewählte Materialien soll im offenen und luftigen Interieur eine Art Lounge-Charakter entstehen. Nicht nur der Antrieb ist öko: Teile der Instrumententafel oder die Türverkleidungen bestehen aus Naturfasern. Rauchen kann man die nicht, dafür unterstreichen sie den Nachhaltigkeits-Effekt.
Das Gaspedal soll der Fahrer auch als Bremse einsetzen können. Nimmt er den Fuß vom Pedal, dient der Elektromotor als Generator und bremst das Auto spürbar ab. Das Ganze nennt BMW "One-Pedal-Feeling".
Eine weitere Betriebsart heißt "Segeln": Hier wird die Maschine ausgekuppelt, und der i3 "gleitet nahezu ohne Energieverbrauch dahin". Klingt schwer nach Perpetuum Mobile, ist im Prinzip aber nichts anderes als die Schubabschaltung beim Verbrennungsmotor.
Aus dieser Perspektive klar zu erkenen: Beim i3 Concept handelt es sich um einen Viersitzer.
BMW sieht den i3 als "überaus alltagstauglich": Der Kofferraum bietet rund ...
... 200 Liter Platz, zusätzlich gibt es ein sogenanntes "Funktionsfach" in der Front des Elektroautos.
Bleibt die Frage nach dem Fahrspaß: Der dürfte bei einer Beschleunigung von 7,9 Sekunden bis Tempo 100 durchaus aufkommen. Maximal soll der 1250 Kilo schwere i3 150 km/h schaffen.
Wer elektrisch noch schneller vorankommen möchte, für den hat BMW auf der IAA 2011 das i8 Concept zu bieten – die "Realität gewordene Vision eines zeitgemäßen, nachhaltigen Sportwagens", wie die Bayern ...
... ihren ersten Plug-in-Hybriden bezeichnen. An der Vorderachse sitzt der auf 130 PS geschrumpfte Elektroantrieb aus dem BMW i3 Concept, hinten kommt ein 223 PS starker Dreizylinder-Benziner zum Einsatz. Im Zusammenspiel ...
... sollen beide Aggregate die "Performance eines Sportwagens mit dem Verbrauch eines Kleinwagens" ermöglichen. In 4,6 Sekunden soll der i8 auf Tempo 100 sprinten, bei 250 km/h wird abgeregelt.
Den Verbrauch gibt BMW mit 2,7 Litern an. Der Lithium-Ionen-Akku kann an der Steckdose geladen werden und treibt den i8 Concept bis zu 35 Kilometer rein elektrisch voran.
Die Positionierung der Motoren über den Achsen führt zu einer optimalen Achslastverteilung von jeweils 50 Prozent. Für echte Sportwagenfans ist diese Info nicht unwichtig.
BMW hat sich beim i8 Concept für Flügeltüren entschieden.
Blaue Stunde: Der farbige Akzent hebt "die dynamische Bewegung des Schwellers" hervor.
Die Anordnung von Ausströmern, Bedien-Panels und Displays ähneln dem Interieur des BMW i3 Concept und sollen dadurch die Familienzugehörigkeit unterstreichen. Gangwahlschalter, Start/Stopp-Taster ...
... und Parkbremse sind auf der Mittelkonsole um den Fahrer herum angeordnet. Neben dem 22,4 cm großen, freistehenden Informationsdisplay in der Instrumententafel fungiert ein ebenso großes Display als Kombiinstrument.
Hinter den Vordersitzen ist auch noch Platz, denn beim i8 Concept ...
... handelt es sich um einen 2+2-Sitzer.
Markantes Lichtspiel: Viele Design-Elemente des i8 Concept erinnert stark an die Studie
Vision Efficient Dynamics.
Auch der i8 hat einen Kofferraum, wenn auch nur einen kleinen: 150 Liter passen ins Heck. Der Akku ist kleiner dimensioniert als im i3, deshalb ist er auch schneller ...
... aufgeladen: In 105 Minuten soll der Energiespeicher wieder randvoll sein. Wie groß die Gesamtreichweite des Plug-in-Hybriden ist, verrät BMW noch nicht.
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.